Rechtsanwalt klärt über die Chancen für große Windräder in Capelle auf

CAPELLE Rechtsanwalt Ralph Jurisch wurde von der Bürgerinitiative Beifang/Osterbauerschaft (BI) beauftragt, ihre Rechte zu vertreten. Er erläuterte auf einer Informationsversammlung am Mittwoch zu großen Windkrafträdern bei Simonsmeier die Chancen des Baus.

von Von Antje Pflips

, 19.03.2009, 16:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Josef Reckmann zeigt die möglichen Standorte der Windkrafträder. Auf der Informationsversammlung machte er dem voll besetzten Saal klar, dass der Bebauungsplan derzeit keine Errichtung von Windkrafträdern mit einer Größe von 150 Metern zulasse.   „300 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung oder zum nächsten Wirtschaftsweg sind schon sehr knapp kalkuliert“, äußerte er weiter. Für Windkrafträder dieser Größe bestünden Abstandsvereinbarungen von 700 bis 1500 Metern. „Damit hat sich dieses Problem ohnehin gelöst,“ meinte er. Auf die Zusagen der Politiker im Nordkirchener Rat, keiner Bebauungsplanänderung zuzustimmen, zählt die Bürgerinitiative.   Am aufgestellten Plan erläuterte Josef Reckmann die möglichen Standorte und gab einen Überblick über die Entwicklung der Protestbewegung. 

 Dr. Hans-Jürgen Schöhnhauser aus Nottuln schilderte seine Erfahrungen mit einem Windkraftrad in der Nähe seines Hauses. „Wir haben unser Schlafzimmer verlegt und die Sitzecke umgestellt,“ berichtete er. Besonders störend sei das allgegenwärtige, permanente Brummen der Motoren.  „Diese tiefen Töne lassen sich nicht durch Ohrstöpsel verhindern“. Das rote Licht in der Nacht und der Schattenschlag seien optisch als lästig bis extrem lästig einzustufen. Er verwies dabei auf das 2004 stattgefundene Umweltforum der Ärztekammer Niedersachsen, in dem von „Windrad-Mobbing“ gesprochen wurde.

Die BI hofft auf Einsicht der potenziellen Betreiber, ihr Vorhaben zu überdenken. Andernfalls scheue man sich auch nicht, vor Gericht zu ziehen, so Josef Reckmann.

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