Die Fläche der ehemaligen Textilfabrik Spahn an der Lüdinghauser Straße (Bildmitte) soll neu genutzt werden. © Oskar Neubauer (A)
Ehemalige Strickwarenfabrik

Pläne für neue Wohnungen, Gewerbe und mehr an der Lüdinghauser Straße

Auf der Fläche der früheren Strickwarenfabrik Spahn an der Lüdinghauser Straße könnte sich bald etwas tun. Es gibt Pläne, die Gewerbefläche neu zu gestalten. Für unterschiedliche Nutzungen.

Das Grundstück, auf dem die ehemalige Strickwarenfabrik Spahn und das spätere Textilunternehmen Aspa untergebracht waren, soll umgestaltet werden. Die entsprechenden Pläne werden in der anstehenden Ausschussrunde, beginnend mit der Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und gemeindliche Entwicklung am 15. Juni der Nordkirchener Politik vorgestellt.

Seit der bis 1988 dort ansässige Strickwarenbetrieb die Produktion in Nordkirchen eingestellt hat, sei es nicht gelungen, in den Hallen neues Gewerbe dauerhaft anzusiedeln, begründet die Gemeindeverwaltung in den Unterlagen für die Ausschusssitzungen. Jetzt gebe es einen Interessenten, der auf der rund 14.000 Quadratmeter großen Fläche eine Entwicklungsperspektive sehe, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage dieser Redaktion weiter erläutert.

Was der Politik jetzt vorgelegt wird, ist erst einmal ein Entwicklungskonzept, quasi ein erster Vorschlag, wie das Grundstück genutzt werden könnte.

Zwei Varianten hat das Düsseldorfer Fachbüro ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH im Auftrag von Eigentümer und Interessent erstellt. Beide Varianten sehen eine Mischung von Wohn- und Gewerbenutzung vor, allerdings in unterschiedlichen Verteilungen.

Variante 1:

Die erste Variante gibt eine klare Trennung von Wohneinheiten im größeren, östlichen Teil der Gesamtfläche vor. In beiden Varianten soll übrigens das ehemalige Bürogebäude, in dem Jetzt die Tierarztpraxis untergebracht ist, erhalten bleiben. „Der nordwestliche und westliche Teil des Geltungsbereiches könnte als eingeschränktes Gewerbegebiet nach § 8 BauNVO und der östliche und südöstliche Teil als Allgemeines Wohngebiet nach § 4 BauNVO ausgewiesen werden“, heißt es in dem Entwicklungsplan. Beide Teile könnten durch einen Grünstreifen voneinander getrennt sein, der von der Lüdinghauser Straße runter zur Aspastraße in einem Zickzack führt. Das Verhältnis von Wohn- zu Gewerbefläche wäre in dieser Variante 8800 Quadratmetern Wohnen ca. 3500 Quadratmetern Gewerbe.

Variante 2:

Die zweite Variante würde beide Nutzungen stärker durchmischen. Ein Großteil der Fläche würde als Mischgebiet geplant mit einem im Vergleich zur ersten Variante kleineren Abschnitt, der als reine Wohnnutzung für zwei Mehrfamilienhäuser vorgesehen wäre. Mit 75 bis 80 Wohneinheiten wäre laut Fachbüro bei dieser Planung zu rechnen – aufgeteilt in fünf Einzelgebäude unterschiedlicher Größen und Gestaltungen. Im Vergleich zur ersten Variante kommt der zweite Vorschlag auf ein Verhältnis von 1500 Quadratmetern für Wohnbebauung zu 10.700 Quadratmetern Mischgebiet.

Ebenfalls Teil beider Varianten ist ein möglicher Standort für eine Förderschule der Jugendhilfe Werne. Bereits seit 2019 plant die Jugendhilfe „an zwei Standorten – in Werne und einem Ort im Südkreis Coesfeld – jeweils eine Förderschule mit den beiden Schwerpunkten ‚Lernen‘ und ‚Emotionale und soziale Entwicklung‘ für die Primar- und Sekundarstufe zu gründen“, heißt es auf der Homepage. Einen genauen Standort, wo der zweite Standort der Förderschule neben Werne realisiert werden soll. Zuletzt war die Stadt Lüdinghausen Favorit. Nachdem die dort angesiedelte Astrid-Lindgren-Schule geschlossen wurde, war gerade im Südkreis eine Versorgungslücke bei den Förderschulen entstanden.

Auf Anfrage macht Bürgermeister Dietmar Bergmann allerdings deutlich, dass es sich bei den jetzigen Plänen nur um eine potenzielle Fläche für den Schulstandort handle und nicht um konkrete Ausführungen.

Ebenfalls offen sei, was die Pläne für das Fitnessstudio im südlichen Teil der Fläche bedeuten. Für die neuen Gebäude müssten die bestehenden Hallen abgerissen werden. In welchem Umfang liege beim Investor, so Bergmann.

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Redaktion Selm
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Karim Laouari

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