Nordkirchen plant mit neuen Tarifen, App und Mobilpunkten für mehr Mobilität

mlzNahverkehr

Neue Buslinien, Leihfahrzeuge und erschwingliche Tarife: Die Gemeinde Nordkirchen hat Ideen zum Mobilitätskonzept vorgestellt. Die erste Mobilstation soll noch in diesem Jahr gebaut werden.

Nordkirchen

, 21.06.2020, 07:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich steht es um die Mobilität in Nordkirchen nicht so schlecht. Es gibt eine Bahnlinie mit Halt in Capelle, den Bürgerbus, Regionalbusse, den Taxibus. Doch wer fährt wann von wo - diesen Überblick zu behalten ist schwer. Das war ein zentrales Ergebnis einer Haushaltsbefragung der Einwohner im Rahmen des neuen Mobilitätskonzepts der Gemeinde.

Die Verwaltung hat inzwischen erste Ideen, wie sich die Mobilität in Nordkirchen verbessern lässt. Erste Ideen und einen Zwischenstand haben Bürgermeister Dietmar Bergmann und Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann am Dienstag, 16. Juni, im Wirtschaft, Tourismus und ländliche Entwicklung vorgestellt. So gibt es Fortschritte bei den geplanten Mobilstationen, Gespräche über neue Buslinien und Überlegungen, alle Informationen in einer App zu bündeln.

Buslinien:

„Wir brauchen die Anbindung auch nach Selm“, sagte Bergmann im Ausschuss. Die ersten Gespräche habe es bereits gegeben. Denn von Selm aus können die Nordkirchener auch noch weitere Bahnlinien erreichen. Auch die Verbindung zum Busbahnhof in Werne könnte besser sein. Zwei neue Linien kann sich die Verwaltung vorstellen. Eine von Ascheberg über Nordkirchen, Südkirchen nach Selm. Und eine von Nordkirchen über Capelle bis zum Werner Busbahnhof. Doch das kann die Gemeinde nicht allein entscheiden. Gespräche mit den verschiedenen Verkehrsverbunden sind nötig.

Doch auch der Bürgerbus sei ein wichtiger Baustein im Mobilitätskonzept. Der Verein habe bereits tolle Arbeit geleistet, so Bergmann. Nun habe man Gespräche aufgenommen, was sich in Zukunft noch ändern könne.

Mobilstationen:

An den Mobilstationen soll es Fahrräder, Autos für Carsharing und Elektroroller zum Ausleihen geben. Außerdem sind sie Knotenpunkte für verschiedene Verkehrsmittel und andere Dienste. Vier Standorte in Nordkirchen, Südkirchen und in Capelle am Bahnhof und im Dorf stellt sich die Gemeinde vor.

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„Wir wollen 2020 mit den Mobilstationen starten“, sagte Bergmann. Derzeit würden die Ausschreibungen vorbereitet. Schon im Spätherbst könnte die erste Mobilstation errichtet werden, so Bergmann. Nach und nach sollen die Stationen dann fertig werden. In der zweiten Jahreshälfte könnte dann auch feststehen, mit welchen Verkehrsmitteln die einzelnen Stationen bestückt werden, so Bergmann.

Neue Tarife:

Damit die Nutzung von Bussen, Bahn und Leihfahrzeugen auch bezahlbar ist, diskutiere die Gemeinde über neue Tarife, erzählte der Bürgermeister. So könnte es innerhalb der Gemeinde eine lokale Flatrate geben. Etwas teurer könnte dann die Option sein, Car-Sharing zusätzlich zu nutzen. Zusätzlich könnte es dann noch einen Tarif geben, der auch die Abos der Verkehrsverbunde beinhaltet, etwa das Jobticket, das 60plus-Abo, das 9-Uhr-Abo und viele weitere. Damit solle das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver werden. Für neue Tarife muss die Gemeinde aber noch einige Gespräche führen.

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Parkraum-Überwachung:

Auch das gehört zu den Plänen des Mobilitätskonzepts. Mit einem lokalen Netzwerk sollen mit Sensoren die Parkplätze an drei Stellen in Nordkirchen überwacht werden, sagte Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann. Für das Projekt habe das Verkehrsministerium gerade 71.000 Euro Förderung bewilligt, 80 Prozent der Projektkosten.

220 Sensoren sollen auf den Parkplätzen im Mühlenpark, an der Schloßstraße und am Platz am Wehrturm anzeigen, wie voll die Parkplätze sind und wie lange dort geparkt wird. Auch für andere Einsatzgebiete sei die Technik nutzbar. „Sensoren gibt es in allen möglichen Bereichen“, sagt Lachmann. So könnten sie auch eines Tages dazu dienen, Glascontainer erst zu leeren, wenn sie zu 90 Prozent gefüllt sind. Entsorger könnten damit ihre Effizienz steigern.

Neue App:

Um den Überblick über die vielen Angebote bei Bussen, Bahn und Mobilstationen zu behalten, könnte es eine App geben, stellte Manuel Lachmann die ersten Pläne vor. Sie könnte nicht nur Fahrpläne übersichtlicher anzeigen, sondern auch anzeigen, welche Leihfahrzeuge gerade an welcher Mobilstation zur Verfügung stehen. Vielleicht könne sie auch in Echtzeit sagen, wo sich der Bus gerade befindet. „Ob das geht, wissen wir noch nicht“, so Lachmann. Die Ideen für die Mobilitätsapp sind aber gesammelt.

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