Nordkirchen-Papiertüte statt Plastikbeutel

Idee der Händlergemeinschaft

Plastik verschmutzt die Umwelt. Einkaufstüten aus Plastik soll es darum nicht mehr kostenlos geben. So will es die Europäische Union. Die Händler auf der Schloßstraße haben eine eigene Vorgehensweise besprochen, mit der sie das Problem angehen wollen.

NORDKIRCHEN

, 20.04.2016, 05:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Händler auf der Schloßstraße haben besprochen, für eine Plastiktüte 10 Cent zu nehmen.

Die Händler auf der Schloßstraße haben besprochen, für eine Plastiktüte 10 Cent zu nehmen.

Einmal im Monat treffen sich die Händler und Dienstleister zu einem Händler-Stammtisch. Es ist eine zwanglose Zusammenkunft, während der „locker gequatscht“ wird, aber auch gemeinsame Zielsetzungen besprochen werden, erzählt Alexandra Rempe. Zum Beispiel, dass in ihren Geschäften eine Plastiktüte nun 10 Cent kosten soll.

Reagiert haben die Nordkirchener Händler damit auf eine Richtlinie der Europäischen Union. Sie fordert, dass im Jahr 2025 jeder EU-Bürger nur noch 40 Plastiktüten im Jahr verbrauchen soll. Laut Bundesumweltministerium liege dieser derzeit bei 71 Tüten, weit unter dem europaweiten Durchschnitt von 198 Tüten pro Kopf und Jahr.

Gebühr ist nicht verpflichtend

Die EU-Richtlinie sieht nun eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zu einer Tütengebühr vor. Heißt: Die Händler sind dazu aufgerufen, künftig für eine Plastiktüte Geld zu verlangen, sind aber nicht dazu verpflichtet. Die Händler im Nordkirchener Gemeindekern haben sich überwiegend für diese Gebühr entschieden – der Umwelt zuliebe.

10 Cent kostet die Tragetasche bereits seit dem 1. April im Buchladen von Alexandra Rempe. Beobachtet habe sie seitdem ein Phänomen: „Viele Kunden würden von sich aus keine Tüte mehr verlangen“, sagt die Miss Marple’s-Chefin.

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Christel Worms aus der gegenüberliegenden Fotodrogerie ist in der Sache noch zwiegespalten. „Ich entscheide von Fall zu Fall“, sagt sie. Kunden, die nach einem Einkauf mit mehreren Teilen eine Tüte für den Transport benötigten, würden diese auch bekommen. Kostenlos.

Die Dorftüte

Aufgeschlossen zeigte sich Christel Worms allerdings für eine weitere Idee, die während des Händlerstammtisches geboren wurde – der Einführung einer Dorftüte. „Wir stellen uns eine Tüte aus Biopapier vor“, sagt Miriam Paulus, die in der Gemeinde die Kreativagentur Ideenwerk betreibt. Geprüft werden derzeit die Kosten der Produktion. Die Dorftüte solle auf der einen Seite das Logo der Gemeinde zieren, auf der Rückseite die Markenzeichen der teilnehmenden Geschäfte.

Diese Tüte könne später für den Biomüll verwendet werden, da sie biologisch abbaubar sei. In der Größe solle die Dorftüte einer Tragetasche aus dem Supermarkt entsprechen, sodass sie für Einkäufe in mehreren Geschäften verwendet werden könne. Ebenfalls geprüft werde ebenso die Einführung eines entsprechenden Stoffbeutels. „Die Idee ist total gut“, sagt Christel Worms. Abzuwarten bleibe die Kostenfrage.

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