So leer wie auf dem Archivbild wird es auch zu Heiligabend in der St. Mauritius Kirche sein. Die Gemeinde plant einen Open Air Gottesdienst. © Hubert Kersting (Archiv)
Weihnachtsgottesdienst

Weihnachten an der frischen Luft: Open-Air-Gottesdienste in Nordkirchen

Die Weihnachtsgottesdienste in Nordkirchen fallen 2020 etwas anders aus: Aufgrund der Corona-Richtlinien passen nicht alle Gläubigen in die Kirchen. Nun wird ein Plan B geschmiedet.

Mit Gottesdiensten und Krippenspielen unter freiem Himmel will die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen an Weihnachten auf die Corona-Pandemie reagieren. Volle Kirchen und quirlige Familiengottesdienste sind aufgrund der aktuellen Regeln nicht möglich. Weil es zu wenige Priester gebe, könne die Zahl der Gottesdienste nicht einfach erhöht werden, sagte Antonius Hamers, Leiter des Katholischen Büros NRW, der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem müssten die Kirchen nach jedem Gottesdienst desinfiziert und gelüftet werden. Man werde die Kirchen während der Gottesdienste diesmal auch nicht in gewohnter Form heizen können, da die Luftheizungen „reine Virenschleudern“ seien.

Auch in Nordkirchen sollen die Weihnachtsgottesdienste in diesem Jahr anders laufen. „Wir sind in der heißen Phase der Planung“, sagt Hildegard Rolf, Verwaltungsreferentin der katholischen Kirche in Nordkirchen. An Heiligabend, aber auch schon in der Adventszeit, soll es Open-Air-Gottesdienste geben. Wo die stattfinden werden, sei noch nicht klar. „Wir suchen einen Ort, wo es bestenfalls Tannen zum Schmücken gibt, um richtiges Weihnachtsflair zu schaffen.“, sagt Rolf. Mitte Oktober soll der Plan für die Weihnachtszeit stehen.

Keine festen Pläne, aber schon viele Ideen

In der Mauritiuskirche gibt es 14 Bänke. Aufgrund der Coronaregeln ergibt das gerade einmal 24 Einzelplätze. Viel zu wenig für die Gemeinde, betont Rolf: „Normalerweise ist die Kirche an Weihnachten voll. Dann passen mit Stehplätzen rund 200 Menschen in die Kirche.“ Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, wo die Kirche erfahrungsgemäß nicht so proppenvoll ist wie an Heiligabend, werde es auch in diesem Jahr Gottesdienste in der Kirche geben. Festlich geschmückt werde die Kirche in jedem Fall.

Noch keine festen Pläne, aber ganz viele Ideen gibt es auch in der evangelischen Kreuzkirche, wie die Pfarrerin Jenny Caiza-Andresen: unserer Redaktion erzählt. Sie wünscht sich einen ökumenischer Gottesdienst: „Wenn wir schon draußen feiern, dann gerne auch zusammen. Es soll nicht so wirken, als würde sich die katholische Kirche mit der evangelischen nicht vertragen. Gerade zu Weihnachten geht es um die Gemeinschaft.“ Die Kirchen seien bereits im Kontakt miteinander.

Sicher sei, dass die Sternsinger im Januar ökumenisch losziehen werden.

Kleiner Markt, beleuchteter Kirchturm und Baum in der Kirche

Schade findet Caiza-Andresen, dass es aufgrund der Richtlinien keinen „wuseligen“ Familiengottesdienst und kein gemeinsames Singen geben kann. Doch trotz der besonderen Umstände freut sich die Pfarrerin auf die Weihnachtszeit. „Unsere neue Küsterin ist gelernte Mediengestalterin. Die lässt sich richtig was einfallen. Die Deko wird noch schöner als je zuvor“, verspricht sie.

In jedem Fall gäbe es einen Baum in der Kirche. „Es soll trotz allem richtig weihnachtlich werden. Wer beten möchte, findet eine gemütliche Kirche vor“. Nach den aktuellen Richtlinien biete die Kirche nur für 10 Leute Platz – mit viel puzzlen für 30. Im vergangenen Jahr war die Kirche in zwei Weihnachtsgottesdiensten mit 120 Leuten voll – insgesamt waren an Heiligabend rund 300 Gläubige da.

Die Pfarrerin hat bereits kreative Ideen, um auch außerhalb für Weihnachtsstimmung zu sorgen: „Wir haben so einen schönen weißen Kirchturm, das wäre eine tolle Leinwand. Vielleicht kann man das Krippenspiel als Schattenspiel an den Kirchturm werfen, damit sich möglichst viele daran erfreuen können“. Vorstellen könne sie sich auch einen kleinen Markt rund um die Kirche mit verschiedenen Stationen wie dem Krippenspiel und einem Posaunenchor, auf dem sich die Leute gut verteilen können.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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