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Waltraud Wolf hat zahlreiche Südkirchener erzogen - jetzt geht sie in den Ruhestand

mlzSt.-Pankratius-Kindergarten

Viele Südkirchener kennen Waltraud Wolf aus dem St.-Pankratius-Kindergarten. Am Mittwoch war ihr letzter Tag. Im Interview sprach sie über U3-Kinder, die Anforderungen und Enkelkinder.

Südkirchen

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Waltraud Wolf (65) ist seit der Gründung des St.-Pankratius-Kindergartens dabei. 1974 fing die Südkirchenerin dort nämlich als Erzieherin an, damals noch mit ihrem Mädchennamen Köster. Anfang der 80er-Jahre ging es für zehn Jahre nach München, anschließend folgte die Rückkehr zur alten Wirkungsstätte. Unzählige Kinder hat sie so mit großgezogen. Doch damit ist jetzt Schluss. Am Mittwoch hatte sie ihren letzten Arbeitstag.

Frau Wolf, wie oft treffen Sie im Supermarkt auf eines Ihrer früheren Kindergarten-Kinder?

Oh, ganz oft. Immer. Man muss immer schon ein bisschen Zeit haben, wenn man geht. Ich kenne ja halb Südkirchen. Manche bringen ja ihre eigenen Kinder schon wieder.

Und erkennen die Sie auch wieder?

Ja... Also manchmal trifft man auch Leute, da überlegt man auch, wenn die vor zig Jahren hier im Kindergarten waren. Dann sieht man da so ein Gesicht und ja... (lacht) Das ist dann schon ein bisschen schwierig.

Was hat sich denn in den 30 Jahren hier verändert?
Also wir sind hier damals mit drei Gruppen gestartet. Als der Anbau hier kam, wurden es vier Gruppen. Und 2011 wurden die zwei Gruppen vorne zusammengelegt und eine U3-Gruppe gegründet. Die hab ich dann den Fachbereich U3 übernommen.

Sie haben es schon angesprochen mit der U3-Erziehung. Ist das die signifikanteste Veränderung in Ihrem Beruf gewesen?

Ja. Ja, auf jeden Fall. Diese jüngeren Kinder. Mit einigen unter einem Jahr alt. Die Kinder werden immer jünger.

Die Anforderungen als Erzieherin haben sich ja in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert durch die U3-Erziehung.

Auf jeden Fall. Die Kinder kommen ja teilweise für 45 Stunden. Das ist schon fast Ersatz fürs Elternhaus. Die kommen morgens um 7 Uhr und bleiben bis halb 5 nachmittags. Da hat man schon alles, was zu Hause abgeht, wie Mittagsschlaf, Essen, teilweise Laufenlernen, das läuft alles im Kindergarten. Pflegerische Dinge wie hinterher das Zähneputzen. Also es hat sich schon geändert. Früher gingen die Kinder mittags nach Hause und kamen nachmittags für zwei Stunden wieder. Und jetzt ist es für die Eltern toll, wenn die Kinder über Mittag bleiben können, weil die Eltern eben arbeiten gehen müssen.

Wie wirkt sich eigentlich Ihr Beruf als Erzieherin auf die eigene Erziehung von Kindern und Enkeln aus?

Es ist anders. Ich hab jetzt ein einjähriges Enkelkind zu Hause. Da sieht man vieles anders.

Stichwort Enkel: Das ist wahrscheinlich das, worauf Sie sich am meisten freuen, oder?

Ja, meine Tochter freut sich. „Das ist genau passend“, meinte sie, weil sie noch gerne studieren möchte. Und ich pass dann auf den Kleinen auf.

Was sind weitere Pläne für die neue Freizeit?

Ich seh das erst mal als geschenkten Urlaub. Ich fahre gerne Fahrrad. Und der Garten kommt viel zu kurz. Jetzt im Moment schiebe ich immer alles. Bald habe ich dann mehr Zeit.

Und was werden Sie vermissen?

Die Kinder und die Eltern. Es gibt nur nette Eltern hier in Südkirchen. Die netten Gespräche und die hilfsbereiten Eltern. Und wenn man die Kinder heranwachsen sieht. Die ganze Entwicklung kann man toll verfolgen im Kindergarten.

Zum Abschluss: Was würden Sie angehenden Erzieherinnen und Erziehern mit auf dem Weg gehen? Gerade hinsichtlich der steigenden Anforderungen.

Die Ruhe. Man muss ruhig rangehen, den Kindern zuhören. Mit dem Kind also quasi gehen und es an die Hand nehmen.

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