Täglich an der frischen Luft

NORDKIRCHEN Die Milchkühe muhen schon von weitem wenn er morgens quer über den Hof zum Stall geht um den Tag zu beginnen. Vier junge Männer machen ihre Ausbildung zum Landwirt.

von Von Sophie Bissingen

, 07.09.2007, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Ein Führerschein der Klasse T ist Voraussetzung für die Arbeiten auf den Betrieben.  Bissingen</p>

<p>Ein Führerschein der Klasse T ist Voraussetzung für die Arbeiten auf den Betrieben. Bissingen</p>

Seit gut einem Monat lebt und arbeitet Johannes Hülsmann auf dem Bauernhof: Ein Job von dem viele in der Kindheit träumen. Später satteln sie aber doch um. Die Ausbildung zum Landwirt auf dem Hof von Herbert Lütge Holz macht er gern. Schließlich ist er täglich an der frischen Luft - bei Wind und Wetter.

Mit Tieren arbeiten

"Ich wollte unbedingt mit Tieren zusammenarbeiten und alle Bereiche der Landwirtschaft kennen lernen", so der junge Mann. Dafür ist er von Münster auf den Hof von Herbert Lütge Holz gezogen und nimmt dort am Familien- und Arbeitsleben teil.

 

Neben Lütge Holz bilden insgesamt vier landwirtschaftliche Betriebe in Nordkirchen aus: Hubertus Pröbsting, Peter Piekenbrock und Franz-Georg Große Böckmann. Max Schulte Limbeck aus Bochum hat Anfang August bei Pröbsting angefangen: "Ich mache die Ausbildung weil wir zuhause selbst einen Hof haben", so der Azubi.

Mit Maschinen umgehen

Auf allen Betrieben lernen die Auszubildenden mit Maschinen umzugehen, die Tiere zu betreuen und früh aufzustehen. "Wer in einem Betrieb für Milchwirtschaft lernt muss früh raus, weil die Kühe zwei Mal täglich und im Abstand von 12 Stunden gemolken werden müssen", lacht Johannes Hülsmann.

Die Ausbildung schreibt vor, dass die Auszubildenden jedes Jahr den Betrieb wechseln. "Es ist sinnvoll sowohl die Arbeit mit Milchvieh, als auch einen Schweinemastbetrieb kennen zu lernen", erklärt Pröbsting. Die Aussenwirtschaft wie z.B. den Ackerbau lernen die Azubis auf jedem Betrieb.

Pflanzen bestimmen

Für die Ausbildung gilt es jedoch auch die Schulbank zu drücken: Sechs Tage im Monat sitzen die Azubis in der Berufschule in Lüdinghausen. Dort lernen sie den theoretischen Teil wie z.B. Pflanzenbestimmung und Düngemaßnahmen.

"Die praktische Ausbildung ergänzt die Schule in allen Bereichen. Die Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil des Berufs Landwirt. Man hat den Einblick in verschiedene Bereiche. Bis zu einem bestimmten Punkt ist man gleichzeitig Schlosser, Ingenieur und Tierarzt", so Pröbsting. Wer sich auf die Technik verlässt ist fehl am Platz, denn das Auge muss geschult werden um frühzeitig zu erkennen wann z.B. Tiere einen Tierarzt benötigen.

Die Azubis aus Nordkirchen wollen alle im Anschluss an ihre Ausbildung ein Studium zum Agraringenieur aufnehmen. "Die direkte Übernahme in einen Betrieb ist unwahrscheinlich", so Lütge Holz.

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