Hotel ohne Gastronomie kämpft sich mit Erfolg durch Coronakrise

mlzHostel Nordkirchen

Das Hostel in Nordkirchen war für Karsten Meinke zunächst ein Investitionsobjekt. Doch seit dem Einstieg vor drei Jahren hat sich viel getan. Daran hat die Coronakrise nichts geändert.

Nordkirchen

, 21.05.2020, 10:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karsten Meinke (52) kennt sich in der Welt aus, hat viele Jahre in Asien gearbeitet und gelebt. Er hat in guten und weniger angenehmen Unterkünften geschlafen. Meinke kennt die Bedürfnisse von Menschen nach einem anstrengenden Arbeitstag also genau. Erfahrungen, von denen er und insbesondere die Gäste profitieren sollen.

Hostels sind, so steht es in vielen Beschreibungen, „eine günstige Unterkunft mit einfacher Ausstattung.“ Zu der Zielgruppe gehören demnach hauptsächlich jüngere Personen, Rucksacktouristen und Individualreisende. Eine Definition, die Karsten Meinke so nicht für das im Gewerbegebiet angesiedelte Nordkirchener Hostel unterschreiben würde.

Nordkirchener Hostel verzeichnet hohe Auslastung

Meinke spricht von einem „Hotel ohne Gastronomie, einem Design-Hostel“. Der Gast könne sich dank der kleinen Küchen in den Zimmern „selbst versorgen“. Ein Ansatz, der ganz offensichtlich gut funktioniert. Die Urteile in den bekannten Buchungsportalen sind überwiegend sehr positiv, die Nachfrage nach Zimmern entsprechend hoch.

Die Zimmer des Nordkirchener Hostels verfügen über kleine Küchen.

Die Zimmer des Nordkirchener Hostels verfügen über kleine Küchen. © Thomas Aschwer

Die Auslastung habe bis zum Ausbruch der Coronakrise bei „hohen 70 Prozent“ gelegen. „Das Objekt macht Spaß - auch wirtschaftlich“, sagt Karsten Meinke. Der ist ihm auch in den vergangenen Wochen nicht vergangen. Das Hostel Nordkirchen mit seinen 10 Zimmern hat von der Regelung profitiert, dass durchgängig Zimmer an die Menschen vermietet werden durften, die aus beruflichen Gründen unterwegs sind.

Monteure und andere Handwerker sind die mit Abstand stärkste Gruppe der Hostel-Gäste. Aber auch die Hochschule für Finanzen hat hier drei Einzelzimmer angemietet. Allerdings sind die Studenten aktuell nicht vor Ort. Weil auch touristische Gäste in den vergangenen Wochen nicht kommen konnten, wird das Hostel in diesem Jahr wohl „keinen großen Gewinn machen“.

Nordkirchener Konzept ist Vorbild für neues Hostel in Hamm

Das Konzept funktioniert nach Einschätzung von Meinke zu 100 Prozent. Er übernimmt es deshalb mit kleinen Abstrichen ein neues Hostel in Hamm, das im Juni an den Start gehen soll. Während in Nordkirchen alle Zimmer über Dusche und WC verfügen, wird es in Hamm zentrale sanitäre Anlagen geben.

Mit der Buchung erhält der Gast einen Zahlencode. Der reicht, um ins Zimmer zu kommen.

Mit der Buchung erhält der Gast einen Zahlencode. Der reicht, um ins Zimmer zu kommen. © Thomas Aschwer

Während Meinke der Neu-Eröffnung entgegenfiebert, ist der Fachmann für Immobilienverwaltung und -vermietung in Nordkirchen bereits ein Stück weit heimisch geworden. Neben einem Büro in Werne hat er im Hostel ein zweites Büro eingerichtet. Das Objekt in Nordkirchen ist in den vergangenen drei Jahren eine Erfolgsgeschichte geworden.

Vor allem aber eine Herzensangelegenheit. Meinke ist begeistert von den Kontakten mit den Gästen. Obwohl er nicht notwendig wäre. Mit der Buchung erhalten sie einen Code, mit dem sie die Zimmertür öffnen können.

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