Tragischer Unfall beim Martinszug: Geldstrafe für PKW-Fahrerin

SÜDKIRCHEN/LÜDINGHAUSEN Überraschend schnell ist am Dienstagmorgen der Prozess im Amtsgericht Lüdinghausen um den schweren Unfall beim Martinszug in Südkirchen zu Ende gegangen. Damals war der siebenjährige Mirco Schäperklaus lebensgefährlich verletzt worden, weil ein Auto im Kreisverkehr abhob, durch die Luft flog und den Jungen am Kopf traf. Die Angeklagte ist nicht erschienen, dennoch gab es ein Urteil.

von Von Theo Wolters

, 31.03.2009, 10:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Prozess im Kurzticker: 9.15 Uhr: Bereits um kurz nach 9 Uhr hatte es im Amtsgericht Lüdinghausen einen großen Medienrummel gegeben. Die ersten Zuhörer  waren bereits um 9 Uhr eingetroffen, die der Verhandlung  folgen wollen.9.55 Uhr: Kurz vor Beginn des Prozesses gegen die damals 36-jährige Unfallfahrerin Gabi S., die beim Martinszug 2007 in Südkirchen den Wagen fuhr, droht die Verhandlung zu platzen. Die Angeklagte ist noch nicht erschienen. Wenn sie kommt, wird sie mit ihrem Anwalt den Hintereingang benutzen.10.08 Uhr: Der Prozess hätte eigentlich um 10 Uhr beginnen sollen. Das Ehepaar Schäperklaus ist eingetroffen, die Angeklagte jedoch noch nicht. Das Gericht  überlegt, ob die Verhandlung ohne die Angeklagte stattfinden kann.10.12: Staatsanwalt Wolfgang Schweer fordert eine Geldstrafe von 1500 Euro, 75 Tagessätze a 20 Euro.10.15 Uhr: Der Richter folgt diesem Antrag, die Verhandlung ist zu Ende.10.30 Uhr:  Die Eltern von Mirko Schäperklaus und viele Zuhörer aus Südkirchen sind entsetzt darüber, dass die Angeklagte nicht erschienen ist.  Vater Jörg: "Was soll ich Mirko denn zu Hause jetzt sagen? Die Frau war krank oder sie war feige?" Anklage wegen fahrlässiger KörperverletzungGabi S. war angeklagt wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung. Die damals 36-Jährige war an mehreren wartenden PKW vorbeigerast und anschließend mit ihrem VW Sharan durch den Kreisverkehr geflogen. Mirco Schäperklaus war von dem Fahrzeug am Kopf getroffen worden.  Gesundheitsstörung festgestellt  Wie der Anwalt der Fahrerin, Jürgen Austrup, in einer Presserklärung erklärte, hätten behandelnde Ärzte eine Gesundheitsstörung als Ursache für den Verlust der Fähigkeit, die Beine gezielt für einen Bremsvorgang bewegen zu können, ausgemacht.

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