Tragischer Fall oder frei erfunden? Was ist aus dem angeblichen Unfall geworden?

Polizeihubschrauber

Vermutlich verletzt und orientierungslos: Eine solche Person hat die Polizei am 11. Juli per Hubschrauber gesucht. Und nie gefunden. Das sind die Erkenntnisse drei Wochen später.

Selm

, 01.08.2019, 16:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Jugendliche hatte sich Sorgen gemacht und sie nicht für sich behalten. Als Mitarbeiter des Rettungsdienstes seine Wunden versorgten, die er sich bei einem Fahrrad-Unfall zugezogen hatte, hat er erzählt: von einem anderen Unfall, einem unter Beteiligung eines Autos. Er habe gesehen wie das Auto weiterfuhr, und der angefahrene Fußgänger fortirrte: eine Schilderung, die den Rettungsdienst alarmierte.

Der rief die Polizei an. Und die rief einen Hubschrauber. Polizeihubschrauber, so berichtet Bjoern Korte, Sprecher der Kreispolizeibehörde Coesfeld, seien in Dortmund und in Düsseldorf stationiert. Woher der kam, der am Dienstagabend, 11. Juli, mehrere Runden über Südkirchen drehte, wisse er gerade nicht. Dafür etwas anderes.

Dass der Hubschrauber nach einer halben Stunde ungetaner Dinge wieder abgedreht sei. „Wir haben keine Anhaltspunkte gefunden“ - weder auf einen Unfall noch auf ein herumirrendes Unfallopfer. Hat der Junge sich alles ausgedacht?

Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. „Wir können ihm das nicht nachweisen“, sagt der Polizeisprecher. Darum müsse sich der Jugendliche jetzt auch nicht verantworten für eine falsche Zeugenaussage. „Die Sache“, sagt Bjoern Korte, „ist im Sande verlaufen“.

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