Sport-Schütze Middrup: "Waffen im Verein gut gesichert"

SÜDKIRCHEN Mit der Pistole seines Vaters, eines Hobbyschützen, erschoss der 17-jährige Tim K. in Winnenden 15 Menschen und dann sich selbst. Nach dieser Tragödie ist in Deutschland eine heftige Diskussion über den Umgang mit Waffen entbrannt. Matthias Münch sprach darüber mit dem Geschäftsführer des Schieß-Sport-Vereins Südkirchen Helmut Middrup.

17.03.2009, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sport-Schütze Middrup: "Waffen im Verein gut gesichert"

Geschäftsführer des Schieß-Sport-Vereins Südkirchen Helmut Middrup.

Herr Middrup, wie viele Pistolen und Gewehre besitzen die Mitglieder des SSV Südkirchen ungefähr? Middrup: Meines Wissens sind zehn bis 15 Luftgewehre in Privatbesitz einzelner Mitglieder. Die Waffen, die wir zum Training verwenden, gehören alle dem Verein und werden auch vom Verein aufbewahrt.

Was sind das für Waffen? Middrup: Wir haben grundsätzlich keine automatischen Waffen, sondern nur zehn Vereins-Luftgewehre. Unsere Anlage ist auch nur für Luftdruckwaffen zugelassen. Unsere Gewehre sind alles reine Sportgeräte, ausschließlich Einzellader. Solche Sportgeräte sind für andere Einsätze - ausser dem Sportschießen völlig ungeeignet. Wir schießen also nicht mit Treibladungen. Luftpistolen verwenden wir für unseren Sport in Südkirchen derzeit nicht.

Wie lagern Sie die Waffen? Middrup: In Panzerschränken, die früher in einer Bank standen. Die Schränke stehen in einem sicheren Raum, der nur wenigen zuverlässigen Mitgliedern zugänglich ist. Außer mit hat auch nur ein weiteres Mitglied des SSV Südkirchen eine Waffenbesitzkarte. Für die Luftgewehre wäre das gar nicht notwendig. Die sind frei verkäuflich. Die Waffenbesitzkarte habe zum Beispiel ich für unsere drei Schützenfestgewehre. Auch das sind Einzellader.

Wie oft kommt es vor, dass die Polizei bei Ihnen erscheint, um zu kontrollieren, ob die Waffen vorschriftsmäßig verschlossen sind? Middrup: Manchmal kommt die Polizei unangemeldet vorbei. Bisher hat sie immer bestätigt, dass bei uns alles in Ordnung ist. Darauf achten wir auch ganz penibel. Übrigens wird jeder Verstoß mit bis zu 10 000 Euro geahndet.

Ab welchem Alter können Jugendliche bei Ihnen aktiv werden? Wie führen Sie sie an den Sport heran? Middrup: Ab zwölf Jahren können Jugendliche zu uns kommen. Der erste Kontakt erfolgt in der Regel im Beisein der Eltern. Dann sehen wir, ob der Junge oder das Mädchen für unseren Sport geeignet ist. Ein Gewehr bekommen sie erst in die Hand, wenn sie alle Sicherheitsregeln verstanden haben.

Was halten Sie von der derzeitigen Diskussion, Sportwaffen im Privathaushalt ganz zu verbieten? Middrup: Wer eine Waffenbesitzkarte hat, gilt als zuverlässig und hat in umfangreichen Prüfungen gezeigt, mit den Waffen verantwortlich umzugehen. Man darf wegen eines tragischen Vorfalls, dessen Ursache nicht rechtzeitig erkannt worden ist, nicht alle Waffenbesitzer über einen Kamm scheren.

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