Tippgeber machte Polizei auf illegales Bikertreffen aufmerksam

mlzBikertreff Nordkirchen

28 Motorradfahrer sind am Samstag bei einem illegalen Treffen am Bikertreff Nordkirchen erwischt worden. Die Polizei folgte einem Hinweis. Solche Tipps häufen sich in der Corona-Krise bei der Polizei.

Nordkirchen

, 30.03.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie alle anderen Gastronomiebetriebe hat auch der bei Motorradfahrern sehr beliebte Bikertreff Nordkirchen an der Neuen Nordkirchener Straße (K 2) derzeit geschlossen. Es ist eine von zahlreichen Maßnahmen, die die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 verhindern soll.

Auch, wenn sich die Bikertreff-Betreiber an die Vorschrift halten: Am Samstag wurde der Vorplatz des Gastronomiebetriebs dennoch zum Treffpunkt für insgesamt 28 Motorradfahrer. Die Polizei erwischte die Gruppe und stellte Strafanzeige gegen die Biker. Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte Britta Venker, Pressesprecherin der zuständigen Kreispolizeibehörde in Coesfeld, dass es sich bei dem Verstoß der Motorradfahrer um eine Straftat handle.

Welche Strafe die Biker jetzt erwartet, kann Venker allerdings nicht beantworten: „Das Strafmaß wird in diesem Fall von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Münster festgelegt.“ Ein Blick in den entsprechenden Bußgeldkatalog zeigt allerdings, womit bei Zusammenkünften und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen, „die nicht unter die normierten Ausnahmetatbestände fallen“, zu rechnen ist. Ausgenommen sind beispielsweise Familien, oder im selben Haushalt lebende Personen. Mit einer Strafe von mindestens 200 Euro können die Biker - pro Person - laut Bußgeldkatalog rechnen. Bei einem erneuten Verstoß seien diese Strafsätze zu verdoppeln, heißt es in dem Bußgeldkatalog weiter.

Keine gezielte Kontrolle am Bikertreff

Die Polizei habe den Bikertreff nicht gezielt kontrolliert, sagt die Pressesprecherin. Vielmehr seien die Beamten einem „Hinweis auf eine große Menschenmenge am Bikertreff “ gefolgt, wie Britta Venker erklärt. Motorradfahrer stünden auch nicht unter besonderer Beobachtung, macht die Polizeisprecherin deutlich.

Auch bei Radfahrern sei der Kreispolizeibehörde noch kein Verstoß gegen das Kontaktverbot bekannt, sagt Venker. Bislang sei noch keine Anzeige gegen eine „größere Gruppe von Radfahrern“ geschrieben worden, macht sie deutlich.

Die Polizei habe in jüngster Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass nicht hinter jeder Beobachtung, die gemeldet werde, auch ein Verstoß stecke. Dazu sagt Britta Venker: „Für die Polizei im Kreis Coesfeld kann ich sagen, dass es in den vergangenen Tagen zu einigen Einsätzen gekommen ist, wo man uns auf Ansammlungen von Personengruppen hingewiesen hat. In keinem Fall handelte es sich jedoch um eine solch große Gruppe.“

Und weiter: „Generell können wir uns nur bei dem Bürger bedanken. Ein Großteil der Bevölkerung hält sich an die Beschränkungen und genießt nur alleine oder zu zweit die Zeit im Freien.“

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