Protest: Kinder mit Förderbedarf nicht für mehr als eine Stunde in den Bus stecken

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Wenn es um die Zukunft der Förderschulen im Kreis Coesfeld geht, kochen die Emotionen weiter hoch. Jetzt steht eine klare Forderung im Raum.

Nordkirchen

, 20.05.2019, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei allem Bemühen um eine sachliche Auseinandersetzung setzte Bürgermeister Dietmar Bergmann in der jüngsten Ratssitzung doch ein Ausrufezeichen. Er habe mit Fachleuten über Schulwege von Förderschülern gesprochen. Und die klare Aussage sei gewesen, dass die Fahrzeit maximal eine halbe Stunde lang sein sollte. Eine Vorgabe, die beim aktuellen Konzept des Kreises Coesfeld nicht erreicht werden kann.

Schule zieht im Sommer von Lüdinghausen nach Nottuln um

Wenn – wie geplant – mit Beginn des Schuljahres 2019/20 die Förderschüler auch aus dem Südkreis von Lüdinghausen nach Nottuln wechseln, werden die Mädchen und Jungen mit besonderem Förderbedarf eine Stunde am Morgen und eine Stunde am Nachmittag im Bus sitzen. Mindestens.

Für Bürgermeister Bergmann spielt dabei keine Rolle, dass es aktuell „nur“ zwei Nordkirchener Kinder betrifft.

Das könne mit Beginn des neuen Schuljahres ganz anders aussehen, sagte der Bürgermeister in der Ratssitzung am Donnerstag. Dann könnten mehr Kinder betroffen sein. Für Maria Wellmann von der CDU steht ohnehin fest, dass die Förderschule in Lüdinghausen „unbedingt erhalten bleiben muss“. Nach aktuellem Stand wäre dies jedoch maximal als Teilstandort möglich.

Bergmann sagt: Es geht mir nicht um die Lehrer, sonder um die Schüler

Die Entscheidung zur Verlagerung der Astrid-Lindgren-Schule von Lüdinghausen nach Nottuln ist im Kreis längst gefallen. Und die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude sind so weit fortgeschritten, dass der Umzug im Sommer vollzogen werden kann.

Während Uta Spräner (Grüne) im Rat keine Alternative zum Umzug sah und einen Teilstandort mit Blick auf die Lehrer kritisch sah, setzte Dietmar Bergmann andere Prioritäten. „Es geht mir nicht um die Lehrer, sondern um die Schüler.“ Der Beifall fast des gesamten Rates machte deutlich, dass dies keine Einzelmeinung ist.

Bitte an den Kreis: Noch keine Fakten schaffen

Gleichwohl rief Dietmar Bergmann dazu auf, die Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung auf Kreisebene abzuwarten. „Sie läuft auf Hochdruck.“ Gleichwohl will die Nordkirchener Gemeindeverwaltung die Bitte an den Kreis richten, nicht vor Vorstellung und Beratung der Pläne Fakten zu schaffen.

Das Ziel ist also klar. Solange der Prozess nicht abschlossen ist, soll der Kreis die Astrid-Lindgren Schule nicht leerräumen und aufgeben, schon gar nicht verkaufen.

Gerade aus Sicht der CDU sind die Abläufe beim Kreis alles andere als optimal gelaufen. Maria Wellmann hätte sich gewünscht, dass zunächst eine Schulentwicklungsplanung erstellt worden wäre und erst dann eine Entscheidung über die Astrid-Lindgren-Schule gefallen wäre. Dafür ist es aber zu spät, für ein Angebot im Südkreis allerdings noch nicht.

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