Bereits seit 2015 ist das Hallenbad im Schlosspark Nordkirchen (hier ein Foto aus Mai 2018) geschlossen. Bis das neue Bad im Zuge des Hotelneubaus eröffnet, wird es noch mehr als zwei Jahre dauern. © Karim Laouari (A)
Verhandlung

Neues Hallenbad: Gemeinde hält bei Eintrittspreisen den Daumen drauf

Es geht voran mit dem Projekt „Hallenbad Nordkirchen“. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Rat einstimmig den nächsten Schritt beschlossen, wichtige Eckpunkte sind aber bereits geklärt.

Schon viel zu lange ist aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger die Situation in der Gemeinde unbefriedigend: Für Gesamtschüler gibt es kein Schwimmangebot, für die Grundschüler aus Sicht der Verwaltung „kein adäquates“. Immer wieder werde er auch von Seniorinnen und Senioren auf das Thema angesprochen, räumt Bürgermeister Dietmar Bergmann ein. Viele Sportarten seien für sie oft tabu, Wassergymnastik wäre eine perfekte Alternative.

Mittlerweile steht fest, dass sich Interessenten gedulden werden müssen. Das Hallenbadprojekt ist gekoppelt an den Hotelneubau. „Ziel der Projektentwickler ist es, in diesem Jahr zu beginnen“, sagt Dietmar Bergmann. Hotel und Hallenbad sollen nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren gleichzeitig eröffnen. Die Lösung eines Problems, dass die Gemeindeverwaltung seit Jahren beschäftigt.

Seit 2015 ist das Anfang der 70er Jahre vom Land NRW gebaute und über viele Jahre betriebene Schwimmbad im Schlosspark stillgelegt. Eine Entwicklung, die sich abgezeichnet hatte. Nachdem das Land 2006 signalisiert hatte die Anlage aufgeben zu wollen, ist die Gemeinde Nordkirchen im Jahr 2007 Eigentümerin des kombinierten Schwimm- und Sporthallengebäudes im Schlosspark Nordkirchen geworden.

Vertrag mit der Firma Aqua Park hatte eine Laufzeit bis 2027

Seitdem betrieb die Firma Aqua Park aus Papenburg das Bad. Dazu wurde ein Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2027 vereinbart. Was zunächst als zumindest mittelfristige Perspektive eingeschätzt war, erwies sich viel früher als befürchtet als Sackgasse. Seit der Schließung gab es verschiedene Ansätze für eine Lösung – ohne den erhofften Erfolg. Bis das Thema Hotel und Schwimmbad akut wurde.

Einstimmig hat sich der Rat am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde einen Dienstleistungsvertrag mit dem Hallenbad-Betreiber aushandeln und abschließen soll. Das wären die Rahmenbedingungen:

  • Der Dienstleistungsvertrag legt fest, an welchen Tagen das Bad für welche Nutzung (Schulen, Vereine, öffentliches Baden) zur Verfügung steht.
  • Die Gemeinde kann die Höhe der Eintrittsgelder komplett selbst bestimmen.
  • Sie kann auch alleine über die Einführung von Familien- oder andere Rabattkarten entscheiden.
  • Bei technischen Problemen (beispielsweise Defekt einer Pumpe) ist nicht die Gemeinde zuständig, sondern der Hallenbad-Betreiber.

„Wir bekommen ein Rundum-Sorglos-Paket“, sagt dazu Dietmar Bergmann. Natürlich nicht zum Nulltarif. Vielmehr ist es so, dass die Gemeinde Nordkirchen für das Bad eine Miete zahlen muss. Wie hoch die Summe am Ende des Tages sein wird, müssen die Verhandlungen zeigen. Dietmar Bergmann will nicht spekulieren, nennt aber schon mal eine Größenordnung – „ein jährlich sechsstelliger Betrag“. Bergmann betont zugleich die Synergieeffekte, die eine derartige Lösung hat.

Großer Hotelbetrieb hat es leichter bei Personalorganisation

Das Hotel werde einen Personalstamm von 80 bis 100 Mitarbeitern haben, darunter auch Techniker. Somit könnte ein Mitarbeiter beispielsweise morgens die Wasserqualität testen – ohne, dass ein Schwimmmeister oder ein anderer Beschäftigter der Gemeinde diese Aufgabe übernehmen müsse.

Apropos Schwimmmeister: Kleinere Kommunen mit nur einem oder zwei Schwimmmeistern haben in Krankheitsfällen schnell ein Person-Problem, das im schlechtesten Fall eine Einschränkung von Öffnungszeiten nach sich ziehen kann. Auch hier sei eine Vertretung bei einem größeren Betrieb wie dem Hotel mit Schwimmbad viel einfacher.

Aber auch das Hotel kann voraussichtlich mehrfach von dem Bad profitieren. Es wird dadurch attraktiver für Gäste. Zudem kann es zusätzliche Gäste anziehen. Bereits jetzt gibt es Anfragen in der Gemeinde für Trainingslager mit Übernachtung im Hotel und Training im Bad.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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