Ein Selmer Fußballer ist zwar nicht so gut wie Peter Wright, gehört aber zu den besten Spielern der Region. © dpa (Symbolbild)
Darts

„Macht total Bock“: Ein Selmer Fußballer gehört zu den besten Darts-Spieler der Region

Die Darts-Weltmeisterschaft steht mal wieder vor der Tür und auch hier in der Region fiebern die Sportler diesem Großergebnis hinzu. Ein Selmer Fußballer führt sogar die Bestenliste eines Vereins an.

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind, heißt es in einem klassischen, deutschen Weihnachtslied, doch für viele Sportler ist in dieser Zeit ein anderes Event etwas wichtiger. Im Londoner „Ally Pally“ fliegen bei der Darts-Weltmeisterschaft nämlich wieder die Pfeile.

Viel Bier, alte Bars, laute Gesänge und schrille Kostüme. Für viele Menschen war der Darts-Sport lange Zeit nicht mehr als ein langweiliges Kneipenspielchen, das man mit ein paar Promille intus zum Abendausklang spielen kann. Gerade in Deutschland war kaum jemand vom englischen Wurfsport begeistert. Doch in den letzten Jahren hat sich das deutlich geändert.

Anstatt der Sporttasche hat Mario Rast häufiger Mal einen Dartspfeil in der Hand. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Jahr für Jahr zieht die Weltmeisterschaft mehr und mehr Zuschauer vor die Fernseh-Geräte. Auch vor Ort im Londoner „Alexandra Palace“, wo die WM traditionell ausgetragen wird, sind immer mehr deutsche Flaggen zu sehen, was besonders mit dem Namen Max Hopp zusammen hängt. Der deutsche Ausnahmespieler machte den Sport mit seinen Erfolgen auch hierzulande immer populärer.

„Ich denke, dass es besonders durch Max Hopp in Deutschland seit einigen Jahren einen echten Darts-Boom gibt. Ich meine, fast Jeder hat mittlerweile ein Dartboard im Keller hängen. Es macht einfach total Bock“, sagt Mario Rast, der eigentlich Fußball-Trainer bei den Herren der SG Selm ist.

„Fußball und Darts lassen sich gut verbinden“

Allerdings ist hier in der Region der Kneipensport aus England schon längst ein Thema – immer wieder gründen sich neue Vereine und auch die Ligen werden Jahr für Jahr größer. Im Februar 2004, also weit bevor der Sport in Deutschland echt populär wurde, gründete Rast zusammen mit sechs Mitspielern in der Olfener Kneipe „Zum Sternbusch“ den Take-It-Easy-Dartsclub für die Städte Olfen, Lünen und Bönen und wer sich dort die Allzeit-Bestenliste anschaut, sieht den Selm-Coach mit sechs Vereins-Titeln und insgesamt zwölf Podiumsplätzen ganz oben platziert.

„Das ist mittlerweile schon ein paar Jahre her. Mittlerweile spiele ich bei Moskitos in Olfen und auch längst nicht mehr so regelmäßig. Als ich noch bei Take-It-Easy gespielt haben, waren wir sogar richtig erfolgreich“, sagt Mario Rast, der anders als die meisten seiner Team-Kameraden keinen Künstlernamen besitzt und einfach nur „Rasti“ gerufen wird. Mit Take-It-Easy stieg der Fußballer 2007 sogar in die Oberbezirksliga auf, die dritthöchste Liga der Bundesrepublik. „Das ist dann schon ein enormes Niveau. Wenn dir da jemand sagt, du brauchst jetzt mindestens 100 Punkte, dann wirfst du auch mindestens 100 Punkte. Da waren schon echte Cracks“, erinnert sich der Fußball-Trainer.

Nun spielt „Rasti“ allerdings bei den Moskitos und hat das höhere Amateurniveau an die Dartscheibe gehängt. „Es lässt sich einfach nicht so gut mit dem Fußball vereinbaren, denn auch wenn es immer noch viele nicht glauben wollen: Man muss richtig viel trainieren, um ein vernünftiger Spieler zu werden“, so Rast, der aber weiß, dass es noch deutlich mehr Fußballer gibt, die nebenbei ein paar Pfeile werfen.

„Ich glaube, dass sich Darts und Fußball sehr gut miteinander vereinbaren lassen. Beides sind absolute Teamsportarten, in denen es um das richtige Gefühl und starken Zusammenhalt geht. Außerdem hilft es mental auch enorm, weil man sich so sehr konzentrieren muss. Es gibt viel, was sich Fußballer von den Darts-Spielern abgucken können“, sagt der Ex-Trainer der Olfener Zweiten, der Jedem empfehlen würde, den Sport einmal auszuprobieren. „Oft ist man am Anfang immer etwas enttäuscht, weil man so gar nicht das trifft, was man treffen möchte. Wer sich aber einmal drei oder vier Stunden an die Scheibe gestellt hat, merkt sofort, wie es hilft. Die Fortschritte kommen ganz, ganz schnell. Vielleicht fällt dann sogar die 180.“

Darts-Weltmeisterschaft ist für Mario Rast ein Pflichttermin

Ende Dezember ist nun für Mario Rast eine ganz besondere Zeit: „Ich denke, dass jeder Darter bald wochenlang vor den Fernseh-Geräten sitzen wird. Es ist quasi ein Pflichttermin.“ Am 15. Dezember fliegen bei der Darts-WM die ersten Pfeile, das Finale findet traditionell am Neujahrstag statt. Dass es aus deutscher Sicht endlich mal eine erfolgreiche Weltmeisterschaft wird, glaubt aber der Selmer dagegen nicht.

„Ich habe mir schon in den letzten Wochen die großen Turniere im Fernsehen angeschaut und glaube einfach nicht, dass die Deutschen da wirklich etwas reißen können. Auch wenn Max Hopp und Gabriel Clemens natürlich zu der erweiterten Weltspitze gehören. Die Engländer und Niederländer sind uns einfach noch ein paar Schritte voraus“, erkennt „Rasti“.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
Zur Autorenseite
Nico Ebmeier

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt