Warum ein Wegweiser in 7000 Kilometer Entfernung in Kanada Werbung für Nordkirchen macht

mlz„Sign Post Forest“

Ein Wegweiser in Kanada, knapp 7000 Kilometer von der Schlossgemeinde entfernt, macht neuerdings Werbung für Nordkirchen. Das Schild geht auf eine lange Tradition zurück.

Nordkirchen

, 30.10.2019, 10:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist das vielleicht am weitesten entfernte Werbeschild für die Schlossgemeinde Nordkirchen: In Watson Lake in der kanadischen Provinz Yukon hängt seit einigen Wochen ein Schild mit der Aufschrift „Wohnmobilstellplatz Nordkirchen - 4338 miles“. Es ist eines von über 80.000 Schildern an dieser speziellen Stelle.

Aufgehängt haben das Schild Michael und Monika Moll. Das Ehepaar betreibt seit 2016 den Wohnmobilstellplatz Am Gorbach.

Und die beiden sind selbst absolut reisebegeistert. „Die Weltenbummler“ heißt die Internetseite der Molls. Der Begriff könnte passender nicht sein. Für ihre vergangene Reise hatten die beiden sich nicht weniger als eine Reise quer durch Nordamerika vorgenommen. „Über 20.000 Kilometer mit dem Auto“, berichtet Michael Moll im Gespräch mit der Redaktion. Zweieinhalb Monate waren die beiden dafür insgesamt unterwegs.

„Von Küste zu Küste“

„Wir fliegen grundsätzlich nicht“, erklärt der 45-Jährige. Deshalb ging es mit dem Schiff über den Atlantik. Und von dort zur Abwechslung nicht weiter mit dem Wohnwagen, sondern mit dem Miet-Auto. Einem Chevrolet Suburban. Wem das nichts sagt, dem wird die Beschreibung von Michael Moll vielleicht helfen: „Das war ein echtes FBI-Fahrzeug“, sagt er und lacht.

Warum ein Wegweiser in 7000 Kilometer Entfernung in Kanada Werbung für Nordkirchen macht

Schilder, wo immer man hinschaut, im „Sign Post Forest". © Michael Moll

Ein bisschen Wohnwagen-Gefühl sei bei dieser Reise trotzdem aufgekommen: Mit seinen 1,83 Metern habe Moll zwischendurch ohne Probleme in dem Chevrolet schlafen können.

Kaum Zivilisation in der Umgebung

„Von Küste zu Küste“ - von Ost nach West seien die beiden gefahren, bis nach Alaska. Fest eingeplant war dabei der „Sign Post Forest“, frei übersetzt der Schilderwald in Watson Lake am Alaska Highway. „Viel mehr gibt es da auch nicht“, sagt Moll. Abgesehen von zwei Hotels, einer Schule und einem Supermarkt gebe es im Umkreis von Hunderten Meilen kaum Zivilisation.

Warum ein Wegweiser in 7000 Kilometer Entfernung in Kanada Werbung für Nordkirchen macht

Schon über 80.000 Schilder haben hier einen Platz gefunden. © Michael Moll

Der „Sign Post Forest“ erfreut sich offensichtlich aber großer Beliebtheit. Auf den Fotos, die Michael Moll von seiner Reise mitgebracht hat, sind einige Schilder, die offensichtlich deutsche Touristen hinterlassen haben. Neben Pforzheim, Deckenbach in Hessen oder Walldürn in Baden-Württemberg haben die beiden Nordkirchener beispielsweise auch ein Schild aus Bochum entdeckt. Die meisten seien allerdings aus Kanada oder den USA.

Erstes Schild vor fast 80 Jahren angebracht

Der Ursprung des Sign Post Forest geht auf einen amerikanischen Soldaten zurück, der 1942 das erste Schild dort anbrachte. „Danville, Illinois, 2835 miles“ stand darauf.

Angst, dass das Nordkirchener Schild entfernt werden könnte, hat Michael Moll nicht. In dem Territorium sei die Bevölkerungsdichte so gering - „da gibt es keinen Vandalismus“, sagt der Nordkirchener mit einem Schmunzeln.

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