So viel Geld aus dem Digitalpakt NRW kommt in Nordkirchen, Selm und Olfen an

mlzDigitalisierung an Schulen

Mehr als eine Milliarde Euro investiert das Land NRW in die Digitalisierung der Schulen. In Nordkirchen, Selm und Olfen zeigt sich aber: Der Digitalpakt deckt nur einen Teil des Nötigen ab.

Nordkirchen, Olfen, Selm

, 30.09.2019, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen 1.054.338.000 Euro bis zum Jahr 2024 aus dem vom Ministerium für Schule und Bildung aufgelegten Digitalpakt Schule bekommen. Das Geld soll der „Startschuss für eine bessere digitale Ausstattung unserer Schulen“ sein, verspricht das Land in einer Pressemitteilung von Anfang Mai 2019.

1,05 Milliarden Euro - diese Summe klingt groß. Wie viel kommt allerdings davon in den Kommunen an? Das Geld wird verteilt auf die landesweit rund 5000 Schulen. Wir haben in Nordkirchen, Olfen und Selm nachgefragt, wie viel Geld aus dem Digitalpakt in die digitale Weiterentwicklung der hiesigen Schulen fließt.

Die Summe, die in Nordkirchen aus den Landesmitteln ankommt, ist laut Aussage von Bürgermeister Dietmar Bergmann zwar „größer als erwartet, aber immer noch zu wenig für das, was wir vorhaben.“ Rund 406.000 Euro bekommt die Gemeinde aus dem Digitalpakt.

200.000-Euro-Investition in Gesamtschule

Alleine in für die zusätzliche Verkabelung der Johann-Conrad-Schlaun-Schule seien allerdings bereits „grob 200.000 Euro“ fällig, sagt Bergmann weiter. Damit ist also die Hälfte der Fördersumme bereits verplant. Wofür der Rest im Detail verwendet wird, darüber gibt der Medienentwicklungsplan Auskunft, den die Verwaltung derzeit erarbeitet. Dieser werde voraussichtlich im Oktober fertig sein.

Lisa Peters (28) hat bereits ihr Referendariat an der JCS absolviert und ist seit zwei Jahren Lehrerin an der Gesamtschule. Sie arbeitet schon jetzt weitestgehend mit Digitalen Lehrmitteln. Immer dabei hat sie ihr iPad und ihren Laptop.

Lisa Peters (28) hat bereits ihr Referendariat an der JCS absolviert und ist seit zwei Jahren Lehrerin an der Gesamtschule. Sie arbeitet schon jetzt weitestgehend mit Digitalen Lehrmitteln. Immer dabei hat sie ihr iPad und ihren Laptop. © Karim Laouari

Darin enthalten seien Investitionen in die Technik, die Ausstattung der Schulen und auch die nötigen Endgeräte. Einfluss auf die Investitionen haben auch die Schulen. Sie erstellen Medienentwicklungskonzepte, die nicht nur den Ist-, sondern auch den Soll-Zustand beschreiben. Ob zukünftig jeder Nordkirchener Schüler mit einem Tablet-PC ausgestattet werde, lässt Bergmann offen. Der genaue Bedarf jeder einzelnen Schule werde Ende des Jahres feststehen, fügt er hinzu.

Laufende Kosten tragen die Kommunen

Was aber bereits jetzt sicher ist, sei die Tatsache, dass die Gemeinde einen „nicht unerheblichen Beitrag“ finanziell dazu leisten werde, so der Bürgermeister weiter. Als Beispiel nennt er die laufenden Kosten, die unweigerlich aus der neuen Technik entstehen. Über den laufenden technischen Support befinde sich die Gemeinde zurzeit in Gesprächen mit einem Dienstleister, der bei Ausfällen oder Störungen helfen soll.

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Einen Schritt weiter ist man zumindest planerisch bereits in Selm. Im Juli 2019 beschloss der Rat den „Medienentwicklungsplan für die Schulen der Stadt Selm im Planungszeitraum 2019 bis 2023“. In die dortigen Berechnungen eingeflossen sind rund eine Million Euro aus dem Digitalpakt NRW.

Selmer Schulen werden nach und nach aufgerüstet

Wie in Nordkirchen deckt diese Summe allerdings nur einen Teil der Gesamtinvestitionen in die Selmer Schulen ab. „Wir investieren rund 1,2 Millionen Euro“, erklärte Ende August Sylvia Engemann, Beigeordnete der Stadt Selm und Kämmerin.

Georg Hillmeister, Tim Mantei von der Stadt Selm und Schulleiterin Christine Jücker im Keller der OVerbergschule: Dort kommen die insgesamt sieben Kilometer Kabel an, die in den Sommerferien verlegt wurden.

Georg Hillmeister, Tim Mantei von der Stadt Selm und Schulleiterin Christine Jücker im Keller der OVerbergschule: Dort kommen die insgesamt sieben Kilometer Kabel an, die in den Sommerferien verlegt wurden. © Karim Laouari

Das war wenige Tage vor dem Beginn des neuen Schuljahres und zu dieser Zeit war die Overberg-Grundschule an der Kreisstraße die erste Selmer Schule, die ein digitales Upgrade bekommen hat. Kilometerweise Kabel wurden in der Schule verlegt, neue Peripherie, neue Anschlüsse bereiten die Schule auf das vor, was da noch kommt.

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Denn im nächsten Schritt werden die Schulen diese technische Grundlage nutzen, mit Geräten und Technik für den Unterricht zu experimentieren, um letztendlich die am besten geeignete Lösung zu finden. Investition in die Overbergschule allein: 200.000 Euro. In den Herbstferien ist unter anderem das Städtische Gymnasium an der Reihe.

Ausstattung bis unter die Decke ist hier im wörtlichen Sinn gemeint: Unter der Decke sind diverse Anschlussmöglichkeiten in den Klassenräumen angebracht.

Ausstattung bis unter die Decke ist hier im wörtlichen Sinn gemeint: Unter der Decke sind diverse Anschlussmöglichkeiten in den Klassenräumen angebracht. © Karim Laouari

Die Stadt Olfen kläre zurzeit das Thema Fördermittel, wie Bürgermeister Wilhelm Sendermann auf Anfrage mitteilt. „Die bisherigen erheblichen Anstrengungen zur Digitalisierung der Schulen hat die Stadt Olfen aus eigenen Mitteln finanziert. Das sind rund eine viertel Million jährlich“, so Sendermann weiter.

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