Johanna Kiefer (rechts) steigert sich trotz der schweren Bedingungen durch Corona in ihrer Lieblingsdisziplin immer weiter. © SuS Olfen
Leichtathletik

Junge Hochspringerin mit viel Potenzial: Beim SuS Olfen setzt man auf spezielles Training

Durch die Corona-Pandemie war für die jungen Leichtathleten des SuS Olfen lange Zeit nicht viel möglich. Eine Athletin sticht aber trotzdem heraus. Das liegt nicht nur am Training in Olfen.

Für viele Sportler war das vergangene Leichtathletik-Jahr durch die Corona-Pandemie kein leichtes. Wenn die Athleten keinem Bundes- oder Landeskader angehörten, war es nur schwer, wie sonst zu trainieren oder sich bei Wettkämpfen mit anderen zu messen. Umso erfreulicher ist es, wenn Athleten trotz der widrigen Bedingungen an alte Leistungen anknüpfen. So auch Johanna Kiefer, die seit rund vier Jahren für den SuS Olfen startet. Ihr Fokus: der Hochsprung.

Die W15-Athletin zeigte bereits bei der Westfälischen Meisterschaft im September vergangenen Jahres, was sie in dieser Disziplin alles drauf hat. 1,52 Meter standen zu Buche – Bestleistung um vier Zentimetern überschritten. Zwei Wochen zuvor waren es zum Vergleich nur 1,41 Meter. Auch in diesem Jahr zeigt die junge Olfenerin ihr Talent über der Hochsprunglatte. Bei der Westfalenmeisterschaft, diesmal in der Halle, waren 1,48 Meter drin, in Olfen bei der Vereinsmeisterschaft Anfang Juli packte sie 1,51 Meter aus. Und das mit deutlich weniger Trainingsvorbereitung als sonst.

Potenzial für Höhen um die 1,60 Meter

Seit rund zwei Jahren ist Johanna Kiefer in der Trainingsgruppe von Rüdiger Lenz und spezialisiert sich seitdem auf den Hochsprung. „Das macht ihr am meisten Spaß und sie freut sich da immer drauf“, weiß der 55-Jährige. Bernhard Bußmann, Vorsitzender und Trainer beim SuS Olfen sieht viel Potenzial in ihr. „Sie ist groß gewachsen und talentiert, das kann schnell in den Bereich von 1,60 Meter gehen“, erklärt er.

Auch wenn sich bei Johanna Kiefer bereits in der W15 die Tendenz in Richtung Hochsprung andeutet, fokussiert man sich im Training bei Weitem nicht nur auf diese Disziplin. Bei den wöchentlichen Einheiten ist alles dabei: Weitsprung, Lauf- und Joggingeinheiten. Im Hochsprung sei es zudem wichtig, sich auch dem Sprint zu widmen, da diese beiden Disziplinen einander ständig bedingen, erklärt Bußmann.

Grundausbildung in der Jugend besonders wichtig

Die sportliche Ausbildung beim SuS Olfen ziele auf Vielseitigkeit ab, damit die Athleten die Grundlagen auch wirklich beherrschen. „Talente kann man auch erst entdecken, wenn man alle Disziplinen gesehen hat“, fügt Bußmann hinzu. Eine Spezialisierung findet oftmals erst mit 16 oder 17 Jahren statt. Der Olfener Coach sieht aber immer wieder, dass Trainer versuchen, in jungem Alter viel zu intensiv zu trainieren. Das gehe oftmals aber nach hinten los. „Die Athleten sind früh und schnell gut, verschleißen aber rasch wieder.“ Diese Stagnation gilt es zu verhindern, damit die Athleten auch im Erwachsenenbereich noch gute Leistungen erzielen.

Alles braucht also Zeit und Geduld. Mit extremem Druck an die ganze Sache ranzugehen, sei deswegen nicht der richtige Weg, weiß Rüdiger Lenz. „Ein bisschen ist immer gut, auch um die Athleten anzuspornen. Man muss aber in dem jungen Alter Spaß an dem Sport haben.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.