Was die Bürgerinitiative als nächstes plant

Gegen Venneker-Neubau

Wie geht es weiter mit der Bürgerinitiative "Lebenswertes Nordkirchen"? Wie positioniert sie sich im Kampf gegen einen Umzug des Viehhändlers Venneker? Wie lautet die Bilanz des Vorstandes nach den zwei größeren Veranstaltungen der vergangenen Wochen? Ein Sprecher sprach von "einer neuen Arbeitsphase".

NORDKIRCHEN

, 12.03.2015, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sie setzen auf den konstruktiven Dialog in Sachen Pläne zur Venneker-Erweiterung: (v.l.) Hellmut Brachthäuser, Martin Thomys und Udo Bellack.

Sie setzen auf den konstruktiven Dialog in Sachen Pläne zur Venneker-Erweiterung: (v.l.) Hellmut Brachthäuser, Martin Thomys und Udo Bellack.

Udo Bellack verdeutlichte im Gespräch mit unserer Redaktion nach dem Treffen am Dienstagabend, 11. März, wie der Stand der Dinge aus Sicht der Bürgerinitiative ist. Sie hatte sich Ende 2014 gegründet, um sich gemeinsam kritisch mit dem geplanten Umzug des Viehandel-Unternehmens Venneker von Südkirchen nach Nordkirchen auseinanderzusetzen.

Zwei Veranstaltungen standen in den vergangenen zwei Wochen auf dem Programm: Erst gab es ein Treffen als "Runden Tisch" mit Vertretern aus Verwaltungsspitze der Gemeinde und Politik. Eine Woche später versammelten sich rund 150 Zuhörer in der Gesamtschule, um dem Vortrag eines Mediziners zu lauschen, der über die Verbreitung multiresistenter Keime referierte.

Positives Fazit

Was sagt Udo Bellack? "Unser Fazit fällt positiv aus: Wir waren erfreut, dass so viele Menschen gekommen sind." Jetzt habe die BI einen Punkt erreicht, an dem von der Bürgerinitiative selbst viel Info-Input gegeben worden sei. Erst beim "Runden Tisch" im Austausch mit den Entscheidern, dann bei den Bürgern selbst. "Jetzt müssten wir ein gewisses Kenntnis-Niveau erreicht haben. Nun schauen wir: Was macht die Politik daraus? Wir warten auf eine sich möglicherweise ändernde Einstellung der Politik."

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Bisher habe sich aus der Politik zwar noch niemand bei der BI persönlich gemeldet, aber erste Schritte habe Bellack erfreut zur Kenntnis genommen: Im Bauausschuss hatten die beiden Vertreter der Grünen gegen die Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt, der ansonsten allerdings verabschiedet wurde. "Ich hoffe, dass die Politik nicht eine Politik des Aussitzens von schwierigen Themen praktiziert", sagt Bellack – und bringt ein Beispiel: "Es sollte nicht so laufen wie bei der  Unterschriftenliste  gegen die Umgestaltung des Ludwig-Becker-Platzes: Annehmen, lochen und abheften. Ich finde unzureichend, dass der Bürgermeister sagt, er wolle den Rat darüber unterrichten – das ist mir zu wenig."

Über Gefahren aufklären

Diese Aktionsphase ist damit bei der BI nun erst einmal vorbei. Nun wolle man vor allem im nachbarschaftlichen Umfeld des geplanten Firmensitzes an der Ermener Straße am Nordrand der Gemeinde über mögliche Gefahren aufklären. "Dass es eine Keimverbreitung bei Tiertransporten gibt und das mit einer Studie zu Wind- und Lufttransport nachgewiesen wurde, ist noch nicht bekannt genug", meint Bellack. In BI-Sitzungen für Mitglieder, aber auch andere Interessenten wolle man in den kommenden Wochen immer wieder über dieses Thema sprechen.

Aber auch andere Themen drängten: "Was ist denn nun mit den Immobilienwerten?", so Bellack. "Es ist nicht genug, wenn die Gemeinde sagt, sie sehe das anders als wir – das ist argumentativ unzureichend." Anwohner befürchten, dass durch die Ansiedlung des Betriebes die benachbarten Häuser und Grundstücke an Wert verlieren könnten, weil die Lebensqualität zum Beispiel durch erhöhte Verkehrsbelastung im Umfeld vermindert würde. 

Weitere Informationen zu der Bürgerinitiative "Lebenswertes Nordkirchen" finden Sie .

 

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