Unterricht unter Corona-Maßnahmen ist für JCS-Schüler sehr ungewohnt

mlzJohann-Conrad-Schlaun-Schule

Seit dem 23. April hat die Nordkirchener Gesamtschule wieder geöffnet für einen Teil der Schüler. Die Zehntklässler sind froh darüber, wenngleich der Unterricht noch ungewohnt für sie ist.

Nordkirchen

, 01.05.2020, 10:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Schüler der zehnten Klasse der Johann-Conrad-Schlaun-Schule (JCS) in Nordkirchen hatten am Mittwoch (29.4.) ihren dritten Schultag seit der Wieder-Eröffnung der Schule am Donnerstag der vorherigen Woche (23.4.). Anders als bei den Schülern der Q2 läuft der Unterricht für sie nur an jedem zweiten Tag, denn: Nur 15 Schüler dürfen pro Klassenraum zusammensitzen. Dabei müssen sie einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander wahren. Unter diesen Umständen ist ein täglicher Unterricht für sie nicht möglich - auch weil Lehrkräfte für so viele Lerngruppen fehlen.

Doch wie ist es, nach der über fünfwöchigen Corona-bedingten Schließung der Schulen, plötzlich wieder im Unterricht zu sitzen? Verpflichtend wohlgemerkt, haben die Schüler in der zehnten Jahrgangsstufe doch eine Anwesenheitspflicht.

Besser lernen in der Schule

„Es ist schon sehr ungewohnt“, meint etwa Schülerin Emma Bahlmann. Gerade vor dem Hintergrund, so viel Abstand zueinander einhalten zu müssen. Generell ist die Zehntklässlerin wie viele ihrer Mitschüler aber froh, dass sie nun wieder zur Schule gehen kann. Das sieht auch ihr Klassenkamerad Timo Engler so: „Mit dem Abstandhalten ist es hier sehr gut geregelt und somit schwer, jemanden anzustecken. Und in der Schule kann ich persönlich auch besser lernen als zu Hause.“ Auch wenn es ungewohnt ist - sicher fühlen sich die Schüler der JCS mit den Abstands- und Hygiene-Maßnahmen allemal.

Jetzt lesen

Der Unterricht läuft zurzeit ganz anders ab, als noch vor der Corona-Krise. Die Klassen sind seit der Wieder-Eröffnung aufgeteilt worden. In der zehnten Klasse läuft der Unterricht nur in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik - jeweils in Doppelstunden. Schüler der erweiterten Kurse und der Grundkurse haben nun gemeinsamen Unterricht.

Lehrer wechseln alle 45 Minuten

„Die eine Stunde haben wir bei unserem eigentlichen Fachlehrer, die andere Stunde bei einem anderen Lehrer. Es wird alle 45 Minuten gewechselt, damit auch alle Schüler bei ihren Fachlehrern Unterricht haben“, sagt Carina Hohenhövel. Das klappe auch sehr gut.

Für die Lehrer macht es die Sache aber nicht gerade unkomplizierter, dass jetzt weniger Schüler zusammensitzen. „Wenn wir jetzt Schüler aus E- und G-Kursen zusammen unterrichten, müssen wir den G-Kurs-Schülern ja mehr Hilfestellungen geben“, sagt Mathematik-Lehrerin Nicole Plagge.

Zurzeit läuft nur Frontal-Unterricht

Sie leitet den Frontal-Unterricht, der ihr nicht gerade lieb ist. „Dass Schüler nach vorne an die Tafel kommen, ist nicht möglich. Gruppenarbeiten sind nicht möglich. Die Schüler können mir bei Fragen ja noch nicht einmal ihr Heft zeigen, sodass wir gemeinsam auf die Sachen schauen. Für solche Dinge würde ich mir eine Plexiglas-Scheibe wünschen“, sagt sie.

Jetzt lesen

Eine Mundschutz-Pflicht herrscht im Unterricht an der JCS indes nicht. Eine Maske haben jedoch alle Schüler dabei, weil die ja auch unter anderem für die Anreise mit dem Bus verpflichtend ist. Ein Großteil der JCS-Schüler fährt mit dem Bus zur Schule. Wie ist die Situation morgens und nachmittags in den Bussen? „Es ist nicht allzu voll. Die Fahrgäste halten von sich aus immer eine Reihe frei“, sagt ein weiterer Schüler.

Sollten Abitur-Prüfungen stattfinden?

Von den Abitur-Prüfungen sind die Zehntklässler noch ein paar Schuljahre entfernt. Doch wie finden sie es, dass ihre Mitschüler in der Q2 in der wichtigsten Phase ihrer Schullaufbahn unter den neuen Umständen aufs Abitur vorbereitet werden? Sollten die Prüfungen normal stattfinden?

Jetzt lesen

Zehntklässler Erik Meisner sagt: „Ich finde es schon in Ordnung, dass das Abitur normal laufen soll. Die Q2-Schüler hätten jetzt ohnehin frei gehabt und hätten eigenständig lernen müssen.“ So sieht es auch Timo Engler: „Denen fehlen ja nur drei Wochen. Ich denke, den Stoff können sie freiwillig jetzt auch noch gut in der Schule nachholen.“

„Es ist bestimmt katastrophal“

In eine andere Kerbe schlägt dagegen Henri Haberer. „Es ist bestimmt katastrophal, unter den gegebenen Umständen die Abitur-Prüfungen zu schreiben“, sagt er. Er spricht sich daher für die Idee des Durchschnitts-Abiturs aus - und zwar bundesweit: „Wenn dann sollte es in ganz Deutschland ein Durchschnitts-Abitur geben, weil sonst einige Hochschulen Bewerber aus dem einen Bundesland ablehnen könnten, weil sie ja kein richtiges Abitur hätten.“

Und was ist mit den eigenen Abschluss-Prüfungen in der Jahrgangsstufe zehn? Wenn der Unterricht weiter so läuft wie bislang, würde Timo Engler lieber keine Prüfungen schreiben. „Wenn wir wieder normal jeden Tag Unterricht hätten und alles normal laufen würde, dann würde ich mich, was die Prüfungen angeht, auch sicherer fühlen. Wenn es aber weitergeht wie jetzt, sollte man die Prüfungen besser nicht schreiben.“

Auch ab 4. Mai für Zehntklässler kein täglicher Unterricht

Ob und wann der Unterricht in diesem Schuljahr für die Zehntklässler wieder geregelt täglich ablaufen kann, steht jedoch noch nicht fest. „Auch nächste Woche wird es für unsere Zehner definitiv nur Unterricht an jedem zweiten Tag geben“, sagte JCS-Lehrerin und Abteilungsleiterin der Jahrgangsstufen 8 bis 10, Christine Schütte am vergangenen Mittwoch (29.4.)

Lesen Sie jetzt