Rhythmus kennt keine Behinderung

NORDKIRCHEN Auch Westfalen haben Rhythmus im Blut. Dies wird die 35-köpfige Samba-Truppe "La Mariposa" im Nordkirchener Karneval zum zweiten Mal unter Beweis stellen.

von Von Heidi Tripp

, 18.01.2008, 18:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Momentan proben die Musiker zwei Mal wöchentlich im JuNo, damit für den Umzug jeder Trommelschlag sitzt.

Das integrative Angebot für behinderte und nicht-behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene begann mit der Idee von Tito Urquidi-Guaron und Barbara Huesmann, Freizeitpädagogin der Kinderheilstätte. Auf einer Weiterbildungsveranstaltung der Universität Dortmund hatte sie den Dozenten für Trommelmusik Jean Kleeb kennen gelernt und ihn für ein Seminar eingeladen. Die Begeisterung für die brasilianischen Rhythmen schwappte sofort über und so hatte sich die Samba-Truppe schnell als offenes Freizeitangebot etabliert.

"Der Karneval in Nordkirchen ist traditionell auch mit behinderten Kindern, und bei der Samba haben alle Teilnehmer die Möglichkeit je nach Leistungsniveau ihr Können unter Beweis zu stellen", sagte die 43-Jährige.

Brasilianische Klänge

Bei der Probe steht der musikalische Leiter Axel Vieth mit Samba-Pfeife und Trommel in der Mitte und gibt die Einsätze der Instrumente vor. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, während die brasilianischen Klänge den Raum füllen.

Der elfjährige Angelo Lombardo macht mit, "weil es einfach Spaß macht." Aber auch Dominik Konert, Snare-Drum-Spieler, trommelt am liebsten mit Benjamin. Bei der 17-jährigen Verena Molkenthin ist es die Leidenschaft für das Djembe spielen, die sie veranlasste sich der Samba-Truppe anzuschließen. Seit einem halben Jahr ist sie dabei. "Jetzt macht es mir alles Spaß, egal ob ich ein Solo spiele oder wir alle gemeinsam trommeln", sagt der 19- jährige Alexander Höll.

"Schmetterlinge"

Dass sich die Samba-Crew "La Mariposa" nennt, zu Deutsch "Schmetterling", hat mit dem Tod von Tito Urquidi-Guaron zu tun. Der gebürtige Bolivianer lehrte den Hobbymusikern ein gleichnamiges Lied. "Tito zu Ehren werden wir in diesem Jahr einen bespielbaren Schmetterling mit einer Spannweite von vier Metern und die bolivianische Fahne mit uns führen", berichtet Axel Vieth.

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