Schutthaufen an der Schloßstraße: „Mount Noki“ ist bald Vergangenheit

mlzHaus Westermann

Der Schotterhügel an der Schloßstraße steht noch. Dahinter laufen aber die Vorbereitungen für den Neubau im Nordkirchener Ortskern. Architekt Thomas Buhl gibt eine Prognose für den Zeitplan.

Nordkirchen

, 02.05.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeit auf der Abriss-Stelle von Haus Westermann und der baldigen Baustelle für das neue Haus Mühlenstraße geht weiter. Viel zu sehen ist davon allerdings zurzeit noch nicht, denn im Moment dreht sich auf dem Platz an der Ecke Schloßstraße und Mühlenstraße alles um den Untergrund für das spätere Gebäude.

Im Gespräch mit der Redaktion erklärt der Architekt und Investor Thomas Buhl aus Schwerte, was auf der Fläche zurzeit passiert. „Schon beim Abbruch haben wir festgestellt, dass der Untergrund, wo zuletzt der Biergarten war, vermutlich in den 70er-Jahren aufgefüllt worden ist.“ Für eine gepflasterte Fläche sei das kein Problem gewesen, für ein Gebäude aber muss der Boden stabilisiert werden, so Buhl.

Bohrungsarbeiten auf dem Gelände, um Bodenbeschaffenheit zu analysieren

In den vergangenen Tagen hätten deshalb an der Stelle Erdbohrungen stattgefunden, um herauszufinden, welche Schichten unter der Baufläche liegen, beschreibt der Investor. Auf besondere Überraschungen seien die Fachleute zwar nicht gestoßen, allerdings habe sich bereits gezeigt, dass es sich in den oberen Schichten nicht um einen tragfähigen Boden handelt, berichtet Buhl.

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Damit daraus ein tragfähiger Boden wird, soll der Untergrund mit dem verfüllt werden, was auch Buhl mittlerweile mit einem Lachen „Mount Noki“ nennt: dem aufgearbeiteten Schotterhügel aus den Haus-Westermann-Überresten. Ob der gesamte Schotter ausreicht, sei noch nicht klar.

Ein Blick in den Boden unter dem Haus-Westermann-Gelände: „In den Bohrkernen ist der „Untergrund“ von Nordkirchen erkennbar: Unter Auffüllungen aus den 1970er-Jahren liegt in 1,50m Tiefe der ehemalige Mutterbodenhorizont und darunter der gewachsene Lehm. Bis auf dieses Niveau muss der Bodenaustausch erfolgen“, erklärt Architekt Thomas Buhl.

Ein Blick in den Boden unter dem Haus-Westermann-Gelände: „In den Bohrkernen ist der „Untergrund“ von Nordkirchen erkennbar: Unter Auffüllungen aus den 1970er-Jahren liegt in 1,50m Tiefe der ehemalige Mutterbodenhorizont und darunter der gewachsene Lehm. Bis auf dieses Niveau muss der Bodenaustausch erfolgen“, erklärt Architekt Thomas Buhl. © Thomas Buhl

Bis es so weit ist, müssten jetzt erst einmal die Bohrungen genau ausgewertet und die Ergebnisse in einem Bodengutachten aufgeschrieben werden, kündigt Buhl an.

„Mount Noki“ bleibt noch sechs bis acht Wochen stehen

Noch sechs bis acht Wochen würde „Mount Noki“ den Nordkirchenern also noch erhalten bleiben, schätzt der Architekt. Mit weiteren Verzögerungen habe das Projekt zuletzt nicht mehr zu kämpfen gehabt, sagt Buhl. 90 Prozent der behördlichen Arbeiten seien abgeschlossen, die Baugenehmigungen für beide Gebäude würden mittlerweile vorliegen - was einer der wichtigsten Schritte gewesen sei, erklärt der Architekt.

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Voraussichtlich im Sommer soll dann der Baubeginn für das erste der beiden neuen Gebäude sein, schätzt Thomas Buhl. In das neue Gebäude an der Mühlenstraße und der Schloßstraße soll im Erdgeschoss neben einer Mobilitätszentrale unter anderem auch die Tourist-Info einziehen. Darüber plant Buhl einen Nutzungsmix aus behindertengerechten Wohnungen und Wohnungen für Senioren. Diese unterschiedlichen Nutzungen haben dafür gesorgt, dass das Genehmigungsverfahren beim Kreis Coesfeld so lange gedauert hat.

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