Rettung für Spielplätze

NORDKIRCHEN Der Elternprotest hat gewirkt. Einen Spielplatzverkauf in der Gemeinde wird es (vorerst) nicht geben.

von Von Malte Woesmann

, 11.09.2007, 18:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch der Spielplatz Brink in Capelle stand auf der Liste der möglicherweise zu verkaufenden Spielplätze.

Auch der Spielplatz Brink in Capelle stand auf der Liste der möglicherweise zu verkaufenden Spielplätze.

Das war das Ergebnis, das gestern in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Sport und Freizeit gefasst wurde. Im Haushaltssicherungskonzept war festgeschrieben worden, durch den Verkauf dreier Spielplätze, 180 000 Euro zu erwirtschaften. Die Verwaltung hatte daraufhin eine Liste von Spielplätzen aufgestellt, die gut zum Verkauf geeignet wären. Als dies bekannt wurde, regte sich teilweise heftiger Protest innerhalb der Bevölkerung. „Das hat uns überrascht und sollte uns nachdenklich machen“, gab Gerrit Jütte (Grüne) zu bedenken. Das Haushaltssicherungskonzept dürfe nicht statisch sein, daher müsse man – auch aufgrund der zu erwartenden Steuermehreinnahmen – den Spielplatzverkauf neu überdenken. Ähnlich äußerte sich Theo Cortner für die CDU. Er regte jedoch an, den Spielplatzverkauf nicht vollständig beiseite zu schieben. Schon die demographische Entwicklung wird in ein paar Jahren dazu führen, dass über einen Verkauf von dann nicht mehr benötigten Spielplätzen nachgedacht werden muss. Dazu kommt, dass die Gemeinde mit 3,3 Spielplätzen pro 1000 Einwohnern die größte Dichte im gesamten Kreis Coesfeld hat. Bürgermeister Friedhard Drebing entgegnete, dass man sich nicht völlig von den zuvor einstimmig beschlossenen Vorschlägen im Haushaltssicherungskonzept verabschieden könne. Schon der Verkauf des Bürgerhauses wurde durch geplante Neuausweisungen von Baugebieten ersetzt.

Kommunalaufsicht

Wenn jetzt auch noch der Spielplatzverkauf verschwindet, würde irgendwann die Kommunalaufsicht auf den Plan gerufen werden. „Zudem werden wir auch durch die diesjährigen Steuermehreinnahmen nicht aus dem Haushaltssicherungskonzept heraus kommen“, so Drebing weiter. Trotzdem wollte die Verwaltung, auch wegen der Bürgerproteste, keinen Vorschlag mehr machen, welcher Spielplatz geschlossen werden soll. So bleibt es nun dabei, und die Gemeinde behält alle ihre 33 Spielplätze. 

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