Notunterkunft für Flüchtlinge schließt Ende Juni

Mitarbeiter verlieren Jobs

Landesweit sollen die Notunterkünfte für Flüchtlinge im Sommer schließen. Auch für die Unterkunft im Hallenbad in Nordkirchen gibt es nun ein festes Datum für die Schließung. Bis zum 30. Juni sollen alle Flüchtlinge dort ausgezogen sein, hat die Bezirksregierung Münster nun bestätigt. Das hat Auswirkungen für die Mitarbeiter.

NORDKIRCHEN

, 12.04.2016, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Notunterkunft im Hallenbad Nordkirchen wird zum 30. Juni geschlossen.

Die Notunterkunft im Hallenbad Nordkirchen wird zum 30. Juni geschlossen.

Die Gemeinde Nordkirchen hat vor einer Woche die Nachricht bekommen, dass Ende Juni Schluss ist für die Notunterkunft. Nun muss die Gemeinde wieder mit der Zuweisung von kommunalen Flüchtlingen rechnen. „Wir sind da nicht blauäugig“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit mehreren Wochen bereite sich die Gemeinde darauf vor, bald wieder selbst Flüchtlinge unterzubringen.

Es gebe eine Übergangsfrist von etwa vier Monaten nach Schließung der Notunterkunft, in der es nur beschränkt Zuweisungen gebe. Danach wolle die Gemeinde vorbereitet sein, so Bergmann. Doch wie viele Flüchtlinge werden kommen? Das sei die „schwierige Frage“.

Mittel für Neubauten vorhanden

„Wir versuchen, einen Mittelweg zu finden“, sagt Bergmann. Auf der einen Seite habe die Gemeinde noch Kapazitäten. Etwa hat sie ein Haus in Südkirchen gekauft, das erst zum Teil bezogen ist. Dort gebe es einen Puffer von 20 freien Plätzen. Auf der anderen Seite wolle die Gemeinde neue Kapazitäten schaffen. Dafür, auch für Neubauten, sind auch Mittel im Haushalt bereitgestellt.

Eines sei allerdings klar: „Bewährt hat sich das Konzept der dezentralen Unterbringung“, so Bergmann. Die Gemeinde will die fest zugewiesenen Flüchtlinge weiter in Wohnungen unterbringen, nicht in Großunterkünften.

10.000 Euro bekommt Nordkirchen inzwischen pauschal vom Land für jeden Flüchtling. Ob das für die tatsächlichen Kosten ausreicht, könne man im Einzelfall nicht voraussagen, so Bergmann. Aber das sei schon eine deutlich gestiegene Kostendeckung. Derzeit decke die Pauschale ohne Personalkosten 83 Prozent der Kosten der Gemeinde.

Zukunft des ehemaligen Hallenbads ungewiss

Wie es für das Gebäude, das der Gemeinde gehört, weitergeht, steht noch nicht fest. Zurzeit sei keine Nutzung für das ehemalige Hallenbad vorgesehen, so Bergmann. Die Gemeinde plane aber, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, wie das Hallenbad genutzt werden könnte. Zu beachten ist dabei, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Genauso wie die Mensa daneben, die dem Land gehört. Gemeinde und Finanzministerium werden sich abstimmen, wie die Gebäude künftig genutzt werden können, so Bergmann.

Auch DRK-Vorstand Christoph Schlütermann bestätigte das Datum der Schließung. „Es war von Beginn an klar, dass es diese Notunterkunft nur für eine gewisse Zeit geben wird“, so der Vorstand. Deshalb seien mit den Mitarbeitern, die in Nordkirchen tätig sind, Zeitverträge geschlossen worden. „Mit der Schließung der Unterkunft enden auch die Verträge.“ Wie Schlütermann erklärte, seien 15 Mitarbeiter des DRK, unter ihnen auch Teilzeitkräfte, von der Schließung betroffen. Es tue ihm leid, aber diese Mitarbeiter müssten sich einen neuen Job suchen.

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