Niklas Hanisch macht eine starkes Spiel im Olfener Tor. Hier drängt er Nordkirchens Simon Mors ab. © Nico Ebmeier
Fußball

Der Zufall hilft: Niklas Hanisch wird zum Matchwinner des SuS Olfen und eröffnet den Konkurrenzkampf

Auch wenn er vier Gegentore mit dem SuS Olfen kassiert, zeigt Niklas Hanisch eine starke Leistung im Tor des SuS. Dabei hilft ihm der Zufall, dass er im Derby gegen den FC Nordkirchen ran darf.

Nach nicht einmal 20 Minuten sieht alles danach aus, als müsse der SuS Olfen die nächste Demontage hinnehmen. Der Fußball-Bezirksligist liegt im Derby gegen den FC Nordkirchen durch die Tore von Marcel Stiepermann (7. Minute) und Joachim Mrowiec (11.) schon mit 0:2 hinten. Und nach 18 Minuten zeigt der Schiedsrichter völlig zurecht auf den Elfmeterpunkt. Dann folgt jedoch der Auftritt von Niklas Hanisch, der zumindest ein kleiner Wendepunkt bedeutet.

Marcel Siepermann vergibt Elfmeter für den FC Nordkirchen

Stiepermann legt sich den Ball zurecht, bereit, den Doppelpack zu schnüren. Der Nordkirchener Stürmer läuft an, schießt den Ball mit ordentlich Tempo ins, vom Schützen aus gesehen, linke Eck und dürfte sich innerlich schon zum Jubeln bereit gemacht haben. Doch Hanisch macht sich lang und lenkt den Strafstoß über die Latte.

Der Jubel auf Olfener Seite ist groß, bedeutet die Parade doch, dass der SuS sich noch Hoffnungen macht, vielleicht Zählbares aus dem Schlosspark zu entführen. Sofort gehen die Köpfe nach oben. Von der Bank kommen neben Anfeuerung auch hörbar beeindruckt-anerkennende Worte: „Dabei war der richtig gut geschossen“, staunt Trainer Patrick Linnemann über die Leistung seines Schlussmanns.

„Wir haben im Training noch Elfmeter geübt“, erzählt Hanisch selbst, „aber da war die Leistung bei mir nicht so da.“ Wie hat der Torwart den Strafstoß dann gehalten? „Ich habe mich für die rechte Ecke entschieden und dann kam der Ball da auch hin und dann hatte ich ihn halt“, meint Hanisch lapidar.

Niklas Hanisch meldet durch seine Leistung Ansprüche auf den Platz im Tor des SuS Olfen an.
Niklas Hanisch meldet durch seine Leistung Ansprüche auf den Platz im Tor des SuS Olfen an. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

Der gehaltene Elfer bleibt nicht die einzige starke Tat Hanischs. Stellvertretend für weitere gute Aktionen steht eine Szene aus der 44. Minute: Gleich drei Mal packt Hanisch innerhalb einer Minute zu und verhindert mit drei Großtaten den dritten Einschlag im Olfener Tor.

Die gute Leistung ist auch Hanischs Trainer nicht verborgen geblieben: „Mich freut es total für Niklas Hanisch, der heute seine Chance bekommen hat und die zu 100 Prozent genutzt hat“, sagt Lainnemann. „Den Elfmeter hat er sensationell gehalten. Die weiteren Aktionen von ihm waren auch toll.“

Der Zufall hilft Niklas Hanisch

Dass Hanisch überhaupt ins Tor rückt, ist auch dem Zufall zu verdanken. Denn eigentlich ist der Schlussmann gar nicht für die Bezirksliga-Mannschaft eingeplant. „Eigentlich war er Ersatztorwart in der Dritten“, erzählt Linnemann. „Wir haben ihn dann für Trainingszwecke hochgeholt, damit wir mit drei Keepern arbeiten können. Dann hat er eine sensationelle Leistung gezeigt.“

Dass es Hanisch aber direkt in die erste Elf spült, dafür braucht es noch etwas mehr. Die vor der Saison designierte Nummer eins, Jan Stember, fehlt schon seit einiger Zeit verletzt. Zunächst war der Posten zwischen im Tor damit an Hendrik Maruhn vergeben. Vor dem Spiel ist er aber angeschlagen, sodass es den Wechsel auf der Torhüter-Position gibt. „Er hat auf diesen Tag hingearbeitet“, so Linnemann.

Der Lohn für die gute Leistung: „Wenn im Training nichts schief geht, werde ich wieder auf ihn setzen“, sagt Linnemann. „Zur Zeit hat Niklas die Nase vorn. Die Karten sind neu gemischt.“ Und was ist, wenn Stember zurückkehrt? „Die Karten sind neu gemischt“, wiederholt der SuS-Trainer nur.

SuS Olfen muss sich weiter steigern

Hanisch jedenfalls will den Platz im Tor möglichst nicht mehr hergeben. „Ich denke schon, dass ich spiele. Ich habe auch im Training gut gehalten.“ Selbst kommentiert Hanisch die eigene Leistung eher nur mit wenigen Sätzen, ausführlicher äußert er sich über die seiner Teamkollegen: „Wir haben uns im Vergleich zum letzten Spiel gesteigert. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt, wir haben gekämpft, wir haben gegengehalten und ein gutes Spiel gemacht“, so Hanisch.

Der Torwart hofft nun, dass der SuS den Trend fortsetzt: „Ich denke schon, dass wir uns von Spiel zu Spiel verbessern werden und die Punkte dann kommen.“ Niklas Hanisch selbst kann dazu seinen Teil im nächsten Spiel dazu beitragen. Das wünscht sich auch sein Trainer: „Die Leistung, die er gezeigt hat, darf er nächste Woche Sonntag gerne wiederholen“, meint Patrick Linnemann.

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Matthias Henkel
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Nico Ebmeier

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