Rose Falke zeigt es an: Etwa bis zum Bauchnabel stand das Wasser 2016 in ihrem Keller in Nordkirchen. Die Schäden sind noch nicht alle behoben. Nun lief der Keller erneut voll. © Günther Goldstein
Versicherung

Nordkirchener Regenopfer: Versicherung zahlt Schaden im Keller nicht

Rose Falke hat eine umfassende Elementarschadenversicherung für ihr Haus in Nordkirchen abgeschlossen. Doch diese zahlt nicht, obwohl der Keller der Familie vollgelaufen ist.

Die Regenfälle vom 14. Juli haben für viele Schäden an Gebäuden gesorgt. Betroffen war auch Rose Falke. Bei der Nordkirchenerin stand das Wasser im Keller. Doch das fiel der alleinerziehenden Mutter erst einen Tag nach dem großen Regen auf.

Vermutung: Wasser drückte durch die Bodenplatte

Das Wasser hatte sich den Weg nicht durch Fenster oder Kellerabgang gebahnt. Falke vermutet, dass das Grundwasser gestiegen und sich so durch die Bodenplatte gedrückt hat. Beweisen könne sie das aber nicht.

Und obwohl sie eine hochdotierte Elementarschadenversicherung mit 1000 Euro Selbstbeteiligung abgeschlossen hat, wird Falke wohl auf den Kosten für die Renovierung sitzen bleiben. Wie hoch die finanzielle Belastung werden wird, kann die Mutter dreier Kinder noch nicht abschätzen. Die Versicherung, die Falke nicht beim Namen nennen möchte, möchte den Schaden jedenfalls nicht übernehmen.

Noch immer ist der Keller von Rose Falke nach dem Wassereintritt nass.
Noch immer ist der Keller von Rose Falke nach dem Wassereintritt nass. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Die Versicherung hat eine andere Vermutung, woher das Wasser gekommen ist. Sie ist der Meinung, dass das Wasser durch die Wände gesickert ist. Sie argumentiert mit einem Vorfall aus dem Jahr 2016. Damals stand ebenfalls Wasser im Keller – auch die Wände waren nass. Nach einer Leckageortung war für die Versicherung klar: Es habe einen Wasserschaden an den Wänden gegeben, sodass der Keller vollgelaufen ist.

Für den Schaden kam die Versicherung nicht auf. Die Renovierung musste Familie Falke eigenständig bezahlen. Bis heute ist diese deshalb nicht vollständig abgeschlossen. Die Versicherung vermutet deshalb, dass der Schaden an der Wand immer noch besteht.

Protokoll der ersten Leckageortung scheint unvollständig

Dabei wisse die Familie nicht, um welche Schadensart es sich handelt und an welcher Wand sich dieser befinden soll. Das Protokoll der damaligen Leckageortung helfe ebenfalls nicht weiter. Erst kürzlich habe Rose Falke das Dokument eingefordert und gesehen, dass Angaben fehlen.

So seien beispielsweise keine Daten eingetragen, die auf den Wasserdruck in den Leitungen hinweisen. Ob das Wasser wegen eines Lecks in einem Rohr oder sogar durch einen Riss in der Wand kam, sei nicht ersichtlich. „Wir haben dieses Protokoll auch nicht unterschrieben“, sagt Falke.

Somit steht Aussage gegen Aussage: Die Nordkirchenerin hat nun eine Firma beauftragt, eine Leckageortung durchzuführen. So soll festgestellt werden, wie und an welcher Stelle das Wasser in das Gebäude gelangt ist. Beginnen soll die Ursachenforschung am Ende der Woche.

Falke ärgert vor allem eine Aussage der Versicherung, als sie die Elementarschadenversicherung abgeschlossen hat: „Man sicherte mir zu, dass ich mich nicht besser versichern könne. Jetzt frage ich mich, warum wir keine Hilfe von der Versicherung bekommen. Müssen Versicherungen umdenken und ihre Angebote anpassen, wenn solche Unwetter häufiger auftreten?“

Versicherung greift bei berechtigtem Anspruch

Stephen Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sagt diesbezüglich: „Eine Elementarschadenversicherung greift, wenn ein berechtigter Anspruch besteht. Die Versicherung kann nicht sagen, dass sie beispielsweise bei häufigen Starkregenschäden nicht zahlt.“

Er erklärt weiter, dass eine Elementarschadenversicherung meist in sechs verschiedenen Situationen greife: Schneedruck, Lawinen, Erdbeben, Erdsenkung, Starkregen und Hochwasser. Schäden durch Grundwasser seien daher meist nicht versichert. „Aber die Anbieter können in ihre Versicherungen aufnehmen, was sie meinen.“ Familie Falke wird daher zunächst auf das Ergebnis der Leckageortung und dann auf das abschließende Urteil der Versicherung warten müssen.

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