Urteil im Venneker-Prozess verschoben

Heimliche Telefongespräche

MÜNSTER/SÜDKIRCHEN Die für 14 Uhr angekündigte Urteilsverkündung im Prozess um den Anschlag auf den Südkirchener Viehhändler Albert Venneker ist am Mittwoch überraschend verschoben worden. Grund sind neue Beweisanträge der Staatsanwaltschaft, die sich offenbar nicht mit dem bereits in der vergangenen Woche signalisierten Freispruch für Vennekers härtesten Konkurrenten Lothar Grundkötter abfinden will.

von Von Jörn Hartwich

, 07.10.2009, 14:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Albert Venneker (r.) mit Anwalt Werner Kampmann.

Albert Venneker (r.) mit Anwalt Werner Kampmann.

Staatsanwalt Stefan Lechthape wertet diese Äußerung nun als Falschaussage und hat den Verdacht, dass die Frau auch bei der Beantwortung anderer Fragen gelogen hat. Deshalb müsse sie seiner Meinung nach nun erneut vernommen werden. Grundkötter gab unterdessen zu, auch mit dem mutmaßlichen Millionenbetrüger und falschen UN-Diplomaten Ben M. aus Münster intensive Kontakte gepflegt zu haben. Beide hatten sich in der Haft kennen gelernt und oft miteinander gesprochen. Nach seiner Freilassung in der vergangenen Woche hatte Grundkötter sogar den Prozess gegen Ben M. als Zuschauer verfolgt. Interessant für die Staatsanwaltschaft: Die Ehefrau des mutmaßlichen Millionenbetrügers ist ebenfalls Polin. Ob das Schwurgericht die Urteile noch heute verkünden wird, ist offen. 

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