Bärlauch hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Trendgewürz entwickelt. © picture alliance/dpa
Mit Rezept

Trendgewürz Bärlauch: Was man beim Pflücken beachten sollte

Bärlauch hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum hippen Küchengewürz gemausert. Was man beim Pflücken beachten sollte und wie man leckere „Knoblauch“-Butter macht, klären wir hier.

Aus langen, breiten Blättern besteht Bärlauch, der auch unter dem Namen Knoblauch-Spinat bekannt ist und in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem trendigen Gewürz geworden ist. Woran liegt das eigentlich und was muss man beim Bärlauch-Sammeln beachten? Das haben wir in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Bärlauch-Dip und Butter mit Bärlauch kann man inzwischen im Supermarkt kaufen. Stimmt der Eindruck, dass Bärlauch im Trend ist?

Ja, sagt Heinz Perrar. Perrar ist Obman für Umwelt- und Naturschutz in Nordkirchen und bietet – außerhalb der Corona-Pandemie – auch Führungen zum Thema Bärlauch an. Früher sei Bärlauch so beliebt gewesen, weil es in der Natur wächst und sowohl etwas salzig, als auch knoblauchartig schmeckt – eine sehr günstige Möglichkeit zum Würzen also. Aber: „Der Bärlauch hat eine deutliche Renaissance in den vergangen zehn Jahren erlebt“, sagt Perrar. Das liege auch daran, dass er vielfältiger eingesetzt werde, zum Beispiel für Pesto oder auch Knoblauchbrot.

Welche Gründe gibt es denn, Bärlauch statt Knoblauch zu nehmen?

Abgesehen davon, dass er regional vorhanden ist, noch weitere. „Bärlauch hat nicht die Ausdünstungen von Knoblauch“, erklärt Heinz Perrar. Man kann also das Bärlauch-Brot essen ohne anschließend x-mal zur Zahnbürste greifen zu müssen. Außerdem gibt es noch einen Vorteil: Bärlauch schmeckt auch leicht salzig. Für den normalen Genuss sollte man trotzdem etwas Salz hinzugeben, wer sich aber salzarm ernähren möchte, kann sein Bärlauchbrot auch ohne zusätzliche Salzbeigabe genießen.

Was muss man beim Pflücken von Bärlauch beachten?

Verwechslungsgefahr besteht zum Beispiel bei Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, erklärt der Kreis Unna in einer Mitteilung. Der Kreis empfiehlt einen einfachen Test: „Dabei reicht es, ein Stückchen Blatt zwischen den Fingern zu zerreiben. Tritt dann nicht der für Bärlauch typische knoblauchartige Geruch auf, sollte man das Kraut lieber stehen lassen und die Hände sofort gründlich reinigen“, so der Kreis. Doch auch die Geruchsprobe habe ihre Tücken: Haftet der Lauchgeruch von einem vorangegangenen Test noch an den Händen, könne dies zu einer falschen Bewertung führen. Auch Heinz Perrar sagt: „Das ist wie beim Pilzesammeln.“ Wer Zweifel hat, sollte also vielleicht doch lieber im Supermarkt zugreifen.

Und wenn ich mir sicher bin, Bärlauch zu erkennen, muss ich noch etwas beachten?

Dann gilt wie auch beim Pilze sammeln, dass man nur an dafür vorgesehen Orten sammeln darf. In Nordkirchen ist Bärlauch zum Beispiel stark im Waldgebiet Ichterloh zu finden. Das ist aber zum größten Teil ein Naturschutzgebiet, dort ist dann das Pflücken verboten. Pflücken darf man aber zum Beispiel am Gumberg, der höchsten Erhebung von Nordkirchen, dort ist kein Naturschutzgebiet, erklärt Heinz Perrar. Dort gilt dann allerdings: Das Ernten der Pflanzen ist nur in haushaltsüblichen Mengen erlaubt.

Wann blüht der Bärlauch denn?

Eigentlich war der Bärlauch in der Region schon kurz davor zu blühen, erklärt Heinz Perrar. Wegen der Kälte dauert es aber nun doch etwas länger. „In etwa einer Woche bis 14 Tage sollte er in voller Blüte stehen“, schätzt der Experte.


Kann man Bärlauch noch pflücken, wenn er schon blüht?

Ja, sagt Heinz Perrar. Giftig, wie manch einer denkt, ist er nicht. Allerdings schmecke der Bärlauch dann nicht mehr so intensiv, weil er Energie für die Blüte benötigt hat. Also lieber vorher pflücken.

Was kann ich mit meinem Bärlauch denn nun tun?

Wie wäre es zum Beispiel mit Knoblauchbutter? Dafür hat Heinz Perrar ein Rezept, was man auch ganz leicht mit Kindern umsetzen kann.
Dafür braucht man neben dem Bärlauch, kalte Schlagsahne und ein Einmachglas mit Schraubdeckel.

  • Die Sahne kommt in das Glas, anschließend muss man (oder eben die Kinder) wie die Weltmeister und mit viel Geduld schütteln, bis die Butter zu Sahne geworden ist.
  • Der Bärlauch wird anschließend gewaschen, die Stängel entfernt und er wird kleingeschnitten.
  • Der Bärlauch wird dann in den Butterklumpen „hineingedrückt.“
    Anschließend kommt die Kräuterbutter in ein Küchentuch. Das wird verknotet und dann presst man, damit die Molke herausgedrückt wird. Wenn man mag, kann man die Molke anschließend auch noch anderweitig verwenden.
  • mit Salz und Pfeffer zusammen schmeckt die Butter dann super auf Brot und Brötchen.
Über die Autorin
Redakteurin
Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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