Das Solistenteam der Tanzsportgarde aus Harsewinkel präsentiert Karnevalistischen Tanzsport. Mit dabei: Die Zwölfjährige Ylva aus Südkirchen (Zweite von vorne, Mitte). Jury und Publikum waren von dem Auftritt begeistert. © Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius
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Ylva aus Südkirchen steht mit Tanzgruppe im Finale des RTL-Supertalents

Samstagabend endet für die zwölfjährige Südkirchenerin Ylva eine aufregende Zeit: Sie steht mit der Tanzsportgarde Harsewinkel auf der Final-Bühne der RTL-Show „Das Supertalent“.

Elf „Supertalente“ werden am Samstagabend (19. Dezember) in der gleichnamigen RTL-Show auf der großen TV-Bühne stehen. Die meisten davon sind Profis: Magier, Akrobaten, Sänger, Clowns und auch einer der mit seinen Händen in verschiedenen Tonhöhen pupsen kann. Mit dabei und schon sehr aufgeregt: Ylva Mause aus Südkirchen. Gemeinsam mit acht anderen Kindern ist die Zwölfjährige Teil einer Solisten-Gruppe der Tanzsportgarde Harsewinkel. „Wir sind, glaube ich, die erste Kindergruppe, die es überhaupt in das Finale des Supertalents geschafft hat“, erzählt Trainerin Daniela Schafarik stolz.

Ylva Mause tanzt schon seit einigen Jahren. Bei der Tanzsportgarde Harsewinkel allerdings erst seit 2019. Fünfmal die Woche trainiert sie. Die Fahrt von einer Stunde von Südkirchen aus nimmt ihre Mutter gerne auf sich.
Ylva Mause tanzt schon seit einigen Jahren. Bei der Tanzsportgarde Harsewinkel allerdings erst seit 2019. Fünfmal die Woche trainiert sie. Die Fahrt von einer Stunde von Südkirchen aus nimmt ihre Mutter gerne auf sich. © Tanzsportgarde Harsewinkel © Tanzsportgarde Harsewinkel

Im Verein ist Ylva erst seit 2019 und Solistin erst seit diesem Jahr. Besonders gefällt ihr an dieser Zeit, dass man mit seinem Team zusammen sein und tanzen kann. „Das Turnen und Tanzen, dass es ein Teamsport ist und die Musik dazu, das alles mag ich sehr“, sagt sie.

Ausgleich im Corona-Jahr

Im Mai hatte der Verein beschlossen, sich mit neun Kindern (sieben Mädchen und zwei Jungs), die alle zwischen acht und 14 Jahre alt sind, beim „Supertalent“ zu bewerben. Es sollte eine Art Ausgleich für die Kinder sein, die in diesem Corona-Jahr an keinen offiziellen Wettbewerben teilnehmen konnten. Im August fand der Auftritt vor der vierköpfigen Jury statt, zu der Dieter Bohlen gehört (ausgestrahlt am 7.11.). Mit einem Medley aus dem karnevalistischen Tanzsport voller Hebefiguren, Spagat, akrobatischer Elemente und vor allem begleitet von breitem Lächeln auf allen Gesichtern, überzeugten die Kinder die Jury: „Sensationell“ und „große Klasse“, beurteilte Dieter Bohlen. Ausdrücklich lobte er das besonders synchrone Tanzen. Trainerin Daniela Schafarik, auf die Bühne geholt, sagte dazu: „Wir haben hier ganz tolle Kinder mit ganz viel Herz und ganz viel Seele und dann tanzen sie auch so synchron.“ Das Ergebnis: Vier mal Ja.

Solistenteam der Tanzsportgarde aus Harsewinkel nach ihrem Auftritt zusammen mit Trainerin Schafarik (r.).
Solistenteam der Tanzsportgarde aus Harsewinkel nach ihrem Auftritt zusammen mit Trainerin Schafarik (r.). © Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius © Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Am Donnerstagabend (17.12.) nun wurde die Entscheidung gesendet: Die Jury vergab für die Talente, die mindestens drei Zustimmungen der Jurymitglieder bekommen hatten, noch einmal Punkte. Diejenigen mit den meisten Punkten kamen weiter. Die Tanzsportgarde Harsewinkel ist mit 37 von 40 möglichen Punkten im Finale des „Supertalents“ und darf am Samstagabend versuchen die Fernsehzuschauer während der Live-Show zu überzeugen, für sie anzurufen. „Das sind die synchronischten Tanzmäuse, die ich je gesehen habe“, kommentierte Dieter Bohlen seine Zehn-Punkte-Entscheidung. Angetreten waren 150 Talente, in der Live-Show treten insgesamt elf Solo-Künstler oder Truppen auf.

„Wir haben uns alle ganz doll gefreut“, jubelt Ylva im Gespräch mit der Redaktion, „das ist sehr toll und wir alle sind sehr aufgeregt.“ „Mich freut sehr, dass wir die Chance haben, unseren Randsport der ganzen Welt zu zeigen“, ergänzt Trainerin Daniela Schafarik.

Eine Woche Quarantäne

Die Truppe selbst weiß schon seit einiger Zeit, dass sie im Finale ist, dürfte der Öffentlichkeit aber bisher nichts verraten. Ihr wurde freigestellt, ob sie mit Maske auf die Bühne oder in Quarantäne möchte. Gemeinsam mit den Familien entschied sich Daniela Schafarik für Letzteres. Und so verbrachten sie die vergangene Woche in einem von RTL zur Verfügung gestellten Haus in Köln, beliefert mit Lebensmitteln, versorgt mit Schulaufgaben und begleitet von vier Müttern. Üben konnten sie in dieser Zeit wenig – der Platz fehlte.

Seit Sonntag wohnt die Tanzsportgarde nun im Kandidatenhotel. Ihre Tage sind angefüllt mit Tanz- und Kostümproben. Die Trainerin fühlt sich aber schlecht vorbereitet. Praktisch habe die Truppe nur eine Woche echte Vorbereitungszeit gehabt. „Wenn man schon antritt, träumt man davon, zu gewinnen“, sagt sie, „aber eigentlich haben wir unser Ziel ja schon erreicht. Wir hoffen einfach, dass wir die Herzen der Menschen erreichen und viele für uns anrufen.“

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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