Spenden für Hospiz: Nordkirchener verschenkt mehrere Tausend Modellautos für guten Zweck

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Seit 2017 hat der Nordkirchener Heinz-Josef Rohe für den guten Zweck seine riesige Modellauto-Sammlung verschenkt. Jetzt sind alle Autos weg und für Rohe ist klar, wie es jetzt weitergeht.

Nordkirchen

, 27.12.2019, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz vor Weihnachten hat Heinz-Josef Rohe sein letztes Modellauto verschenkt. Fast drei Jahre lang hat der 76-jährige Nordkirchener seine beachtliche Sammlung von Modellfahrzeugen nach und nach verschenkt - für einen guten Zweck.

Heinz-Josef Rohe sitzt im Wohnzimmer am Esstisch. Vor sich hat er Klarsichthüllen mit ausgeschnittenen Zeitungsartikeln und handschriftlichen Spendensummen ausgebreitet.

Mehrere Tausend Modellautos verschenkt

„Ich will, dass die Leute sehen, dass das Geld auch angekommen ist“, kommentiert er seine Sammlung. Rohe spricht leise. Ganz vorsichtig wird seine Stimme, wenn er von der Spendenaktion erzählt, mit der er nicht nur die Hospizgruppe Selm-Olfen-Nordkirchen, sondern auch das Kinderhospiz in Lünen an der Cappenberger Straße und das Kinderhospiz in Datteln immer wieder durch Spenden unterstützte.

Fragen, was denn mit dem Geld passiert, hatte er in den Jahren häufiger gehört, deshalb wirkt dieser Termin mit der Redaktion auch wie ein Abschluss, den er für sich zu machen scheint. Vorerst.

Zwischen 4500 und 5000 Modellautos hat der 76-Jährige in den letzten Jahren verschenkt. Mittlerweile seine gesamte Sammlung, die er jahrzehntelang aufgebaut hatte. Trennungsschmerz hat Rohe dabei nie empfunden. „Wir nehmen nach dem Tod nichts mit“, sagt der 76-Jährige einen Satz, den er gerne wiederholt. Von seiner großen Sammlung bleibe ihm nichts, wenn er mal nicht mehr ist, meint Rohe damit.

Heinz-Josef Rohe war mit seiner Aktion schnell bei den Menschen bekannt

Nachdem seine Frau Mechtild vor einigen Jahren schwer erkrankte, wurde Heinz-Josef Rohe das mehr denn je bewusst. Deshalb wollte der Rentner mit dem Gutes tun, was er hatte: seiner Sammlung.

In Nordkirchen, Selm, Lünen und Umgebung stellte sich der 76-Jährige bei Veranstaltungen mit einem kleinen Stand auf und ermunterte die Menschen, für die Hospiz-Einrichtungen zu spenden. Als Dankeschön verschenkte er Fahrzeuge aus seiner Miniatur-Auto-Sammlung.

Das kam so gut an, dass Heinz-Josef Rohe schnell bekannt wurde mit seiner Aktion und immer mehr Menschen seinen ehrenamtlichen Einsatz mit Spenden unterstützten. „Jeder Hans und Franz kennt einen irgendwann“, sagt Rohe und lacht.

Eine Sache fand er besonders schön

Das Schönste war dabei für ihn - neben der großen Spendenbereitschaft der Menschen - mit ihnen ins Gespräch zu kommen; sich einfach zu unterhalten. Viele hätten auch einfach gespendet und auf das Geschenk verzichtet, erzählt Rohe.

Ein besonders schönes Erlebnis hatte er bei einer Aktion in Lünen beim Blumenhändler Risse. Dort seien rund 1000 Euro für das Kinderhospiz in Lünen zusammengekommen. Der Nordkirchener ist immer noch begeistert von der Spendenbereitschaft der Menschen.

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Wie viel er insgesamt gesammelt hat, kann Heinz-Josef Rohe bis auf den Cent genau benennen: 6651,86 Euro. Manchmal konnte er von der Gesamtsumme Einzelbeträge von über 1000 Euro auf einen Schlag übergeben. Das ist für den Rentner immer noch ein tolles Gefühl.

„Wir nehmen nach dem Tod nichts mit.“
Heinz-Josef Rohe

„Ich hab‘s die ganze Zeit über gerne gemacht“, sagt Rohe. Und jetzt? „Sind alle Autos weg“, antwortet Rohe. Der 76-Jährige hat sich fest vorgenommen, eine Pause einzulegen.

So richtig würden ihm diesen Vorsatz Freunde und Bekannte aber nicht abnehmen, räumt Rohe ein. Und auch Ehefrau Mechtild sagt dazu: „Mal gucken“ und grinst ihren Mann liebevoll an.

Fest steht: Auch wenn seine Autosammlung weg ist und damit den besten Dienst geleistet hat, den sich Heinz-Josef Rohe dafür hätte vorstellen können: Immer wieder hat er an seinem Stand spontane Angebote von Menschen bekommen, dass er ihre Modellauto-Sammlung auch haben könnte, um sie für den guten Zweck zu verschenken.

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