Verbesserungen am Bahnhof Capelle: Nicht nur an der Rampe tut sich was

mlzBahnhof Capelle

Seit Anfang Juni haben die Arbeiten zum Bau von zwei Rampen am Bahnhof Capelle begonnen. Sie sollen barrierefreies Erreichen der Gleise ermöglichen. Und noch was ändert sich zum Besseren.

Capelle

, 12.06.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann ist im Telefonat mit der Redaktion die Freude über den lange ersehnten Baubeginn am Capeller Bahnhof anzumerken: „Wir sind stolz darauf, dass das nach so vielen Jahren geklappt hat. Es war eine Vielzahl von Fahrten nach Düsseldorf, zur Bahn AG und eine Vielzahl von Gesprächen mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, der das Projekt immerhin mit 90 Prozent fördert.“

Das Projekt habe in der Gemeinde Nordkirchen auch aus Gründen der Familiengerechtigkeit eine sehr hohen Stellenwert. „Wir sind eine inklusive Gemeinde“, sagt Bergmann. „Für Menschen der Caritas-Behindertenwerkstätten oder der KInderheilstätte war es bisher nicht möglich, den Bahnhof zu nutzen.“ Nur über eine hohe Treppe kommt man bisher zu den Gleisen. Außerdem bekommen die Mitarbeiterinnen der Tourist Info laut Bergmann häufig von Kunden zu hören, „dass sie gezwungen sind, in Werne oder Ascheberg aus dem Zug auszusteigen, wenn sie nach Nordkirchen wollen“. Unter der Maßgabe der Tourismusförderung sei das aus Nordkirchener Sicht der falsche Weg.

Wegen des Baus der Rampen ist der Parkplatz am Bahnhof Capelle gesperrt.

Wegen des Baus der Rampen ist der Parkplatz am Bahnhof Capelle gesperrt. © Arndt Brede

Was aber ebenfalls nicht selten passiere, und was er und Bauamtsleiter Josef Klaas selbst erlebt hätten: „Eine Frau mit einem Kinderwagen stieg aus dem Zug aus und fragte ,Ja, und nun?.‘“ Auch alten Frauen mit Koffern haben Klaas und Bergmann geholfen, weil das Gepäck für den Transport über die Treppe für die Seniorinnen allein nicht möglich gewesen wäre, so der Bürgermeister. Doch nicht immer ist Hilfe greifbar.

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„Es gab ja auch eine Vielzahl von Unterschriften von Bürgern dazu. Und alles zusammen genommen, habe letztendlich geholfen,dass eine Förderung der Rampe zustande gekommen sei. Und dass die Deutsche Bahn AG gesagt habe, dass sie die Rampe selber bauen lasse.

Treppenstufen werden erneuert

Aber die Rampe ist nicht das Einzige, was sich am Bahnhof Capelle verbessern wird, berichtet der Bürgermeister: „Die Deutsche Bahn AG hat jetzt doch festgestellt, dass die Stufen der Treppe nicht mehr ganz in Ordnung sind. Die Stufen werden auch komplett erneuert. Die Kosten liegen bei geschätzten 35.000 Euro. Auch da sagt der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, dass er die Maßnahme mit 90 Prozent fördert. 3500 Euro zahlt die Gemeinde, und dazu sind wir gern bereit, weil wir dann eine runderneuerte Anlage haben.“

Die Deutsche Bahn AG wird die Stufen der Treppen zu den Gleisen erneuern. Die Treppe soll trotz des Baus der Rampen erhalten bleiben.

Die Deutsche Bahn AG wird die Stufen der Treppen zu den Gleisen erneuern. Die Treppe soll trotz des Baus der Rampen erhalten bleiben. © Arndt Brede (Archiv)

Nun könnte man ja denken, dass die Treppe nicht mehr notwendig sein sollte, wenn die Rampen den Zugang zu den Gleisen erleichtern. „Es gibt durchaus Leute, die so mobil sind, über die Treppe zu den Gleisen zu kommen“, antwortet Bergmann. „Es ist ja schon eine sehr große Rampenanlage, das muss man ja so sagen. Und da war immer die Idee, zu sagen: Diejenigen, die die Rampe nicht brauchen, haben immer noch die Möglichkeit, die Stufen weiter zu nutzen.“ In der Tat dürfte der eine oder andere, der es kann, die Treppe nehmen, statt den Rampen zu folgen, die quasi in Schlangenlinien über eine längere Strecke - aber eben mit nur leichter Neigung - zu den Gleisen führen.

Derzeit laufen am Bahnhof Capelle Vorbereitungsarbeiten für die Fundamente der Rampen. Die Firma Strabag ist damit beauftragt. Die Rampen selbst werden dann gebaut werden können, wenn die Firma Strabag mit den Arbeiten an den Fundamenten fertig ist. Das soll bis Mitte Juli der Fall sein, wie Andreas Kowahl, Polier der Firma Strabag, im Gespräch mit der Redaktion erklärt. hat

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