Sascha Burzynski © Sebastian Reith
Fußball

Wie wirkt sich Corona auf die Entwicklung von Jugendfußballern aus?

Schon seit Monaten können Jugendfußballer nicht mehr auf die Plätze, dabei ist der Nachwuchsbereich für die sportliche Entwicklung besonders wichtig. Wie wirkt sich die Zwangspause aus?

Mittlerweile sind es Monate her, seitdem die Fußballer auf den Plätzen gestanden haben. Für den Nachwuchs ist das besonders hart, schließlich werden in den Juniorenjahren die Grundlagen für spätere Karrieren gelegt. Wie wirkt sich der Corona-bedingt Lockdown auf den Nachwuchs aus?

Die lange Pause dürfte allen voran Auswirkung auf die Motivation haben. „Ich werden schon häufiger aus der Mannschaft gefragt, ob ich schon was Neues weiß, wann es weitergeht“, berichtet Sascha Burzynski, Trainer der B-Junioren des SuS Olfen, die in der Landesliga spielen. „Ich glaube aber nicht, dass einer meiner Spieler aufhört. Ich glaube eher, dass sie sich darauf freuen, wenn sie dann wieder spielen dürfen.“

Gute Stimmung bei den C-Junioren des SuS Olfen

Jörg Scheele, der die Bezirksliga-C-Junioren des SuS trainiert, ist ähnlicher Meinung. „Die Stimmung insgesamt ist gut. Ich glaube, dass sich jeder Spieler den Platz herbeisehnt.“ Gleichzeitig stellt er aber heraus: „Die Jungs und Mädels haben es nicht einfach aufgrund des Homeschoolings. Für sie kommen über das Onlinespielen die einzigen sozialen Kontakte zustande.“ Da sei es nicht einfach, sie zum Laufen zu motivieren.

Zwar versucht Scheele seine Mannschaft mit einer Lauf-Challenge zu motivieren, aber: „Am Anfang des Lockdowns war etwas leichter, für Motivation zu sorgen, jetzt wird es immer schwieriger.“

Die B-Junioren haben zuletzt nur wenig trainiert. Burzynski versucht nun, die Mannschaft per Online-Training wieder fitzukriegen, für den Fall, dass die Saison noch fortgesetzt wird. Der B-Jugend-Coach ist da aber skeptisch: „Für mich ist das fraglich, zumal wir auch erst einmal eine ordentliche Vorbereitung bräuchten.“

Bei den Olfenern Junioren treten also einige Probleme auf, die die Trainer allerdings im Griff zu haben scheinen. Bedeutend schwieriger hingegen könnte es bei der sportlichen Entwicklung werden. Einerseits können die Mannschaften keine fußballspezifischen Übungen durchführen und andererseits wissen sie auch noch nicht, wie lange die Pause noch dauern wird. Für den Sprung in die nächste Altersklasse könnte das problematisch werden.

Talentierte A-Jugend wird sich durchsetzen

Burzynski macht sich bei seinen Altjahrgängen aber weniger Sorgen: „Ich kenne die A-Junioren-Mannschaft und glaube nicht, dass der Sprung sehr groß sein wird. Meine Altjahrgänge sind sehr talentiert und werden sich sicher durchsetzen.“

Und was ist mit den Spielern, die in der kommenden Saison ins Burzynski-Team aufrücken werden? „Natürlich ist es schwierig, in die nächsthöhere Altersklasse zu kommen. Das ist aber für alle gleich schwierig“, meint Scheele. Eine Sache merkt der C-Juniorentrainer dann aber noch an: „Man sagt, die D-Jugend sei das goldene Lernalter im Fußball, aber auch den C-Junioren wird etwas fehlen.“

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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