Das Schloss Nordkirchen ist ein beliebter Drehort für Filmaufnahmen und Werbespots. Auch für den Film „Smaragdgrün“ liefen Dreharbeiten am Schloss. © Sebastian Reith (Archiv)
Dreharbeiten am Schloss Nordkirchen

Profitiert die Gemeinde Nordkirchen von Filmaufnahmen am Schloss Nordkirchen?

Die aktuellen Dreharbeiten am Schloss Nordkirchen zum Film „Spencer“ mit Kristen Stewart sind der bisherige Höhepunkt in einer Reihe von Filmdrehs dort. Profitiert die Gemeinde Nordkirchen davon?

Es sind schon einige Dreharbeiten im und am Schloss Nordkirchen gelaufen. „Smaragdgrün“ zum Beispiel. Oder „Berthold Beitz – ein unruhiges Leben“. Oder „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Das sind sichtbare Beweise dafür, dass das Schloss Nordkirchen ein attraktives Ziel ist. Nun sind Filmcrews und alle, die mit Filmproduktionen zu tun haben, ja eher eine verschworene Gemeinschaft, die unter sich bleibt. Kann denn aber die Gemeinde Nordkirchen auf irgendeine Art und Weise von solchen Ansammlungen von Stars und Sternchen profitieren?

„Natürlich profitiert die Gemeinde Nordkirchen von internationalen Filmaufnahmen, die hier stattfinden“, sagt Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann. „Wir haben hier ja öfter Filmaufnahmen.“ Es habe ja auch mal eine Autowerbung gegeben, die auch am Schloss Nordkirchen gedreht wurde und wo Delfine virtuell im Schlosspark hochgesprungen seien. „Da haben uns so viele Leute drauf angesprochen. Das zeigt, dass so was hängen bleibt.“ Für den Ort Nordkirchen sei es super, wenn solche Aufnahmen tatsächlich stattfinden.

So etwas habe einen Marketingeffekt, „der aber natürlich nicht messbar ist“, erklärt der Bürgermeister. Was aber durchaus messbar wäre, sind Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Kann die Wirtschaft (Hotels, Restaurants, Gaststätten) in Nicht-Corona-Zeiten davon profitieren? Etwa davon, dass Darsteller und Filmteams in Nordkirchen übernachten oder essen gehen? Ist das in der Vergangenheit schon mal vorgekommen? „Im Vorfeld der aktuellen Dreharbeiten kam die Anfrage, ob wir Übernachtungsmöglichkeiten für das Produktionsteam haben“, berichtet Bergmann. „In dem Umfang, wie es erforderlich war, haben wir die aber nicht.“ In der Vergangenheit hätten die Filmteams das dann immer auch mit der Hochschule für Finanzen als Eigentümerin des Schlosses geklärt und sich selber Unterkünfte gesucht.

Neues Hotel könnte Filmcrew aufnehmen

Nun könnte sich die Unterkunftssituation in Nordkirchen für größere Gruppen wie die Filmteams bald ändern. „Das neue Hotel, das gebaut wird, wäre eine adäquate Belegung gewesen.“

Auch wenn das noch nicht realisierbar ist: Die Gemeinde Nordkirchen hat aber durchaus Berührungspunkte mit dem Filmteam der aktuellen Dreharbeiten zum Film „Spencer“ im und am Schloss Nordkirchen: „Wir haben ja als Gemeinde das Hygienekonzept geprüft“, berichtet Dietmar Bergmann. „Das ist sehr professionell und absolut den Coronabedingungen entsprechend erstellt worden.“ Es habe die Gemeindespitze auch beruhigt, dass die Dreharbeiten so professionell angegangen werden, auch mit Hinblick auf das Infektionsgeschehen.

Nun sind ja Wege im Schlosspark Nordkirchen gesperrt worden und die Zugänge zum Innenhof werden von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma bewacht. Unter Passanten hat es schon Unmut gegeben. Es seien doch öffentliche Wege, die man nicht einfach sperren könne, heißt es. Wie sieht das der Nordkirchener Bürgermeister? „Das ist kein öffentlicher Bereich in dem Sinn; das ist ein Privatgelände des Landes Nordrhein-Westfalen“, antwortet Bergmann. „Der Hauseigentümer kann durchaus entscheiden, dass er es absperrt oder die Tore schließt.“ Die Gemeinde sei da in enger Abstimmung mit der Hochschule für Finanzen. „Die Hochschule will das Geschehen im Schlosspark beobachten.“ Die Befürchtung bei der Produktionsfirma sei aber, dass es einen Massenansturm von Filmfans geben könne.

Bürgermeister: Eigentümer kann Schlosspark sperren lassen

Das Land NRW sehe zwar seine Verpflichtung, den Park der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. „Aber in solchen Situationen kann der Eigentümer durchaus den Park oder den Innenhof schließen. Das ist rechtlich ganz sauber.“

Auch die Sperrungen zu den aktuellen Dreharbeiten sind also im rechtlich zulässigen Rahmen. Die für die nationale Pressearbeit für den Film, „Spencer“ zuständige PR-Agentur hatte der Redaktion gegenüber erklärt, dass die Sicherheit der Teammitglieder und die reibungslose Durchführung der Dreharbeiten allerhöchste Priorität haben. Hollywoodstar Kristen Stewart und die anderen möchten also unbehelligt drehen.

Andernorts ist es durchaus üblich, dass sich prominente Gäste in Goldene Bücher der Kommunen eintragen. Gibt es so etwas wie ein Goldenes Buch bei der Gemeinde, in die sich Stars und andere hochkarätige Gäste eintragen? „Nein, wir haben kein Goldenes Buch“, antwortet der Bürgermeister. „Es gab mal ein Goldenes Buch. Das ist aber über Jahre nicht weitergeführt worden. Ich habe es bei meinem Amtsantritt auch nicht weitergeführt.“ Es gebe aber durchaus Überlegungen, mit der Inbetriebnahme des neuen Hotels wieder ein Goldenes Buch einzuführen. Internationale Gäste gäbe es ja durchaus nicht selten, wie auch die aktuellen Dreharbeiten zum Film „Spencer“ zeigen. Für eine Unterschrift der Hauptdarstellerin, die weltbekannte US-Schauspielerin Kristen Stewart, kommt das allerdings aktuell zu spät.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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