Schwimmbad in Nordkirchen: Angebot für Schwimmer soll größer werden

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Seit fünf Jahren muss Nordkirchen ohne eigenes Schwimmbad auskommen. Ein neues ist in Planung, der Bau könnte bald beginnen. Die lange Wartezeit könnte am Ende belohnt werden.

Nordkirchen

, 30.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 2015 ist es eine der Fragen, wenn nicht sogar die Frage, die Bürgermeister Dietmar Bergmann den Nordkirchener Bürgern am häufigsten beantworten muss: „Wann bekommt die Gemeinde endlich wieder ein Hallenbad?“ Seit Jahren arbeitet die Gemeinde an einer Lösung, die sich seit der ersten Vorstellung im Jahr 2016 sehr verändert hat.

Rückblick: Im Juni 2015 verkündete der damalige Betreiber des Nordkirchener Hallenbads im Schlosspark, dass das Schwimmbad massiv renovierungsbedürftig sei. Um es weiterhin wirtschaftlich betreiben zu können, müsste erst eine größere Summe investiert werden, damit das Hallenbad wieder über eine zeitgemäße Ausstattung verfügt.

Zwei konkrete Ideen für das alte Hallenbad

Das Ergebnis: Der Vertrag zwischen der Gemeinde als Eigentümerin und der Aquapark GmbH & Co. KG als Betreiberin wurde aufgelöst. Das Hallenbad, das 2015 für einige Monate als Notunterkunft für Flüchtlinge diente, ist mittlerweile geschlossen. Die Gemeinde ist zurzeit mit zwei Interessenten im Gespräch, die das Gebäude im Schlosspark, das neben dem Schwimmbad auch eine Turnhalle beinhaltet, neu nutzen wollen.

Eine Idee sieht dabei exklusives Wohnen im Schlosspark vor, die andere will in dem Gebäude wieder ein Sportangebot unterbringen. Eine konkrete Entscheidung, welcher Vorschlag sich durchsetzt, steht noch aus. Die Verwaltung und die Nordkirchener Politik müssen zuvor noch die planerischen Grundlagen für die Umnutzung, sprich den Bebauungsplan für die Fläche, ändern. Dieser Schritt befindet sich gerade in der Umsetzung.

Gemeinde wollte zuerst selbst bauen

Und das neue Schwimmbad? Das wollte die Gemeinde zuerst selbst bauen: Ein zweckmäßiger Bau mit wenigen Bahnen, ohne Schnickschnack hätte es werden sollen. In den Niederlanden schauten sich Mitglieder der Verwaltung Schwimmbäder an, die dem beschriebenen Typ entsprechen.

Dann kam es anders, in Form eines Hotelbetreibers und Projektentwicklungsbüros, aus Hamburg, die in der Schlossgemeinde ein Vier-Sterne-Hotel mit über 120 Betten realisieren wollen. Teil des Projekts: ein neues Schwimmbad. Das war 2016 und in der Zwischenzeit ist das Projekt immer größer geworden. Auf der Fläche zwischen der Straße Am Gorbach und der Schloßstraße, direkt neben der Turnhalle der Gesamtschule kam kurz darauf eine Fortbildungseinrichtung für Finanzbeamte des Landes NRW hinzu.

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Als „großes Projekt“ beschreibt Bürgermeister Dietmar Bergmann diesen Neubau. Und das sei „nicht mal eben zu realisieren“, erklärt er im Gespräch mit der Redaktion weiter. Trotzdem sei ihm absolut bewusst, wie schmerzlich das Hallenbad in der Gemeinde fehlt. Nicht nur Vereinen, wie der DLRG-Ortsgruppe oder den Schulen, die seit Jahren für den Schwimmunterricht in Nachbarkommunen ausweichen müssen. Auch viele andere Nordkirchener Bürger würden sich das neue Schwimmbad herbeisehnen.

Mit dem Hotel sieht die Verwaltung außerdem eine riesige wirtschaftliche Chance für die Schlossgemeinde. Unter anderem soll der örtliche Handel von dem Hotel profitieren. Wie Bergmann erklärt, stelle das Hotel auch keine direkte Konkurrenz zu den bereits bestehenden Hotels in Nordkirchen dar. Neben Hochzeitsgesellschaften würden unter anderem Fortbildungsteilnehmer von Geschäftskunden, aber auch beispielsweise Golf-Touristen zu den Zielgruppen gehören.

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Nordkirchener Hoteliers blicken mit gemischten Gefühlen auf den Neubau. Auf eine Anfrage dieser Redaktion gab es durchaus auch deutliche Kritik an den Plänen, verbunden mit dem Zweifel, ob ein solch großes Hotel in Nordkirchen überhaupt genug Gäste haben kann, um wirtschaftlich zu sein.

Das Hallenbad ist derweil auf sieben 25-Meter-Bahnen angewachsen, wie Bergmann berichtet. Dazu soll es einen barrierefreien Zugang zum Schwimmbecken geben. Ebenfalls Teil des Neubaus sollen ein Lehrschwimmbecken, ein Wellness- und ein Fitnessbereich sein. „Das hätten wir so alleine nicht realisieren können“, sagt Bergmann. Der nächste Planungsschritt soll in der kommenden Ratssitzung am 20. August beschlossen werden. Der anvisierte Baubeginn soll 2021 sein.

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