Im Terminplan dieses Trainers steht fast nur Fußball. © Nico Ebmeier
Fußball

Trainer in Vinnum, Bork und Olfen: Wenn eine Woche nur aus Fußball besteht

Bei den meisten Fußballern ist der Terminkalender schon voll genug, wenn man neben der üblichen Arbeit einmal Trainer oder Spieler ist. Es gibt aber auch Gegenbeispiele.

Montag Olfen, Dienstag Bork, Mittwoch Olfen, Donnerstag Bork, Samstag Spieltag, Sonntag Spieltag. Wer sich den Terminkalender dieses Fußball-Trainers anschaut, wundert sich kurz. Er ist nämlich gleich bei drei Vereinen Übungsleiter.

Marcel Splettstößers Woche ist voll, einzig Freitag hat er mal ein paar fußballfreie Stunden. „Joa, es ist es schon hier und da ziemlich viel los. Aber es macht mir total Spaß und ich genieße das sehr“, sagt der 31-Jährige. Denn Splettstößer ist sowohl Trainer bei der A-Jugend der Jugendspielgemeinschaft SuS Olfen/Westfalia Vinnum als auch bei der zweiten Seniorenmannschaft des PSV Bork.

Marcel Splettstößer hat gleich zwei Trainerjobs gleichzeitig. © Splettstößer © Splettstößer

„Das ist schon unüblich, aber es ist genau das, was ich möchte. Ich habe vor ein paar Jahren die C-Jugend beim SuS betreut und wollte sie von Anfang an bis zur A-Jugend führen. Ein Jahr später war ich dann dort auch Trainer in der B-Jugend“, erklärt Splettstößer, dessen Trainerlaufbahn aber schon viel früher begann.

Mit 16 übernahm der gebürtige Lüner die F-Jugend beim SuS, nachdem er dort auch als B-Jugendlicher gekickt hatte und machte den ersten Trainerschein. Etwas später trainierte er die U16 bei der Spielvereinigung Erkenschwick ehe es mit dem einjährigen Umweg über die dritte Mannschaft von Westfalia Vinnum wieder zurück an die Hoddenstraße ging.

Trainer bei Westfalia Vinnum, SuS Olfen und PSV Bork

Für eine Mannschaft Trainer zu sein, schien Marcel Splettstößer aber nicht genug zu sein und so wurde er beim SV Horneburg erstmals auch parallel in einem zweiten Verein Übungsleiter. „Es ist natürlich ein bisschen Planung, aber wenn man ein gutes Team um sich herum hat, klappt das ganz gut“, sagt der Doppel-Trainer. Während des Lockdowns kam dann Martin Klingenberg, Sportlicher Leiter des PSV Bork, auf ihn zu und fragte, ob Splettstößer nicht die dortige Zweite trainieren möchte und dieser willigte ein.

Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder neue Stationen gab, möchte der Fußballer nun in Bork, Olfen und Vinnum aber erstmal sesshaft werden: „Es soll natürlich in naher Zukunft gerne in den Seniorenbereich gehen. Deshalb liegt mein Hauptaugenmerk auch beim PSV. Wir haben hier ein tolles Projekt laufen und wollen mit vielen jungen Spielern etwas aufbauen.“

Bisher lief das aber noch nicht so perfekt. In den bisherigen drei Saisonspielen holte die PSV-Zweite nur einen Zähler. „Wir sind in die Saison gegangen und wollten unbedingt oben angreifen. Der Start lief aber überhaupt nicht und wir haben unsere Qualität nicht auf den Platz bekommen. Aber es waren ja auch erst drei Spiele und wir können das Ruder bestimmt noch umreißen“, so der Doppel-Coach, der sogar einmal schon für Bork auf dem Platz stand.

Der Lockdown schmerzt Marcel Splettstößer besonders

Aber gerade wenn man wie Marcel Splettstößer absolut „fußballverrückt“ ist, tut der zweite Lockdown aktuell besonders weh: „Es war in der ersten Woche eigentlich ganz entspannt, aber spätestens ab der dritten Woche hat es genervt. Die Füße kribbeln mittlerweile einfach. Ich habe dazu ja auch noch eine Dauerkarte für Borussia Dortmund und jetzt ist so gar nichts mehr. Ich kann es nicht mehr abwarten, dass es wieder losgeht.“

Das könnte für den Vielsasser aber dann ein echtes Terminchaos bedeuten. „Bisher gab es eigentlich noch nie Probleme oder Überschneidungen. Die A-Jugend spielt ja samstags, die Herren sonntags. Wenn jetzt aber die ganzen Nachholspiele kommen, könnte das manchmal aber doch vielleicht knapp werden. In diesem Fall würde ich dann immer eher nach Bork fahren. In Olfen weiß ich, dass ich noch zwei tolle Betreuer habe, die mich perfekt ersetzen können.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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