Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte (l.) vom Hamburger Projektentwickler Premoro haben mit Bürgermeister Dietmar Bergmann, weiteren Vertretern der Gemeindeverwaltung und auch des Kreises Coesfeld das Hotel-Projekt weiter vorangetrieben. Jetzt steht auch der künftige Name fest. © Thomas Aschwer
Hotelneubau

Neues Hotel in Nordkirchen: Projektentwickler verraten den Namen

Mit Volldampf treibt das Projektentwicklungsbüro Premero das Hotelprojekt voran. Am Donnerstag (3.12.) gab es Gespräche mit Gemeinde und Kreis. Zudem stehen Name und weitere Details fest.

Groß ist der Abstand im Saal des Bürgerhauses zwischen Bürgermeister Dietmar Bergmann sowie Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte vom Hamburger Projektentwickler Premero. Die Sitzordnung ist der Corona-Pandemie geschuldet, in der Sache und Zielsetzung sind sich die Seiten einig. Den ersten deutlichen Akzent setzt Thorsten Schütte.

„Das neue Nordkirchener Hotel soll ein eigenständiges Haus sein, das keiner Kette zugeordnet ist. Es hat den Anspruch, die Nr. 1 im Umkreis zu sein.“ Damit nicht genug. Mit dem Hotel soll die Schlossgemeinde zu einer der Top-Destination für Hochzeiten in Deutschland aufsteigen. Die Voraussetzungen scheint trotz Corona-Pandemie ideal. Das Hotel wird in vielerlei Hinsicht einzigartig werden. Das signalisiert bereits der Name – „Morriens´ Hotel“.

Schloss Hotel wäre aus Sicht von Dietmar Bergmann vielleicht naheliegender gewesen – auf jeden Fall aber beliebiger. Mit der Entscheidung für „Morriens´ Hotel“ beweisen die Projektentwickler, dass sie sich intensiv mit der Geschichte Nordkirchens beschäftigt haben. „Wir wollen dem Adelsgeschlecht Respekt zollen“, sagt Melanie Morgenthaler. Doch zumindest indirekt schraubt sie damit die Erwartungen an das Hotel hoch.

Projektentwickler wollen Geschichte Nordkirchen modern interpretieren

Die Herren von Morrien gehörten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zu den führenden westfälischen Adelsfamilien mit direktem Bezug zur Gemeinde.

Der Name ist ein Übername und entstand aus Morian, da die von Morrien überzeugt waren, von einem der Heiligen Drei Könige, dem Mohr Melchior, abzustammen. Was bedeutet das für das Hotel?

Aus Sicht der Projektentwickler erst einmal, dass sie sich „mit dem Standort identifizieren. „Wir wollen die Geschichte modern interpretieren“, kündigt Melanie Morgenthaler an. Viel konkreter will sie derzeit noch nicht werden. „Die Menschen sollen sich überraschen lassen.“ Nur eine kleine Andeutung. Es könnte durchaus sein, dass in dem Haus später eine Leihgabe aus dem Schloss einen besonderen Platz findet.

Doch das dauert noch einige Jahre. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass ab August 2021 das Projekt realisiert wird. Rund zwei Jahre lang werden Arbeiter mit der Umsetzung beschäftigt sein. Was in dieser Zeit entsteht, wollen die Projektentwicklung möglichst ab Ostern 2021 den Menschen in einem kleinen Besucherzentrum auf dem Grundstück erläutern. Mit der konkretisierten Planung steht bereits jetzt fest, dass es in dem Hotel zwar einen Brauereikeller geben wird, doch für die eigentliche Brauerei suchen Projektentwickler und Gemeinde noch ein zusätzliches Grundstück.

Zum Nordkirchen-Jubiläum soll es Nordkirchen-Bier geben

Wie wichtig allen dieses Thema ist, wird an einigen Details deutlich. „Wir haben bereits eine Vereinbarung mit einer Braumeisterin aus der Gegend“, sagt Thorsten Schütte. Mit ihr sei das Konzept der Nordkirchener Brauerei abgestimmt. Danach soll es ganzjährig ein helles und ein dunkles Bier geben. Dazu kommen zu verschiedenen Jahreszeiten Sonderbiere – und natürlich passend zum Nordkirchen-Jubiläum ein besonderes Jubiläumsbier. Damit das funktioniert, muss die Brauerei im Frühjahr 2022 fertig sein.

Die Projektentwickler gehen von einem jährlichen Bierausstoß von 1200 Hektolitern aus. „Dafür sind aber keine größeren Vertriebswege geplant“, sagt Thorsten Schütte. Das in Nordkirchen gebraute Bier soll ausschließlich in der Gemeinde verkauft werden. Im Hotel beispielsweise auch als Six-Pack zum Mitnehmen, aber auch im Kasten in der Brauerei. „Wir wollen keine andere Gastronomie beliefern“, sagt Schütte. „Das Morriens´ Bräu“ soll etwas Besonderes sein“, ergänzt Melanie Morgenthaler. Sie kündigt bei der Vorstellung der Pläne auch an, dass es in der Brauerei eine kleine Schnapsbrennerei geben soll.

Dieses besondere Angebot soll mit dazu beitragen, dass Hochzeitsgäste länger als einen Tag in der Gemeinde verweilen. „Heute sind die Gäste oft über Deutschland und weit darüber hinaus verstreut. Teilweise lernen sie sich sogar erst bei der Feier kennen“, sagt Melanie Morgenthaler. Projektentwickler und Gemeinde hoffen auch deshalb, dass sie gleich für vier oder fünf Tage in Nordkirchen verweilen, die vielfältigste Angebote des Hotels nutzen und auch die Region erkunden.

Neue touristische Formate mit der Gemeinde entwickeln

„Wir wollen dazu beitragen, dass sie die lokale Wirtschaft unterstützen“, so die Projektentwicklerin. Thorsten Schütte vom Hamburger Projektentwickler Premero kündigt in diesem Zusammenhang eine Zusammenarbeit mit der Nordkirchener Tourist-Info an, um gemeinsam neue touristische Formate zu entwickeln. Platz wird im Hotel reichlich vorhanden sein. Das Hotel wird über 128 Doppelzimmer verfügen.

Video

Hotelneubau am Gorbach

Buchen sollen sie im Idealfall neben Hochzeitsgästen auch Nordkirchen-Besucher, Firmen oder Familien. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Hotel auf hohe Qualität. Um sie an sieben Tagen in der Woche zu garantieren, werden 120 bis 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt. „Das Hotel wird für Nordkirchen eine Veränderung sein, auch während der Bauphase“, sagt Melanie Morgenthaler. Um dabei die Menschen im Ort mitzunehmen, sind voraussichtlich monatliche Baustellenbesichtigungen geplant.

Die potenziellen Gäste des Hotels dürfen sich, so die Ankündigung der Projektentwickler, auf ein besonderes Haus mit vielen Möglichkeiten freuen. Dazu gehört auch ein großer Spa-Bereich inklusive Schwimmbad.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
Zur Autorenseite
Thomas Aschwer

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.