Nach 20 Jahren überlässt Bernhard Bußmann nun jemand Neuem den Posten als Vorsitzender des SuS Olfen. © Sebastian Reith
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Der Mann für alles geht: Bernhard Bußmann blickt auf 20 Jahre als Vorsitzender des SuS Olfen

Schon vor drei Jahren machte Bernhard Bußmann ernst und kündigte für 2021 den Rückzug vom Vorsitzenden-Posten an. Die Nachfolge ist geregelt. Der Wechsel bringt nicht nur Wehmut mit sich.

Er war der Mann für alles. Der Mann, der Tag und Nacht für den SuS Olfen im Einsatz und sich für nichts zu schade war. Schon vor drei Jahren machte Bernhard Bußmann bekannt, dass er in diesem Jahr nicht mehr als Vorsitzender des Vereins antreten wird und nach 20 Jahren im Dienst nun ein Nachfolger gesucht werden muss. Und die Fußstapfen, in die der oder die Neue treten wird, sind ziemlich groß. Denn Bußmann hat in den vergangenen Jahren für seinen Posten gelebt und meistens mehr gemacht, als er als Vorsitzender müsste.

Er habe in der Vergangenheit mal auf drei Seiten zusammengestellt, welche Aufgaben er so alle übernehme. Zunächst einmal repräsentiere er den Verein nach außen hin, muss immer Ansprechpartner sein für die Stadt, leitet Sitzungen, macht Geländebegehungen, ist beim Aufstieg von Mannschaften vor Ort und kümmert sich um die Texte auf der Internetseite des SuS Olfen. Seit zehn Jahren hat Bußmann auch in einem Viererteam das gesamte Sportzentrum abgeschlossen. „Das macht ein Vorsitzender eigentlich gar nicht“, gibt der 65-Jährige zu.

Die Zügel in der Hand

Er sei aber auch einfach vom Typ her jemand, der gerne vieles sofort an sich genommen hat und allein und schnell erledigen wollte. Es gebe Vorsitzende, die nur repräsentieren. So hat sich Bußmann aber nie definiert. Für ihn war wichtig, dass er die „Zügel in der Hand hält“ und in allem informiert ist. „Mich hat man nie auf dem falschen Fuß erwischt“, erklärt er stolz.

Dass das natürlich mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist, war Bußmann immer bewusst gewesen. „Ich hatte damit nie ein Problem, aber heute kann man das keinem mehr zumuten.“ Und das nun natürlich die Ansprüche an den Nächsten extrem hoch sind, weiß der Vorsitzende auch. „Alle meinen, sie müssten sich nun an dem messen, was ich gemacht habe.“ In Zukunft werden die ganzen Aufgaben, die er übernommen hat, wohl aber auf mehr Schultern im Verein verteilt werden, weiß der 65-Jährige.

Findungskommission sucht Nachfolger

Die Suche nach seinem Nachfolger überlässt Bußmann aber anderen. Nachdem man als Hauptvorstand nämlich keine passende Person gefunden hatte, wurde eine Findungskommission eingesetzt. Die besteht aus drei Olfenern, die eng mit dem Verein verbunden und auch selbst Mitglied im SuS sind. „Die wissen genau, worauf sie achten müssen und haben auch entsprechende Verbindungen, um passende Leute anzusprechen“, erklärt Bußmann. Das Trio war bereits erfolgreich und wird bei der nächsten Jahreshauptversammlung, die am 20. August stattfindet, den Neuen beim SuS Olfen vorstellen.

Dass sein Nachfolger sich mit dem Verein identifiziert und Interesse an den Aufgaben mitbringt, das ist Bußmann wichtig. Es brauche auch jemanden, der ein gewisses Zeitbudget und ein sehr gutes Zeitmanagement mitbringt. Und der neue Vorsitzende muss Verantwortung übernehmen wollen. „Man muss für alles den Kopf hinhalten und ist immer in der Haftung, wenn mal was schief läuft.“

SuS Olfen muss sich weiterentwickeln

Dass 2021 das Jahr ist, um zu gehen, begründet Bußmann zum einen mit seinem Alter. Zum anderen sei er aber auch ein wenig amtsmüde geworden. „Der Kick, etwas Neues zu starten und innovativ tätig zu werden, ist nicht mehr so da wie früher“, erklärt er. Zu lange in einem Amt zu bleiben, kann für ihn dazu führen, dass neue Entwicklungen verschlafen werden.

Vereine müssten heute anders geführt werden als noch vor 20 Jahren. Und deswegen brauche es jüngere Leute, die neue Ideen einbringen, vielleicht auch neue Trendsportarten beim SuS Olfen installieren und eine gewisse „Auffrischungskur“ machen. „Wenn ich den Posten noch länger machen würde, wäre es kein Fortschritt mehr für den Verein. Und Stillstand ist Rückschritt“, erklärt Bußmann.

Viel erreicht in den vergangenen 20 Jahren

Der Vorsitzende blickt aber stolz auf die vergangenen 20 Jahre zurück. Nicht nur auf seine Tätigkeit, sondern auch auf das gesamte Team um ihn herum und die Entwicklung des Steversportparks. „Was wir daraus gemacht haben, ist wirklich immens.“ Wo früher nur ein Ascheplatz war, befinden sich heute zwei Kunstrasenplätze, eine Tartanbahn und zusätzlich noch eine Dreifachsporthalle sowie die Hoddenhalle. Auch der Hammerwurfring (2004), das Regiehäuschen (2007) und die Tribüne (2013) sind in Bußmanns Zeiten als Vorsitzender entstanden.

Auch sportlich gesehen, erinnert sich der 65-Jährige gerne an die Jahre beim SuS Olfen zurück. Die Aufstiege der Fußballteams, die Zeit der Volleyballerinnen in der 2. Bundesliga und die zahlreichen Erfolge in der Leichtathletik sind nur wenige Highlights, die in den 20 Jahren zusammengekommen sind. „Das kann man gar nicht alles zusammenfassen, was ich hier alles erlebt habt.“

Bernhard Bußmann engagiert sich seit Jahrzehnten für die Leichtathletik - als Trainer und als Funktionär. Seit fast 20 Jahren ist er zudem Gesamt-Vorsitzender des SuS Olfen.
Bernhard Bußmann engagiert sich seit Jahrzehnten für die Leichtathletik – als Trainer und als Funktionär. Seit fast 20 Jahren ist er zudem Gesamt-Vorsitzender des SuS Olfen. © Sebastian Reith (A) © Sebastian Reith (A)

Somit ist auch ein bisschen Wehmut vorhanden, wenn er im September dann ganz offiziell seinen Vorsitzenden-Posten abgeben muss. Im Moment kann sich Bußmann noch gar nicht vorstellen, dass er in Zukunft einige Sachen nicht mehr übernehmen muss. „Da wird mein Herz immer dran hängen, denn es gab für mich nie einen anderen Verein.“

In Zukunft wird Bußmann dem Verein aber noch weiter erhalten bleiben, etwa als Leichtathletik-Coach. Doch da sich der Vorsitzende als Ziel gesetzt hat, sich aus dem Hauptvorstand komplett zurückzuziehen, gibt er im September noch eine weitere Stelle ab: den Posten als Abteilungsleiter für Turnen/Leichtathletik/Volleyball. Ein Verbleib würde bedeuten, dass er automatisch stellvertretender Vorsitzender des ganzen Vereins wäre. In vier Monaten ist dann also gleich mit zwei Jobs Schluss.

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