Noch endet der Fahrradweg an der Kreisstraße 2 Richtung Selm kurz hinter der Mühle Rath. Bald soll er weiter ausgebaut werden. Genau so wie ein Radweg Richtung Ottmarsbocholt. © Karim Laouari (Archiv)
Radwegeprogramm

Radwege nach Selm und Ottmarsbocholt: Nordkirchen trifft Entscheidung

Die Nordkirchener Politik hat ein eindeutiges Signal Richtung Kreis Coesfeld geschickt, um die Sicherheit von Radfahrern zu verbessern. Es geht um zwei neue Radwege. Und um weitere Perspektiven.

Der Kreis Coesfeld erwartet eine Aussage, welche der insgesamt geplanten Radwegebaumaßnahmen an Kreisstraßen aus Sicht der Gemeinde Nordkirchen hohe Priorität haben und möglichst innerhalb der nächsten fünf Jahre realisiert werden sollen. Diese Aussage liegt jetzt vor. Und sie ist eindeutig.

Einstimmig hat der Rat der Gemeinde Nordkirchen am Donnerstag, 17. Dezember, beschlossen, dem Kreis Coesfeld zwei Radwegemaßnahmen dringend ans Herz zu legen, damit sie möglichst schnell und mit höchster Priorität realisiert werden können. Es handelt sich um einen Radweg von Nordkirchen Richtung Selm in Verbindung mit dem Ausbau der Fahrbahn bis zur Kreisgrenze Unna sowie um einen Radweg von Nordkirchen Richtung Ottmarsbocholt (bis zur B 58). Diese beiden Radwege haben nach Auskunft der Gemeindeverwaltung, die sich auf Mitteilungen der Kreisverwaltung bezieht, hohe Aussicht auf Förderung in 2021/22 und sollten daher auf jeden Fall weiterverfolgt werden.

Zur Förderung angemeldet sei auch ein Radweg von Capelle bis zur Kreisgrenze Unna. Der habe aus Sicht der Verwaltung nach den beiden anderen Radwegemaßnahmen dann die nächste Priorität.

Für die CDU begrüßte Thomas Quante den Vorschlag der Verwaltung bezüglich der Maßnahmen, die Nordkirchen betreffen, kritisierte aber auch, dass das Radwegebauprogramm des Kreises Coesfeld „sehr übersichtlich“ gewesen sei. Bauamtsleiter Josef Klaas teilte diese Meinung, erklärte aber auch, dass es in den letzten Jahren vom Land NRW nur ein bestimmtes Budget gebe, das auf die Kreise verteilt werde. „Am Ende kommen dann pro Jahr ein bis zwei Maßnahmen im Kreisgebiet Coesfeld in die Förderung.“

Es gibt weitere Lücken

Aus Sicht der SPD sei neben der derzeitigen Priorisierung wichtig, dass auch der Radweg zwischen Capelle und der Kreisgrenze Unna danach gebaut werden müsse, erklärte Gereon Stierl. Und noch etwas sei wichtig: zu signalisieren, dass es ja auch eine Radweglücke zwischen der Grenze des Kreises Coesfeld und der Kreuzung am Hellweg-Baumarkt in der Nachbarstadt Selm gebe. Eine weitere Lücke gebe es zudem zwischen Südkirchen und Cappenberg. „Beides sind Abschnitte, die im Kreis Unna liegen“, betonte Bürgermeister Dietmar Bergmann. Bezüglich des Teilstücks zwischen der Kreisgrenze und der Hellweg-Baumarkt-Kreuzung gebe es Gespräche mit der Stadt Selm. Auch der Lückenschluss zwischen Südkirchen und Cappenberg sei sehr wichtig für die Gemeinde Nordkirchen. Es gebe Hinweise, dass, wenn an der Kreuzung Werner Straße/Cappenberger Damm ein Kreisverkehr gebaut werde, auch der Bau des Radwegs nach Südkirchen an der Reihe sei.

Gibt es denn auch Chancen auf einen Radweg-Anschluss von Südkirchen nach Capelle? Diese Frage stellte Uta Spräner für Bündnis 90/Die Grünen. Antwort des Bürgermeisters: Die Gemeinde Nordkirchen favorisiere nach den beiden Maßnahmen mit Priorität 1 und 2 als nächstes den Radweg zwischen Capelle und der Kreisgrenze Unna. „Von Südkirchen nach Capelle kann man ganz gut über Wirtschaftswege fahren.“ Erwiderung Uta Spräners: „Wirtschaftswege sind keine sichere Alternative zu Radwegen.“

Nordkirchener Eigenanteil: 435.000 Euro

Nun hoffen die Beteiligten in Nordkirchen also zunächst einmal auf zügige Umsetzung der Radwege Richtung Selm und Ottmarsbocholt. Grundvoraussetzung für die Aufnahme in das Kreisstraßenbauprogramm sind die Förderung der Maßnahme durch das Land und die Übernahme des Eigenanteiles durch die Gemeinde. Der aktuelle Fördersatz des Landes beträgt zurzeit 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die Gemeinde Nordkirchen bedeutet das folgende Eigenanteile: Der Radweg Richtung Selm kostet die Gemeinde 265.000 Euro; der Eigenanteil für den Radweg Richtung Ottmarsbocholt liegt bei 170.000 Euro.

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Arndt Brede

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