Parken in Nordkirchen: Private Parkkontrolle für Aldi-Parkplatz könnte kommen

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Supermarkt-Parkplätze sind für Kunden da. Doch nicht alle Autobesitzer halten sich daran. Parkplatzbesitzer setzen daher vermehrt auf private Dienste. Auch in Nordkirchen könnte das kommen.

Nordkirchen

, 16.11.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Knöllchen auf dem Supermarktparkplatz, eingetrieben von privaten Sicherheitsunternehmen. Neu ist dieses Konzept längst nicht mehr. Vor allen Dingen in Großstädten setzen Parkplatzbesitzer bekannter Supermarktketten schon seit Jahren auf solche Dienste. Die geben Acht, dass keine Kunden dort stehen, die nicht einkaufen - oder verteilen Knöllchen wenn zum Beispiel die Parkscheibe nicht im Auto liegt.

Aufgestellte Schilder halfen nicht

In Nordkirchen gibt es solch eine Praxis noch nicht. Noch muss man sagen, denn Ludger Kappenberg, Eigentümer des Geländes am Mühlenpark, denkt für den Parkplatz am Aldi darüber nach. „Nachdem an der Schloßstraße die ganzen Parkplätze weggebrochen sind, parken viele Angestellte, die vorher dort geparkt haben, nun bei uns“, sagt Kappenberg und klingt unüberhörbar verärgert. Schon seit Jahren gehe das so. Zwischenzeitlich hätten auch viele Studenten der Fachhochschule für Finanzen dort geparkt, „das hat sich aber gelegt“, sagt Kappenberg.

In der Vergangenheit hat Kappenberg bereits Schilder auf dem Gelände aufgestellt „Nur für Kunden“ steht dort. Wirklich etwas bringen würde das aber nicht. Es gebe nur „den ein oder anderen“, der mal eine Parkscheibe in sein Auto legt.

Kleiner „schwarzer Kasten“ schon im Einsatz in Olfen und Datteln

Aldi hatte ihn nun auf eine Lösung aufmerksam gemacht, wie sie auch in Datteln oder Olfen zum Einsatz kommt: Ein kleiner schwarzer Kasten auf dem Parkplatz registriert, wenn dort ein Auto abgestellt wird.

Wird die zulässige Parkdauer überschritten - in diesem Fall wären das zwei Stunden - kommt der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma und überprüft das geparkte Auto. Der bringe dann eine Zahlungsaufforderung gut sichtbar am Fahrzeug an und notiere dann das Kennzeichen des Fahrzeugs, ohne den Halter zu ermitteln, erklärte Aldi den Vorgang unserer Redaktion gegenüber.

Entschieden, ob er zu dieser Lösung greifen will, hat sich Kappenberg aber noch nicht. „Da sind wir noch nicht an die entsprechende Firma herangetreten“, sagt er. Er hofft stattdessen auf ein Entgegenkommen der Gemeinde. „Ich hoffe, dass die Gemeinde ein Einsehen hat und die Kontrollen des Ordnungsamtes auf diesen Bereich ausweiten kann“, sagt Kappenberg.

Rechtliche Fragen müssen geklärt werden

Das ist aber keineswegs so einfach, wie sich der Grundstückseigentümer das vorstellt, sagt Mechtild Kammert von der Gemeinde Nordkirchen. „Rechtlich müsste das geklärt werden“, sagt Kammert. Es handele sich hier schließlich um ein Privatgrundstück und das Ordnungsamt ist nur für Flächen der Gemeinde zuständig. Dort verteile das Ordnungsamt dann auch Knöllchen nach Bußgeldordnung, sagt Kammert. Ein privater Betreiber hingegen könne die Höhe des Bußgeldes selbst festlegen.

Parken in Nordkirchen: Private Parkkontrolle für Aldi-Parkplatz könnte kommen

So sehen die kleinen Kästen aus, die auf dem Parkplatz die Parkdauer ermitteln. Dieser hier steht auf dem Aldi-Parkplatz in Olfen. © Thomas Aschwer (Archiv)

Auch den Vorschlag Kappenbergs, die Stadt solle entsprechende Schilder am Schloßgraben, an der Post und an der Mühle aufstellen, schließlich sei das Gelände im Mühlenpark so verwinkelt, dass er eigentlich einen „Schilderwald“ aufstellen müsste, kann Kammert zunächst nur zurückweisen. „Wir werden keine Spontanaktion starten“, sagt sie. Allerdings macht sie ein Angebot: „Wir sind gern zu Gesprächen bereit“, sagt sie.

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