Kinder, Eltern und Kollegen können den neuen Kita-Leiter Gabriel Balke nicht stören: Seine Bürotür bleibt geöffnet. © Bastian Becker
Neuer Kita-Leiter

Neuer Kita-Leiter: Gabriel Balke setzt auf Digitalisierung

Gabriel Balke übernimmt in jungen Jahren eine Führungsrolle: Der neue Leiter der Kita am Streichelzoo liebt die Kommunikation und setzt auf Dialog. Zwei Themen sind ihm besonders wichtig.

Nur wenige 29-jährige Männer arbeiten in der Kinderbetreuung. Nur wenige Männer in diesem Alter übernehmen bereits eine Führungsposition. Für Gabriel Balke trifft beides zu. Der gelernte Heilerziehungspfleger ist seit 1. September Leiter der Kita am Streichelzoo und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. „Ich habe zuvor drei Jahre als Erzieher in der Kita am Sinnesgarten gearbeitet. Mein Plan war aber ganz klar, dass ich in eine Leitungsfunktion möchte. Durch eine glückliche Fügung hat sich diese Chance ergeben“, erklärt er.

„Gabriel Balke ist ein langjähriger und zuverlässiger Mitarbeiter. Er bringt eine positive Grundhaltung sowie viel Lust auf Gestaltung und Weiterentwicklung mit“, lobt Sandra Rolf, Fachbereichsleiterin Frühförderung und Kitas bei der Kinderheilstätte als Träger der Einrichtungen.

Lehramtsstudium abgebrochen

„Ich komme aus einer Familie mit sieben Geschwistern, habe außerdem lange im Verein Fußball gespielt“, schildert der 29-Jährige seine ständige Nähe zu anderen. „Menschen interessieren mich, ich höre lieber zu und will viel über andere erfahren“, unterstreicht er.

Nach dem Bundesfreiwilligendienst, wieder in der Maximilian-Kolbe-Schule, begann Gabriel Balke allerdings zunächst ein Lehramtsstudium. Nach einer gewissen Zeit wurde ihm klar, dass die Aussicht auf die Arbeit in der Schule ihn weniger reizt: „Ich wollte lieber in der individuellen Förderung für Kinder mit Behinderung arbeiten.“

Leiter wünscht sich Umdenken in der Gesellschaft

Diesen Schritt gehen nach wie vor wenige junge Männer. „Für viele Männer kommt das gar nicht in Frage, in den Medien wird oft nur über Erzieherinnen berichtet. In unserer Gesellschaft wird Betreuung als Frauenberuf abgestempelt. Dazu kommt noch die vergleichsweise geringe Bezahlung“, bedauert Gabriel Balke. Er würde sich wünschen, dass das Image des Berufs durch Werbeaktionen, auch von der Politik, verbessert wird.

An seinem neuen Arbeitsplatz kommen auf Gabriel Balke viele organisatorische Aufgaben zu.
An seinem neuen Arbeitsplatz kommen auf Gabriel Balke viele organisatorische Aufgaben zu. © Bastian Becker © Bastian Becker

Man merke, dass Kinder in verschiedenen Bereichen Kontaktpersonen unterschiedlicher Geschlechter suchen. So kann sich Gabriel Balke etwa an einen Jungen erinnern, der ihm regelmäßig sein Album mit Fußballstickern zeigen wollte. Fachbereichsleiterin Sandra Rolf meint dazu: „Es wäre wünschenswert, wenn es mehr männliche Mitarbeiter in Kitas gäbe. Diese dienen den Kindern als Vorbilder.“ Die Tür zu Balkes Büro steht für die 75 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahre immer offen. „Die Kinder kommen regelmäßig rein und wollen natürlich wissen, was ich da am Computer so mache“, erzählt Gabriel Balke.

Smartphones und Tablets sollen zum Alltag gehören

Und der neue Leiter hat einige Ideen für die Zukunft der Kita. Ganz oben steht das Thema Digtalisierung: In Absprache mit den Eltern will die Kita am Streichelzoo regelmäßig Tablets und Smartphones in die tägliche Arbeit einbinden. „Das entspricht der Lebenswelt der Kinder“, weiß Gabriel Balke. Außerdem soll der Austausch mit den Eltern verstärkt über digitale Kanäle laufen.

Da passt es, dass er sich unlängst in einer Hausarbeit mit genau diesem Thema befasst hat. Denn wenn Gabriel Balke die Arbeit in der Kita beendet hat, widmet er sich noch ein bis zwei Stunden seinem Fernstudium: Sozialpädagogik und Management an der Fachhochschule des Mittelstands. „Das erfordert sehr viel Disziplin und Struktur“, weiß der Südkirchener. Dafür könne man aber auch viele Dinge direkt bei der Arbeit anwenden.

Außerdem will der neue Kita-Leiter in Zusammenarbeit mit der Kita Sinnesgarten das inklusionspädagogische Konzept weiterentwickeln.„Es muss zum Alltag gehören, dass Kinder mit ganz individuellen Förderbedarfen zusammen betreut werden“, unterstreicht Gabriel Balke. Der neue Leiter macht sich mit vollem Elan an diese Aufgaben und will etwas bewegen. „Ich hätte hier nicht angefangen, wenn ich in meinem Lebensplan vorgesehen hätte, dass ich woanders hingehe. Es wäre super, wenn wir als Team nach einiger Zeit sagen könnten, dass wir etwas entwickelt haben“, wünscht er sich mittelfristig.

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Bastian Becker

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