Streit um Windkraftanlagen in Capelle spitzt sich weiter zu

CAPELLE Der Streit um große Windräder in Capelle geht in die nächste Runde. Am Donnerstag waren Mitglieder der Bürgerinitiative Beifang/Osterbauerschaft bei Bürgermeister Friedhard Drebing. Sie wollten ihm nach eigenen Worten "den Rücken stärken" für ein Gespräch mit den Investoren der Windenergieanlagen.

von Von Matthias Münch

, 27.03.2009, 16:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Streit um Windkraftanlagen in Capelle spitzt sich weiter zu

Josef Reckmann (2.v.r.) und die anderen Mitglieder der Bürgerinitiative Beifang/Osterbauerschaft überreichten Bürgermeister Friedhard Drebing eine Mappe mit den bisherigen Presseberichten über ihren Kampf gegen große Windräder in Capelle.

Dieses Gespräch findet in Kürze statt. Dabei wollen die Investoren erreichen, dass sie 150 Meter oder noch höhere Anlagen im Cappeler Windvorranggebiet bauen können.Bebauungsplan ist Thema

Sie haben ein juristisches Gutachten vorgelegt, wonach die im Bebauungsplan festgelegte Höhenbegrenzung auf 100 Meter wegen aktueller Rechtsprechung nichtig sein soll. Die Investoren möchten erreichen, dass der Bebauungsplan geändert wird. Die Gemeindeverwaltung ist dazu nicht bereit und hält den gültigen Bebauungsplan nach wie vor für rechtens, wie der Bürgermeister erklärte. Nun bleibt abzuwarten, ob in der nächsten Bauausschusssitzung am 7. Mai ein entsprechender Antrag auf Änderung des Bebauungsplans vorgelegt wird. Eine Mehrheit dafür erwartet Friedhard Drebing nicht, weil sich sowohl CDU als SPD klar gegen höhere Windräder in Capelle ausgesprochen haben.

Die Investoren könnten auch ohne Änderung des Bebauungsplans einen Bauantrag für höhere Windräder beim Kreis stellen. Wenn der Kreis dies ablehnt, bliebe den Investoren der Gang vor das Verwaltungsgericht. Wie das ausgehen könnte, wollte der Bürgermeister nicht prognostizieren: "Denn vor Gericht und auf hoher See sind wird bekanntlich alle in Gottes Hand."Bürgerinitiative richtet sich auf langen Kampf ein

Die Bürgerinitiative ist jedenfalls auf einen längeren Kampf vorbereitet. "Wir werden nicht aufgeben", betonte Bernd Müller. "Und wir scheuen auch keine juristische Auseinandersetzung", ergänzte Josef Reckmann. Die BI sieht sich durch eine breite ideelle und finanzielle Unterstützung durch die Nordkircher Bürger ermutigt.

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