Mit dem BVB holte Mateusz Ostaszewski (r.) die Deutsche B-Jugendmeisterschaft. © imago/Revierfoto
Fußball

Ex-BVB-Spieler Mateusz Ostaszewski: Spaß beim SuS Olfen statt Profi-Karriere

Mit der Verpflichtung des ehemaligen BVB-Spielers und Ex-Profis Mateusz Ostaszewski gelingt dem SuS Olfen eine Überraschung. Der Neuzugang spricht hier unter anderem über den Wechsel und Rituale.

Als der SuS Olfen Ende vergangener Woche verkündete, Mateusz Ostaszewski verpflichtet zu haben, dürfte das Erstaunen bei allen, die nicht unmittelbar am Transfer beteiligt waren, groß gewesen sein. Schließlich gelang es dem Sportlichen Leiter Norbert Sander, einen Spieler für den Fußball-Bezirksligisten zu gewinnen, der mit Borussia Dortmund unter Hannes Wolf Deutscher B-Jugendmeister wurde und als Senior bereits im Profibereich Erfahrung gesammelt hat.

Unter normalen Umständen hätten die Klubs der Region wohl Schlange gestanden, als bekannt wurde, dass ein Spieler solch einer Qualität zu haben ist. Sander selbst hatte Ostaszewski bei dessen Vorstellung beim SuS Olfen gefragt: „Was willst du bei uns in der Bezirksliga?“

Doch für den 22-Jährigen war anderes entscheidend: Er will sich in seiner neuen, alten Heimat einleben – ein anderer Klub als der SuS Olfen schied daher aus. „Ich möchte mich gut integrieren und alle Spieler kennenlernen“, sagt Ostaszewski im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Mateusz Ostaszewski läuft zwei Jahre für den BVB auf

Ein kurzer Rückblick: Als Jugendlicher kommt Ostaszewski mit seinen Eltern – auch wegen des Fußballspielens – nach Deutschland. Die Familie zieht nach Olfen. Ab 2014 spielt Ostaszewski für zwei Jahre in Deutschland, beim BVB. Danach zieht es den Mittelfeldspieler zurück in die polnische Heimat zu seinem Heimatklub Jagiellonia Bialystok. Es folgen mehrere Leihen zu Vereinen der dritten und vierten polnischen Liga. Nach einer letzten Station in Polen ist Ostaszewski seit dem Sommer vereinslos.

Mit dem Profifußball ist es erst einmal vorbei, Ostaszewski kehrt nach Deutschland zurück und zieht zurück zu seinen Eltern nach Olfen. Hier findet er einen Ausbildungsplatz als Physiotherapeut. „Gleichzeitig als Profi unterwegs zu sein, das klappt nicht“, meint Ostaszewski.

Nach einem halben Jahr ohne Verein juckt es den ehemaligen polnischen U-Nationalspieler aber bereits wieder in den Füßen. „Ganz aufhören kann ich nicht“, sagt der 22-Jährige, „das ist einfach zu schwierig für mich.“ Also suchte er sich eine Mannschaft vor der Tür – der Platz des SuS Olfen liegt nur wenige Meter vom Haus der Ostaszewskis entfernt.

Mit dem SuS Olfen geht es um den Klassenerhalt

Mit seinem neuen Verein wird es bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorrangig darum gehen, die Klasse in der Bezirksliga zu halten. Das ist auch Ostaszewski klar. Dabei will auch der Neuzugang helfen, der der Kreativabteilung auf dem Feld zuzuordnen ist. „Ich bin auf jeden Fall eher Offensivspieler und auf der Acht oder Zehn zuhause“, sagt Ostaszewski.

Dabei bringt der ehemalige BVBler typische Eigenschaften für diese Positionen mit. „Ich denke, ich habe eine gute Technik, eine hohe Passqualität“, sagt Ostaszewski, „und ich habe ein gutes Auge auf dem Feld.“ Verbessern könne er sich aber noch beim Torabschluss, ein Vollstrecker sei er nicht gerade, meint der 22-Jährige.

Und wie steht es mit der Integration, die der Offensivmann ja vor allem in Olfen anstrebt? „Bald wird es ein Online-Meeting auch mit allen Neuzugängen geben“, berichtet Ostaszewski. Auch auf ein Aufnahmeritual wäre der ehemalige Profi vorbereitet, schließlich habe er in dieser Richtung schon Erfahrung gesammelt. Er könne ein Lied singen, wenn verlangt. Welches wisse er aber nicht, „das kommt spontan“.

Die Profi-Erfahrungen helfen

Hier dürften ihm auch die Erfahrungen aus seiner Profizeit weiterhelfen, wo solche Rituale fast immer durchgeführt werden, um in den Mannschaftskreis aufgenommen zu werden.

Mit seinem Hintergrund als ehemaliger hauptberuflicher Fußballer dürfte Ostaszewski auch für die Aufgabe eines Führungsspielers wie geschaffen sein. Darauf angesprochen, zögert er etwas länger und sagt dann: „Ich werde mich nicht in den Vordergrund stellen. Wenn jemand etwas braucht, versuche ich zu helfen. Ich werde einfach versuchen so zu sein, wie ich bin.“ Der SuS Olfen dürfte in Zukunft noch viel Freude an Mateusz Ostaszewski haben – nicht nur wegen seiner fußballerischen Qualitäten.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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