Straßen.NRW kämpft mit Riesen-Spritze gegen Raupen-Plage im Münsterland

Eichenprozessionsspinner

Straßen.NRW will den Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr mit Bakterien bekämpfen. Seit Dienstag rücken die Mitarbeiter den Tieren in Nordkirchen und Olfen mit einer Riesen-Spritze zu Leibe.

Nordkirchen, Olfen

, 14.04.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit so einer Spritze, die an eine Schneekanone erinnert, besprühen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Lüdinghausen die Eichen an den Bundes- und Landesstraßen in Olfen und Nordkirchen.

Mit so einer Spritze, die an eine Schneekanone erinnert, besprühen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Lüdinghausen die Eichen an den Bundes- und Landesstraßen in Olfen und Nordkirchen. © Straßen.NRW

Die Münsterland-Regionalniederlassung von Straßen.NRW setzt in diesem Jahr bei der Bekämpfung der Allergie auslösenden Raupen des Eichenprozessionsspinners auf die Hilfe eines Bakteriums. An Bundes- und Landstraßen in Olfen und Nordkirchen wird seit Dienstag (14. April) ein Biozid mit dem Wirkstoff Bazillus Thuringiensis versprüht. Dabei kommt eine neue Spritze zum Einsatz.

Bislang hatten die Mitarbeiter die Raupen durch Absaugen der befallenen Eichen bekämpft. In diesem Jahr soll das Besprühen mit den Bakterien verhindern, dass die Eichenprozessionsspinner überhaupt in ein Stadium kommen, in dem ihre Haare beim Menschen Allergien auslösen.

Bakterien wirken im Darm der Raupen

Nach dem Besprühen der Bäume, fressen die jungen Raupen das Bakterium über die benetzten Blätter. Erst im Darm der Raupe entfaltet der für Menschen und Tiere ungefährliche Stoff seine Wirkung, teilt Straßen.NRW mit. Die Raupen sterben ab, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen können.

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Sobald die Eichen die ersten kleinen Blättchen bekommen, kann das Sprühen beginnen, sagt Volker Quebe, Leiter der Straßenmeisterei in Münster und damit auch zuständig für die Straßenmeisterei in Lüdinghausen. Für die Sprühaktion hat die Straßenmeisterei Lüdinghausen extra eine neue Maschine bekommen. Die Mitarbeiter setzten eine Turbinenspritze ein, die einer Schneekanone ähnelt.

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter beim Absaugen der Nester des Eichenprozessionsspinners gleich Karten erstellt, erzählt Volker Quebe. „Wir haben festgestellt, dass wir fast überall Eichen stehen haben.“ Manchmal als Allee, manchmal einzeln. Daher soll die Spritz-Methode nun an fast allen Bundes- und Landesstraßen in Olfen und Nordkirchen zum Einsatz kommen - außer in Naturschutzgebieten.

Erste positive Berichte aus anderen Orten

„Wir hoffen so, die Population der Eichenprozessionsspinner ganz gut eindämmen zu können“, sagt Volker Quebe. Berichte von Kollegen aus anderen Orten hörten sich ganz positiv an. Straßen.NRW hoffe, dass die Raupen durch die Sprühaktion nicht so überhand nehmen wie 2019, so Quebe.

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Ab Mitte April beginnt die Raupenzeit des Eichenprozessionsspinners, einer Mottenart. Die Haare der Motten sind für Menschen giftig. Der Kontakt mit den Haaren kann starken Juckreiz bis zu allergischen Schockreaktionen bei Menschen auslösen. Werden die Haare der Raupen eingeatmet, kann es zu allergischen Reaktionen der Atemwege kommen.

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