Sechs Projekte, die 2018 in Nordkirchen wichtig werden

Jahres-Vorschau

Das neue Jahr ist nur noch etwas mehr als eine Woche entfernt. Zeit für einen Blick in die Zukunft: Was bringt das Jahr 2018? Besonders zwei Aspekte sollen im kommenden Jahr eine große Rolle spielen.

Nordkirchen

, 21.12.2017, 17:24 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Gemeindeverwaltung muss den Überblick behalten: Im kommenden Jahr stehen einige wichtige Projekte an, die sich auf das Leben, die Infrastruktur und die Zukunft der Schlossgemeinde auswirken werden

Die Gemeindeverwaltung muss den Überblick behalten: Im kommenden Jahr stehen einige wichtige Projekte an, die sich auf das Leben, die Infrastruktur und die Zukunft der Schlossgemeinde auswirken werden © Oskar Neubauer

Es könnte das Jahr der beiden großen „F“ werden: Familie und Finanzen. Beide Stichworte stehen ganz weit oben auf der Liste der Verwaltungspläne für 2018 von Bürgermeister Dietmar Bergmann. Diese und andere Pläne für Nordkirchen, Südkirchen und Capelle, die wichtig werden, haben wir in sechs Punkten zusammengefasst.

Die Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule.

Die Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule. © Foto: Tobias Weckenbrock

  • Die Familien sollen im kommenden Jahr noch weiter in den Fokus rücken, kündigt der Bürgermeister im Gespräch mit dieser Redaktion an. Die Gemeinde erneuert zurzeit ihr Zertifikat als „familiengerechte Kommune“. Teil dessen soll unter anderem der Plan sein, die Gesamtschule und die ausbildenden Betriebe im Ort stärker zu vernetzen. Viele Betriebe haben Probleme, Auszubildende zu finden; so manchem Schüler fehlt vielleicht der richtige Plan für die berufliche Zukunft – genau an dieser Stelle sollen die Verknüpfungen noch enger werden. Dieser Kontakt solle nicht erst beim Betriebspraktikum in der 8. oder 9. Jahrgangsstufe zustande kommen, sondern bestenfalls noch früher.

Seit Frühjahr 2017 läfut der Glasfaseausbau in der Schlossgemeinde.

Seit Frühjahr 2017 läfut der Glasfaseausbau in der Schlossgemeinde. © Beate Dorn

  • Das Glasfasernetz für alle Nordkirchener ist auf dem Weg (50 Prozent der Arbeiten im Ortsteil Nordkirchen sind bereits abgeschlossen). Jetzt hat die Gemeinde den nächsten Schritt im Blick: „Welche Chancen ergeben sich dadurch jetzt für uns?“, formuliert Bergmann die zentrale Frage. Dabei gehe es zum Beispiel darum, neue Unternehmen in der Schlossgemeinde anzusiedeln. Ein Glasfaser-Effekt sei bereits jetzt spürbar, sagt der Bürgermeister. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen sei groß. Mit Metalltechnik Herrendorf und dem neuen Waschpark hätten sich beispielsweise im Ortsteil Nordkirchen bereits zwei neue Unternehmen in der Schlossgemeinde niedergelassen. Und: Durch die bald moderne Breitband-Internetanbindung würden sich plötzlich mehr völlig neue Branchen als üblich für eine Ansiedlung interessieren. Namen will die Gemeinde – sofern die Verhandlungen positiv verlaufen – allerdings erst im kommenden Jahr verkünden.

Im November hat die Gemeinde das Baugebiet Rosenstraße West in Nordkirchen für Bauherren freigegeben.

Im November hat die Gemeinde das Baugebiet Rosenstraße West in Nordkirchen für Bauherren freigegeben. © Theo Wolters

  • Stark bleibt auch die Nachfrage bei den Baugebieten. Neben dem geplanten Gebiet Große Feld III neben der Weischerstraße und der Ermener Straße könnte die Gemeinde im kommenden Jahr Vorschläge für weitere Baugebiete in den drei Ortsteilen machen. Das sei der Auftrag der Politik an die Verwaltung, so Bergmann – und daran werde zurzeit auch gearbeitet. Das Beispiel, genossenschaftlichen Wohnraum im Baugebiet Große Feld III zu schaffen, zeigt, dass nicht mehr nur Platz für das Einfamilienhaus geschaffen werden soll. Genauso wichtig sei der bezahlbare Wohnraum in alternativen Wohnformen oder Mehrfamilienhäusern.

Auf dieser Fläche Am Gorbach, neben der Gesamtschule, soll das Hotel gebaut werden.

Auf dieser Fläche Am Gorbach, neben der Gesamtschule, soll das Hotel gebaut werden.

  • Der Fahrplan für das Am Gorbach und an der Schloßstraße geplante Hotel mit Hallenbad stehe, sagt Dietmar Bergmann. Heißt konkret: Am vergangenen Wochenende war die Verwaltungsspitze in Hamburg bei den Projektplanern. 2018 soll der Bauantrag gestellt werden.

Die Gemeinde prüft zurzeit das Angebot des Lippeverbandes, die Kanalbewirtschaftung der Schlossgemeinde zu übernehmen.

Die Gemeinde prüft zurzeit das Angebot des Lippeverbandes, die Kanalbewirtschaftung der Schlossgemeinde zu übernehmen. © Foto: Arndt Brede

  • Neue Unternehmen und Einwohner bringen der Gemeinde auch zusätzliche Einnahmen. Die Finanzen werden im kommenden Jahr wieder eins der bestimmenden Themen, kündigt der Bürgermeister an. Ein Thema, das zuletzt für Diskussionen sorgte, war dabei das Angebot des Lippeverbandes, für rund 40 Millionen Euro die Bewirtschaftung des Nordkirchener Kanalnetzes zu übernehmen. Dieses Angebot wird die Gemeinde 2018 weiter prüfen. „Das ist ein transparentes Verfahren, bei dem jeder Bürger jederzeit Fragen stellen kann“, erklärt Bergmann. Ansonsten gelte für den Gemeindehaushalt weiter die Devise der vergangenen Jahre: Mit dem Geld, das man zur Verfügung habe, will die Verwaltung weiter sparsam und nachhaltig umgehen.

Hinter der bestehenden Sporthalle der Gesamtschule wird die neue Sporthalle gebaut. Das Basketballfeld wird versetzt.

Hinter der bestehenden Sporthalle der Gesamtschule wird die neue Sporthalle gebaut. Das Basketballfeld wird versetzt. © Foto: Karim Laouari

  • Trotz Sparkurs wird weiter in die Infrastruktur investiert: So wird Capelle ein Dorfgemeinschaftshaus neben der Grundschule bekommen (Der Bauantrag wird Anfang 2018 eingereicht), Nordkirchen bekommt die dringend benötigte Einfeldsporthalle neben der Johann-Conrad-Schlaun-Schule. Ebenfalls im Ortsteil Nordkirchen wird der neue Kindergarten gebaut und auch Südkirchen soll einen weiteren Kindergarten gekommen.
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