Zu Besuch auf Westfalens ältestem Bauernhof

Im Jahr 1517 erbaut

Wer auf Hof Grube nur Schweine, Hühner oder Kühe vermutet, hat keine Vorstellung davon, welche Bedeutung eigentlich hinter dem Gelände am Dortmund-Ems-Kanal steckt. Hof Grube ist der älteste Hof Westfalens. Wir waren auf dem Gelände in der Bauerschaft Tetekum zu Gast und haben Besitzer Johannes Busch im Video interviewt.

LÜDINGHAUSEN

08.04.2016, 05:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.

Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.

Es war vor 13 Jahren. Da entdeckte das Ehepaar Busch aus Lüdinghausen einen alten, verfallenen Hof auf der anderen Seite des Dortmund-Ems-Kanals. Fünf Jahre später war der Hof gekauft, die Renovierungsarbeiten angelaufen. "Es handelt sich hier um eine Hofanlage von 1517", erklärt Johannes Busch. Von Anlagen aus dieser Zeitepoche gäbe es keine zehn Stück mehr.

Damals habe man durch eine sogenannte "Dendro-Chronologie-Beprobung", also durch die Untersuchung des Holzes, das genaue Alter datieren können. Von damals sei aber nicht viel übrig geblieben. "Wir haben ein paar alte Balken ans Tageslicht befördert, als wir renoviert haben", sagt Busch. Diese seien noch original. Von 1517. Doch das sei nicht der älteste Fund gewesen. Archäologen untersuchten den Hof, fanden Überreste aus dem 10. Jahrhundert nach Christus. "Es war ein Pferdegrab, das die Archäologen da hervorgebracht haben."

Mehrfach umgebaut

Mehrfach wurde der Hof in der Vergangenheit umgebaut. Kein Wunder, denn 25 Generationen von Bauern lebten hier - und jede hat den Hof auf ihre Art und Weise verändert. Das Bauernhaus wurde gestreckt und gestaucht, verbreitert und ausgebaut, erzählt Busch. "Der Giebel ist zum Beispiel von 1923. Das sieht man an der Verbauung von Backsteinen. Das deutet auf einen fast industriellen Stil hin." In der Weimarer Republik habe es einen regelrechten Schub für die Höfe gegeben. Entstanden ist zu dieser Zeit auch die Scheune, im Jahr 1927.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das ist Westfalens ältester Bauernhof

Hof Grube ist Westfalens ältester Hof. Er wurde im Jahre 1517 erbaut. Inzwischen hat Johannes Busch ihn gekauft und ist dabei, das Gebäude zu restaurieren. In der Bevölkerung gibt es großes Interesse an Besichtigungen. Auch die Ruhr Nachrichten haben einen Blick in das historische Gebäude werfen können.
07.04.2016
/
Am Dortmund-Ems-Kanal, ein bisschen abgelegen in der Bauerschaft Tetekum in Lüdinghausen, liegt Hof Grube - ein Stück lebendige Geschichte im Münsterland.© Foto: Vanessa Trinkwald
Die alte Scheune.© Foto: Vanessa Trinkwald
Am Dortmund-Ems-Kanal, ein bisschen abgelegen in der Bauerschaft Tetekum in Lüdinghausen, liegt Hof Grube - ein Stück lebendige Geschichte im Münsterland.© Foto: Vanessa Trinkwald
Entstanden ist das Haupthaus zu Lebzeiten des Reformators Martin Luther, Anfang des 16. Jahrhunderts.© Foto: Vanessa Trinkwald
Am Dortmund-Ems-Kanal, ein bisschen abgelegen in der Bauerschaft Tetekum in Lüdinghausen, liegt Hof Grube - ein Stück lebendige Geschichte im Münsterland.© Foto: Vanessa Trinkwald
Am Dortmund-Ems-Kanal, ein bisschen abgelegen in der Bauerschaft Tetekum in Lüdinghausen, liegt Hof Grube - ein Stück lebendige Geschichte im Münsterland.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Seit 2008 ist das Denkmal im Besitz von Johannes Busch und seiner Ehefrau Karin.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Am Dortmund-Ems-Kanal, ein bisschen abgelegen in der Bauerschaft Tetekum in Lüdinghausen, liegt Hof Grube - ein Stück lebendige Geschichte im Münsterland.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Am Dortmund-Ems-Kanal, ein bisschen abgelegen in der Bauerschaft Tetekum in Lüdinghausen, liegt Hof Grube - ein Stück lebendige Geschichte im Münsterland.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Mithilfe eines Förderprojektes der Deutschen Stiftung Denkmalschutz soll der Hof erhalten bleiben.© Foto: Vanessa Trinkwald
Der Heimatverein Olfen hat Anfang April Hof Grube in Lüdinghausen besucht - einen der ältesten, noch erhaltenen Bauernhöfe in ganz Westfalen.© Foto: Vanessa Trinkwald
Seit 2008 ist das Denkmal im Besitz von Johannes Busch und seiner Ehefrau Karin.© Foto: Vanessa Trinkwald
Schlagworte

Im Jahr 1974 war der vorläufige Zenit des Hofes erreicht. Der damalige Besitzer Heinrich Grube baute einen großen Schweinestall auf das Gelände und trieb den Hof damit in den finanziellen Ruin. Bis zu seiner Wiederentdeckung 2003 verfiel das Gelände, sollte sogar abgerissen werden.

Wie kommt man auf die Idee, ein solches Projekt überhaupt zu verwirklichen; was treibt einen an, immer weiterzumachen und nicht aufzugeben? "Man wächst so in das Projekt hinein", antwortet Busch. "Unsere Kinder sind damals aus dem Haus und da kam die Idee für das Projekt."

Große Unwissenheit über historische Aussagekraft

Es gäbe ein großes Unwissen um die historische Aussagekraft solcher alten Bauernhäuser, sagt Johannes Busch. Das sehe er deutlich beim Thema Bezuschussung durch Fördergelder. "Wir haben uns unter anderem für die Regionale 2016 beworben und für das EU-Projekt Leader, das die Kultur auf dem Land unterstützen soll", erzählt Busch. Doch beide Unternehmungen scheiterten.

"Es kommen eben 1000 Burgen auf zehn solcher Bauernhäuser", sagt Busch. Bei der Regionale musste sich der Hof beispielsweise der Burg Vischering in Lüdinghausen geschlagen geben. Trotzdem gebe es auch Gutes zu berichten, denn der Hof darf sich offiziell "Baudenkmal von nationaler Bedeutung" nennen. Möglich macht das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von ihr wurde der Hof mehrere Jahre gefördert.

Wohnungen geplant

Doch was soll nach der Restauration aus dem Gebäude werden? Eventuell Wohnungen, sagt Busch, der mit seiner Frau selber schon im renovierten Obergeschoss lebt. Das Gebäude soll wärmegedämmt werden. Bald kommen auch neue Fenster und ein neuer Boden hinein. "Die werden die Originalfarbe bekommen, das sogenannte Bremerblau. Auch etwas, das in Vergessenheit gerät."

Das Wichtigste aber ist, so Busch, dass auch die junge Generation die Möglichkeit hat, sich ein solch wichtiges Baudenkmal anzusehen. Selbstverständlich ist das nicht. Es braucht Leute und Ausdauer. Hof Grube hatte Glück.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt