Viel zu lachen hatte der SuS Olfen in 2020 nicht. © Nico Ebmeier
Fußball

Jahresbilanz: Beim SuS Olfen stimmten 2020 oft die Leistungen, aber nicht die Ergebnisse

In unserer Jahresbilanz-Reihe schauen wir uns das gesamte Kalenderjahr der heimischen Teams an. Auch, wenn nur knapp fünf Monate Fußball gespielt wurde, hatte 2020 Einiges zu bieten.

Wer sich die Ergebnisse des Fußball-Bezirksligisten SuS Olfen aus diesem Jahr anschaut, wird erst einmal schlucken. Nur zwei Ligasiege feierte die Mannschaft von der Hoddenstraße in 2020. Allerdings zeigte die Mannschaft immer wieder, was in ihr steckt. Ein Blick auf das kurze Corona-Jahr des SuS.

„Vier oder fünf Absteiger. Das wird richtig hart und sehr, sehr schwer für uns“, wusste Jupp Ovelhey, Trainer der Olfener, schon in diesem Sommer. Und tatsächlich – nach bisher sechs gespielten Partien ist klar: Der Nichtabstieg wird in diesem Jahr besonders schwer. Doch das hat nur bedingt mit der Qualität des Kaders oder anderen Voraussetzungen zu tun – viel mehr hatte der SuS im gesamten Jahresverlauf immer wieder Pech.

Doch von vorne: Nach einer guten Hinrunde der Saison 2019/2020 war bei den Olfenern alles im Lot. Kantersiege im Derby gegen Lüdinghausen sowie gegen Abstiegskandidat Alstätte und auch sonst erhamsterte sich Olfen immer wieder Pünktchen um Pünktchen. In den ersten Monaten dieses Jahres verließ der Mannschaft vom damaligen Coach Michael Krajczy aber dann doch zu häufig das Glück.

Neuer Trainer, alte Probleme

Gegen die Adler Weseke, den TuS Wüllen und Lüdinghausen waren drei Siege fest eingeplant, doch die Olfener blieben bei „nur“ vier Pünktchen und rutschten immer weiter in Richtung Tabellenkeller. Bei der letzten Partie vor dem ersten Corona-Lockdown war dann der Ligazweite aus Stadtlohn zu Gast und der SuS war völlig überraschend spielbestimmend. Durch einen fragwürdigen Elfmeter und fehlendes Spielglück endete das Spiel im strömenden Regen aber 0:2. Sinnbildlich für ein unglückliches 2020.

Denn auch nach dem Sommer und mit Neu-Coach Ovelhey schafften es die Olfener zu häufig nicht, die nötigen Ergebnisse zu bringen. Nach dem starken Derbysieg über Lüdinghausen holte der SuS kein einziges Mal mehr drei Punkte – auch wenn die Leistungen oft gut waren. Gegen Waltrop, Kirchderne und Huckarde war der SuS nie wirklich die schwächere Mannschaft, doch späte Gegentreffer verhinderten jeweils große Tabellensprünge.

Corona-Quarantäne bringt SuS Olfen aus der Spur

Nicht vergessen werden dürfen natürlich auch die Umstände, mit den der Verein von der Hoddenstraße zu kämpfen hatte. Nach den vielen Corona-Infektionen im Zusammenhang mit einer Hochzeit in Ascheberg schloss Olfen für zwei Wochen seine Tore und hat deswegen zwei Spiele weniger auf dem Konto als viele Gegner im Abstiegskampf. Zusätzlich entschieden sich mit Sven Schlestein und Marvin Böttcher zwei wichtige Stützen dafür, den Fußball während der Pandemie bei Seite zu legen, um die eigenen Betriebe zu schützen.

Ein wenig fröhlicher verlief die aktuelle Pokalsaison. Zum ersten Mal seit drei Jahren überstanden die Olfener die erste Runde und gaben auch Landesligist Eintracht Ahaus lange Paroli. Am Ende waren es aber mal wieder späte Gegentreffer, die den SuS um den erhofften Erfolg brachten.

Ins neue Jahr geht die Ovelhey-Truppe also auf dem vorletzten Tabellenplatz, doch der Schein einer schlechten Mannschaft trügt. Schafft es der SuS die Qualität der Mannschaft auf den Platz zu bringen, wird es sicher noch weiter nach oben in der Tabelle gehen. Schlecht für Olfen ist allerdings, dass in den nächsten fünf Spielen gleich vier Spitzenteams auf der anderen Seite stehen werden. Spätestens in den Duellen mit den Mannschaften aus Castrop-Rauxel und Stockum muss der Bezirksligist dann aber zeigen, was in ihm steckt. Sonst wird es mit dem zweiten Klassenerhalt in Serie sehr schwer.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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