Bleibt es am Weihnachtsabend beim Anruf oder der Nachricht an die Großeltern? Nicht unbedingt. Im Altenhilfezentrum St. Mauritius in Nordkirchen seien Besuche möglich - unter Hygieneschutzauflagen. © Photo by Joshua Hoehne on Unsplash
Weihnachten und Corona

Weihnachten im Seniorenhaus: „Ein Jahr, das noch nie da gewesen ist“

Weihnachten feiern mit Oma und Opa: Nie stand außer Frage, dass das möglich ist. In diesem Jahr ist alles anders. Doch das Seniorenhaus St. Mauritius ist auf alle Fälle vorbereitet.

Zweite Welle und zweiter Lockdown: Es sind ungewöhnliche Zeiten, in denen Stefanie Ostermann ihre neue Stelle antritt. Seit Anfang November ist die Ergotherapeutin Leiterin des Sozialen Dienstes im Seniorenhaus St. Mauritius. Zuletzt arbeitete sie in der geriatrischen Reha in Lüdinghausen. Im Sommer wechselte sie ins Seniorenhaus und arbeitete dort zunächst als Ergotherapeutin. „Das ergab sich dann, dass die Stelle der Leitung für den Sozialen Dienst frei wurde“, sagt Ostermann.

Eine Position mit viel Verantwortung

Eine Position, die viel Verantwortung mit sich bringt. Inmitten der Corona-Krise ist die Funktion des Sozialen Dienstes wichtiger denn je. Denn die Mitarbeiter stellen die Schnittstelle zwischen Angehörigen und der Einrichtung dar und sind auch jederzeit für Beratungen zur Stelle. „Wir halten die Angehörigen per Newsletter wöchentlich auf dem Laufenden, wenn es Neuerungen gibt“, so Ostermann.

Und gerade in der Zeit vor Weihnachten ist die Absprache mit den Angehörigen wichtig – aber auch mit den Bewohnern. Denn das oberste Ziel ist es, trotz der Krise ein Stück Normalität zu bewahren. „Es liegt mir sehr am Herzen, den Bewohnern so viel zu ermöglichen, wie es nur geht, um einen normalen Alltag zu haben“, sagt Ostermann. Dazu gehört auch ein Weihnachtsprogramm über die Feiertage und eine Bescherung. Es wird dabei nach Wohnbereichen getrennt, sodass nur die Bewohner zusammen feiern, die im Alltag auch Kontakt zueinander haben. Abstand und Masken für Bewohner und Mitarbeiter sind Pflicht.

Und wie sieht es mit dem Weihnachtsbesuch aus? Ostermann verweist auf den aktuellen Stand: „Besuche sind auch weiterhin erlaubt, nach Vorgaben der Ämter und des Landes.“ Heißt: Angehörige müssen FFP2- oder ähnliche Masken tragen, sich anmelden und einen Fragebogen ausfüllen und es werden stichprobenartig auch Corona-Schnelltests vorgenommen. „Und weiterhin gilt – was auch ohne Corona gelten würde: Mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit sollte man nicht zu Besuch kommen.“

Heiligabend bei Angehörigen zuhause möglich

Und auch dem gemeinsamen Heiligabend bei den Angehörigen zu Hause stehe nach aktueller Lage nichts im Wege. „Nach Absprache ist es im begrenzten Zeitraum möglich, die Bewohner zu sich zu holen. Nur Übernachtungen sind nicht möglich.“ Es wurden schon danach gefragt, aber wie viele Angehörige letzten Endes ihre Familienmitglieder zu sich nach Hause holen, werde sich erst in der nächsten Woche zeigen. Ein Verbot werde jedoch nicht ausgesprochen, denn: „Hier wohnen mündige Erwachsene und da ist es ein schmaler Grad zwischen Bevormundung und der Gewährleistung der Sicherheit der Bewohner.“

Welchen ersten Eindruck zieht Stefanie Ostmann aus der neuen Arbeit? „Die Weihnachtsvorbereitungen sind neben dem normalen Betrieb schon ganz ordentlich, aber es ist auch schön und macht unheimlich viel Spaß.“

„Es ist ein Jahr, das noch nie da gewesen ist, was die Gestaltung der Feiertage und den Alltag anbetrifft.“ Die Situation mache einen wacher für das Geschehen, sagt Ostermann. „Man hält nicht an üblichen Strukturen fest, sondern schaut: Passt das zu den Bedürfnissen der Bewohner oder zu unseren Bedürfnissen.“

Alltagsstrukturen an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst

Alltagsstrukturen etwa werden ganz an die Bedürfnisse der Bewohner in den einzelnen Wohnbereichen angepasst. „Bingo etwa ist für viele das Tageshighlight, das findet im Begegnungsraum statt. Die Rätsel- und Vorleserunde findet eher auf dem Wohnbereich statt“, sagt Ostmann. „Wir versuchen, Gruppenangebote so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Ohne diese Angebote fehlten den Bewohnern der Sozialkontakt und die Tagesstruktur.“

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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