Nordkirchener Firma importiert jetzt Masken - und spendet 1000 Stück

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Schutzmasken sind derzeit überall knapp. Deshalb hat sich eine Nordkirchener Firma umgestellt und auf deren Import spezialisiert. Doch dabei muss die Firma mit „Chaos“ in China zurechtkommen.

Nordkirchen

, 22.04.2020, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich verkauft die Firma Laserpoint Aesthetic Goods GmbH aus Nordkirchen medizinische Produkte: Laser, Kosmetik, Klinikzubehör. Schönheitsprodukte sind derzeit aber kaum gefragt. Deshalb hat die Firma gerade umgeschwenkt und vertreibt Schutzmasken. 1000 Stück der dringend benötigten Masken hat die Laserpoint GmbH jetzt gespendet.

Überstunden statt Kurzarbeit

Vor drei Wochen noch hatte die seit 22 Jahren in Nordkirchen ansässige Firma Kurzarbeit angemeldet. Kurzarbeit ist nun aber vom Tisch. Im Gegenteil: Eher Überstunden sind nun gefragt, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Antonius Beyer im Gespräch mit der Redaktion. Da die Masken dringend benötigt werden, hat die Firma sich auf die Beschaffung spezialisiert und hat seitdem jeden Menge zu tun.

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„Wir haben eine sehr große Nachfrage“, sagt Beyer. Über langjährige Kontakte zu Geschäftspartner in China sei es möglich, Masken zu importieren. Alle anderen Länder weltweit haben den Export der Masken inzwischen verboten. Und in China herrsche wegen der hohen Nachfrage „Ausnahmezustand“, erzählt Beyer. Passagierflugzeuge fliegen nicht mehr, die auch Fracht mitnehmen. Das Mieten von Frachtflugzeugen ist viel teurer geworden. Trotzdem habe Laserpoint nun eine Frachtmaschine gechartert, um Masken zu besorgen.

Außerdem habe die chinesische Regierung in den letzten Wochen drei Mal Gesetze geändert, zahlt Beyer auf. So mussten Masken etwa noch vor dem Abflug neu verpackt werden. Flugzeuge hätten leer wieder zurück fliegen müssen. „Es ist Chaos“, sagt der Geschäftführer.

Spende an den Caritasverband

Nun aber könne die Laserpoint GmbH wieder Masken liefern. Gestern habe sie wieder 250.000 Stück bekommen. In den vergangenen Tagen habe die Firma über 2 Millionen Masken geliefert: ans Rote Kreuz, den Krisenstab der Johanniter, Pflegedienste, Ärzte, Apotheken. Bald will die Firma 4 Millionen Masken an das Bundesgesundheitsministerium liefern.

Auch der Caritasverband im Kreis Coesfeld bekommt Masken. Laserpoint hat 1000 Masken an den Verband gespendet. Es sind die einfachen Mundschutze, die die Mitarbeiter dort gerade benötigen, habe der Caritasverband Nordkirchen mitgeteilt, sagt Beyer. Aber auch die FFP2 und FFP3-Masken, für Mediziner seien wieder lieferbar.

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