Als Elektroinstallateur bis nach Spitzbergen

mlzGoldener Meisterbrief

Für 50 Jahre Treue im Handwerk hat der Olfener Paul Volkmer den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer erhalten. 50 Jahre, die ihn auch in einem U-Boot bis nach Spitzbergen führten.

Olfen

, 22.02.2019, 05:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Selbstverständlich war es nicht, dass Paul Volkmer Elektroinstallateur werden würde. „Mein Vater wollte mich zum Schreiner machen“, erzählt Volkmer während er in seinem Wohnzimmer in seinem Olfener Haus sitzt und in alten Zeugnissen und Urkunden aus seinem bewegten Berufsleben erzählt. „Ich hatte da schon Sinn für, aber als Beruf konnte ich mir das nicht vorstellen“, sagt der 78-Jährige.

Auch eine Ausbildung als Dreher sagt ihm nicht zu. Dann hört er über Bekannte, dass ein junger Elektroinstalleteurmeister aus Seppenrade jemanden sucht. Er fährt mit seinem Vater hin und noch am Abend wird der Vertrag mit der Schreibmaschine aufgesetzt. Am 1. April 1956 beginnt er seine Ausbildung. 25 Mark pro Monat gibt es im ersten Jahr der Ausbildung, 65 im dritten. Paul Volkmer erinnert sich noch genau, „damit war man schon König“, sagt er. Nach seiner Ausbildung fängt er bei der Firma BBC in Essen an, danach geht er zur Marine. Vier Jahre lang.

Mit dem U-Boot unterwegs

„Das war spannend“, sagt er. Er wird in der Ortung von U-Booten eingesetzt und fährt auch selbst U-Boote. „Große Weltreisen haben wir nicht gemacht“, sagt Paul Volkmer, doch vom Stützpunkt in England geht es sogar bis ins Eismeer, nach Spitzbergen. „Da mussten wir auf den Russen Obacht geben“, sagt Paul Volkmer. Das sei aber einfach gewesen.

„Die russischen U-Boote waren ziemlich laut“, sagt er und lacht. Nach vier Jahren bei der Marine kehrt er allerdings nach Olfen zurück: „Mein Vater hat mir das Haus vermacht, und ein Haus kriegt man ja nicht alle Tage“, sagt er. Er besucht die Meisterschule und arbeitet bei den Lippewerken in Lünen. Seinen Meisterbrief erhält er schließlich am 7. November 1967. Weil es bei seiner Arbeitsstelle aber keine Meisterstelle für ihn gibt, heuert er schließlich bei der Zeche Friedrich der Große in Herne an. Weitere Stationen führen ihn zu einer Konstruktionsstelle beim Ingenieurbüro Vehlow und an die Technikerschule nach Bochum, wo er sich in den Bereichen Mess- und Regeltechnik weiter spezialisiert.

Vielfältiger Beruf

„Der Beruf ist so vielfältig geworden, aus der Elektrotechnik sind so viele Bereiche entstanden“, sagt Paul Volkmer. Zum Beispiel der so genannte Bereich der Unterhaltungstechnik, mit Radiotechnikern. Oder auch der Bereich der Informationstechnik. „Die Elektrotechnik ist so weit fortgeschritten, dass es ohne nicht mehr geht“, sagt Paul Volkmer. Das weiß jeder, der sich vorstellt, auf welche Geräte er bei einem Stromausfall verzichten muss. Bei der Messtechnik-Firma VDO in Dortmund arbeitet er 18 Jahre, ist in der Maschinensteuerung und beim Bau von Fertigungsmaschinen tätig. 1995 wechselt er zum Hochbauamt der Stadt Dortmund, wo er bis zu seinem Rentenantritt im Jahr 2005 tätig ist.

Jetzt genießt Paul Volkmer die Zeit mit seiner Frau, seinen zwei Kindern und den insgesamt fünf Enkeln. Und wenn mal ein Nachbar irgendeine Frage hat, für die ein Elektroinstallateur gebraucht wird, dann kann er einfach nicht anders. Dann hilft er.

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