Äpfel mit Sonnenbrand und Frostschäden: Kein gutes Apfel-Jahr 2020

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Die Apfelernte fällt 2020 im Kreis Coesfeld nicht so rosig aus: Das frostige Frühjahr machte den Früchten zu schaffen. Eine Expertin gibt Tipps für Hobby-Apfelbauern.

Olfen, Nordkirchen

, 14.09.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Milde Temperaturen während der Blüte, genug Regen im Sommer und Sonnenschein im Herbst: Das wären die idealen Bedingungen für die heimischen Apfelbäume. In diesem Jahr spielte das Wetter nicht mit - der Frost im Frühjahr machte den Blüten zu schaffen, die zudem nicht bestäubt werden konnten, weil auch die Insekten nicht fliegen können, wenn es zu kalt ist. Im Sommer war es dann relativ trocken.

Ist der Boden nicht feucht genug, kann es dazu kommen, dass die Bäume ihre Äpfel abwerfen. „Das hat aber nicht direkt etwas mit dem Klimawandel zu tun. Dass es im Frühjahr mal kalt ist, ist eine ganz normale Schwankung“, sagt Irmtraud Papke vom Biologischen Zentrum des Kreises Coesfeld. Nicht nur die Äpfel an den Bäumen, sondern auch Erdäpfel hätten den Nachtfrost in diesem Jahr nicht gut verkraftet.

Gebräunte Äpfel in der Sommerhitze

Ein Phänomen, was in den aktuellen heißen Sommern laut Papke jedoch häufiger auftritt, ist der Sonnenbrand bei Äpfeln. Die Früchte werden stellenweise braun - ähnlich wie die menschliche Haut unter starker UV-Bestrahlung. Für die Äpfel hat die Bräunung schwere Folgen - sie werden faulig.

Die Birnen indes gedeihen in diesem Jahr gut, sagt Papke. Das läge daran, dass Birnen zu einer anderen Zeit blühen als Äpfel und daher weniger Frost abbekommen hätten. Auch unter den Apfelsorten gibt es Früh- und Spätblüher. Papke erklärt wieso: „Früher waren die Menschen Selbstversorger. So hatte man Äpfel, die schon im August reiften und gut eingekocht werden konnten und Sorten, die spät im November geerntet und eingelagert wurden, damit man möglichst lange etwas von der Ernte hatte.“

Der Geschmack entscheidet, nicht der Name

Wer sich heute für einen Apfelbaum entscheidet, solle sich die Sorte nicht aufgrund des klangvollen Namens aussuchen. Interessenten sollten sich durch die Sorten probieren und sich überlegen, für was sie die Früchte verwenden wollen. So seien Klaräpfel, die bereits im August erntereif sind, eher geeignet für Kompott, während sich beispielsweise die Sorte Jonagold gut zu Saft verarbeiten lasse.

Die Insekten sind dabei weniger wählerisch: Sie freuen sich über jede Art von Stein- und Kernobst. „Wer den Bienen etwas Gutes tun möchte, pflanzt bestenfalls Bäume, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen“, sagt Papke. Junge Bäume sollten in jedem Fall gegossen werden. Reif seien die Früchte, wenn man sie ohne Gewalt pflücken kann. An der Farbe könne man den Reifestatus nicht immer erkennen.

Apfelversaftung im Kreis Coesfeld

Wer nun schon einen Apfelbaum besitzt und mit dem Gedanken spielt, die Früchte zu Saft verarbeiten zu lassen, hat im Kreis Coesfeld mehrere Möglichkeiten:

  • Raiffeisen-Markt Olfen: Die Annahme erfolgt bis Mitte / Ende Oktober jeweils freitags von 13 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 12:30 Uhr. Die Versaftung erfolgt hier durch die Obstkelterei van Nahmen, die aus den Äpfeln einen 100% Direktsaft herstellt. Dem Saft wird nichts hinzugefügt, auch kein Zucker. Für je 10 Kilo gelieferte Äpfel werden 8 Flaschen a 0,7 Liter Saft zu günstigen Preisen eingetauscht. Auch andere Obstsäfte oder –nektare und Apfel-Cidre können gewählt werden. Zusätzlich ist es möglich, überschüssige Mengen gegen Entgelt zu verkaufen.
  • Am Raiffeisenmarkt in Lüdinghausen besteht die Möglichkeit, am Freitag den 02. Oktober die mobile Saftpresse zu nutzen, die dort Station macht. Hier erhalten Sie den Saft der eigenen Ernte direkt in 5-Literschläuchen verpackt. Eine Terminvereinbarung mit Mengenangabe beim Betreiber der Presse unter 02373 – 39 79 540 ist erforderlich.
  • Mosterei Schenk Natursaft in Ascheberg-Herbern, Merschstraße 45. Telefonische Terminabsprache unter 0171-9877569. Auch hier erhalten Sie die eigene Ernte direkt in 5-Literschläuchen verpackt.
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